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Bad Belzig

Entsorgung von Abwasser wird deutlich teurer

Michael Borchhardt vom Gruboer Entsorgungsunternehmen kümmert sich um die Abfuhr von Fäkalien aus Sammelgruben.

Michael Borchhardt vom Gruboer Entsorgungsunternehmen kümmert sich um die Abfuhr von Fäkalien aus Sammelgruben.

Bad Belzig. Die Gebühren für die dezentrale Schmutzwasserbeseitigung in Bad Belzig und den Ortsteilen steigen kräftig. Während in der Kernstadt nur einige Grundstücke am Kameruner Weg betroffen sind, stehen in den nicht ans Netz angeschlossenen Orten Bergholz, Dippmannsdorf, Groß Briesen, Hagelberg, Lübnitz, Lütte und Werbig deutliche Erhöhungen bevor.

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Am kommenden Montag werden die Stadtverordneten über die neue Satzung entscheiden, die rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft treten soll. Sowohl der städtische Wirtschafts- als auch der Hauptausschuss haben die Satzungsänderung im Vorfeld bereits empfohlen. Nach Aussage von Stadtwerke-Chef Dirk Gabriel würde eine Beibehaltung der geltenden Schmutzwassergebühren bereits im laufenden Jahr eine Unterdeckung in Höhe von 167 000 Euro nach sich ziehen. Deshalb wird seitens der Stadt zur Eile gedrängt.

Um eine Kostendeckung zu erreichen, soll bei einer unveränderten Grundgebühr die Mengengebühr von 3,24 Euro auf 7,85 Euro pro Kubikmeter angehoben werden. „Es gibt keine Alternative. Ansonsten würden wir subventionieren“, so Gabriel. „Die Stadtwerke Bad Belzig haben Ende 2016 den mobilen Teil der dezentralen Schmutzwasserbeseitigung, das Abpumpen der Klärgruben und den Transport bis zur Kläranlage der Stadtwerke für die Jahre 2017 und 2018 ausgeschrieben. Lediglich drei Anbieter haben sich beteiligt. Im Ergebnis erhielt das bisherige Entsorgungsunternehmen den Zuschlag.“

Lag der Preis für die mobile Entsorgung 2016 noch bei 3,65 Euro je Kubikmeter, stieg er 2017 auf 5,30 Euro und 2018 auf 5,60 Euro je Kubikmeter. „Dazu kommen weitere Kosten für die Klärung des Schmutzwassers“, so Gabriel.

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Michael Borchhardt vom gleichnamigen Entsorgungsunternehmen aus Grubo, das mit der Entleerung von Sammelgruben und Kleinkläranlagen beauftragt ist, verweist unter anderem auf gestiegene Kosten, die mit der Fahrzeugtechnik verbunden sind. „Als nächstes steht die Einführung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen ab dem 1. Juli bevor. Das bedeutet die nächste Kostensteigerung“, sagt Borchhardt.

Klaus Gleisenring aus Dippmannsdorf, der an der Spitze des städtischen Hauptausschusses steht und stellvertretender Ortsvorsteher ist, nahm die Erläuterungen zähneknirschend zur Kenntnis. „Wie wir das den betroffenen Ortsteilen vermitteln sollen, weiß ich nicht. Den Dippmannsdorfern wird es auf dem Magen liegen.“ Kerstin Zureck, in Werbig Ortschefin und Mitglied im Hauptausschuss, enthielt sich bei der Stimmabgabe. Auf Nachfrage der Abgeordneten, ob die mobile Entsorgung auch durch die Stadtwerke Bad Belzig geleistet werden könnte, dämpfte Gabriel die Erwartungen, dass dies günstiger wäre. „Wir müssten zusätzliches Personal einstellen und einen Entsorgungswagen anschaffen.“

Mit Blick auf die von Gleisenring geäußerte Kritik gab Bauamtsleiter Christoph Grund zu bedenken, dass die Verwaltung wiederholt darauf hingewiesen habe, dass Sammelgruben nicht mehr zeitgemäß seien. Alternativen, etwa der Bau von Kleinkläranlagen, seien bisher in den betroffenen Ortsteilen nicht intensiv genug genutzt worden. Aufgezeigte Möglichkeiten, wie es sie in Lütte und Dippmannsdorf bei der Sanierung der Ortsdurchfahrten gegeben habe, sind laut Grund nicht genutzt worden.

In den kommenden Monaten soll überprüft werden, inwieweit es für die betroffenen sieben Ortsteile möglich sei, an zentrale Abwassernetze angeschlossen zu werden. „Wir haben heute noch keine Lösung. Aber wir wissen, dass wir uns kümmern müssen“, sagte Gabriel. Er betonte, dass die neuen Gebühren nicht überzogen sind, sondern im Durchschnitt der umliegenden Firmen und Verbände liegen.

Von Christiane Sommer

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