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Rädigke

Gespräche mit Gott und sich selbst über Gott und die Welt

Ahne weiß, was gut ankommt im Fläming und las deshalb unter anderen Stücke über Wölfe und Wildschweine.

Ahne weiß, was gut ankommt im Fläming und las deshalb unter anderen Stücke über Wölfe und Wildschweine.

Rädigke. Zwischen Auftritten in Mainz und München legte Ahne am Freitagabend einen Zwischenstopp im Fläming ein. Schon mehrmals war er in der Bibliothek im „Gasthaus Moritz“ in Rädigke zu Gast. Knapp 16 Monate war sein letzter Besuch her. Ende 2017 musste der Berliner dem Hohen Fläming absagen. Er sei „überbucht“ gewesen, entschuldigte er sich bei den Gästen am Freitagabend. Und obwohl der Schriftsteller und Lesebühnenautor wenige Überraschungen mitgebracht hatte, kam das Publikum erneut in Scharen. Die gesamte Fläming-Bibliothek war bis auf den letzten Platz gefüllt.

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„Ahne liest, singt und trinkt“, war für den Freitagabend angekündigt. Bekannt ist Ahne vor allem durch seine „Zwiegespräche mit Gott“, die bis vor wenigen Jahren regelmäßig auf Radio Eins zu hören waren. Doch Gott konnte am Freitag – wieder einmal – „zum ersten Mal nicht dabei sein“, sagte Ahne, der eigentlich Arne Seidel heißt und sich „Ahne“ nennt, weil sein markanter berliner Dialekt konsequenterweise nichts anderes zulässt.

Also sprach Ahne mit seinem Hauptstadt-Dialekt auch die Rolle von Gott – der selbstverständlich ebenfalls in Berlin wohnt. Über das Fernsehprogramm und über Ahnes jüngsten Auftritt unterhielten sie sich am Freitag und über Wildschweine und Wölfe und zwischendurch gab es Frischgezapftes. Nach jedem Stück einen Schluck aus dem Bierglas, das auf seinem Tisch stand. „Sonst trinke ich ja kein Bier“, sagt er nicht ganz ernst gemeint, aber so sei es nun einmal angekündigt. Weil Ahne schon öfter im Fläming aufgetreten ist, weiß er, was gut ankommt beim Publikum. „Es gibt Sachen, die funktionieren hier besser als anderswo“, erklärt der Schriftsteller aus Berlin. Naturnahe Themen beispielsweise wie Wildschweine und Wölfe.

„Ich rede über alles, was mich selbst interessiert“

Dass Ahne über Wildtiere und deren Abschuss redet, liegt aber nicht allein am Fläming. Das macht er überall. „Ich rede über alles, was mich selbst interessiert“, erklärt der Schriftsteller, „von Politik bis zu Wildschweinen und Wölfen. Und ich hoffe, dass es auch die Leute im Publikum interessiert.“ Am Freitag in der Fläming-Bibliothek in Rädigke tat es das auf jeden Fall.

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Und weil Ahne so viele unterschiedliche Dinge interessieren, erzählt er keine Geschichte zwei Mal – nicht einmal im Hohen Fläming, wo ihn schon so viele Gäste kennen. „Das Publikum hier in Rädigke finde ich immer sehr ansprechend“, erzählt er während einer Pause zwischen zwei Stücken und zwei Schluck aus dem Bierglas, „es ist nicht wie anderswo, immer voll und ein guter Querschnitt. Denn hier kommen nicht nur die Leute, die üblicherweise zu Lesungen gehen.“ Das mache sich auch bei der angenehmen Stimmung bemerkbar.

Landschaft und Leute im Fläming findet der Autor so ansprechend, dass er sie auch seiner Familie einmal zeigen wollte. „Ich habe hier schon Urlaub gemacht“, berichtet er. Pilze sammeln, könne man hier gut, sagt Ahne und nimmt den letzten Schluck seines Getränks für diesen Abend. Aber eine Sache verspricht er seinen Gästen im Hohen Fläming dann doch noch. „Ich komme gern wieder.“

Von Victoria Barnack

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