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Feldheim

Hoffnung auf den Knotenplatzer

Julian Affeldt kann sein Auto ganz bequem zu Hause aufladen.

Julian Affeldt kann sein Auto ganz bequem zu Hause aufladen.

Feldheim. Tiefgaragen, bei denen die Einfahrt für Elektroautos wegen drohender Explosionsgefahr verboten ist oder die mit einem skeptischen Blick gestellte Frage, ob sie mit ihrem Wagen wirklich in die Waschanlage fahren wollen – die Mitglieder der Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg haben schon so manche Kuriosität erlebt. Am Freitagabend haben sie sich zu ihrem ersten Stammtisch im noch jungen Jahr getroffen, diesmal im Neue Energien Forum Feldheim.

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Auf dem Programm standen ein Vortrag zur umweltfreundlichen und regionalen Energieerzeugung für Haushalte und Elektrofahrzeuge sowie die Vorstellung kleiner Solarstromanlagen, die auf jedem Balkon Platz finden. Zu Gast war neben Treuenbrietzens Klimaschutzmanager Stefan Them auch Potsdam-Mittelmarks Klimaschutzmanagerin Barbara Ral. Die Stammtische stehen jedem offen und bieten die Möglichkeit, mit Nutzerinnen und Nutzern von Elektrofahrzeugen aller Art direkt ins Gespräch zu kommen.

Brandenburg schneidet bei Dichte an Ladesäulen schlecht ab

Treibende Kraft bei der Organisation der Veranstaltungen ist Julian Affeldt. Der Kleinmachnower ist selbst seit 2008 überzeugter Fahrer eines Elektroautos. „Weil ich dadurch nicht mehr abhängig bin von Benzin und Strom kann ich regional beziehen“, sagt er. Insgesamt habe die Dichte an Lademöglichkeiten für E-Autos in Deutschland deutlich zugenommen – Brandenburg schneide jedoch vergleichsweise schlecht ab. „Obwohl viele Kommunen neue Ladesäulen beantragt haben. Ich rechne also ab Mitte des Jahres bis 2019 mit einer deutlichen Erhöhung der Ladedichte.“

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Überhaupt könnte 2018 ein Knotenplatzer werden, was das Thema Elektromobilität angeht – davon ist nicht nur Julian Affeldt überzeugt. „Man spürt, dass es raucht, dass etwas vorangeht“, sagt auch Hans Kurtzweg, Beauftragter für Elektromobilität in Trebbin. „Mittlerweile kommt von vielen nicht mehr nur die Frage, wie viele Kilometer man mit dem E-Auto schafft, sondern eher, was es kostet“, ergänzt Michael Kietzmann. Er habe im vergangenen Jahr rund 10 000 Kilometer für 179 Euro zurückgelegt. „Das ist unschlagbar.“ Und auch für Hans Kurtzweg ist klar: „Ich fahre nur noch dorthin, wo mein E-Auto willkommen ist. Alle anderen ignoriere ich.“

Über 150 Mitglieder in Berlin und Brandenburg

Die private Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg ist ein Zusammenschluss von über 150 Nutzern von Hybrid- und Elektrofahrzeugen aus Berlin und Brandenburg.

Ziel ist der aktive und herstellerunabhängige Erfahrungsaustausch sowie die Förderung des Interesses an nachhaltiger Mobilität.

Außerdem organisiert die Interessengemeinschaft Treffen und gemeinsame Touren mit Hybrid-, Plugin-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen, beispielsweise die „eTourBrandenburg“.

Weitere Infos unter: www.igembb.wordpress.com.

Den Menschen müsse lediglich noch klarer werden, dass Elektromobilität funktioniert. „Sie müssen merken, dass es Spaß macht und kein Problem darstellt. So dass sie sich irgendwann fragen, warum sie sich all die Jahre dagegen gewehrt haben“, sagt Affeldt. Die Akzeptanz von E-Autos sei zumindest schon gestiegen. „Die Energiewende ist bislang an vielen Bürgern vorbeigegangen, aber jetzt wollen die Leute sich einbringen.“

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark und auch die Stadt Treuenbrietzen gehen bereits mit gutem Beispiel voran und haben ihre Fuhrparks um Elektroautos erweitert. „Außerdem ist geplant, an einigen kreiseigenen Gebäuden künftig Stromtankstellen vorzuhalten“, verrät Klimaschutzmanagerin Ral. Sie hatte zuletzt bei Kommunen für ein Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums geworben, das die Anschaffung von Ladesäulen fast komplett finanziert. Zwölf neue Säulen waren daraufhin beantragt worden.

Treuenbrietzen will zweites E-Auto anschaffen

Wenngleich in Treuenbrietzen auch die Anschaffung eines zweiten Elektroautos in Planung sei, so herrsche doch noch Nachholbedarf – auch bei den Verwaltungsmitarbeitern selbst, sagt Stefan Them. „Weil man eben nicht mal einfach so tanken kann. Deshalb haben wir für die Sicherheit auch ein Fahrzeug mit einem kleinen zusätzlichen Tank.“ Man müsse sich eben schon ein bisschen umstellen und disziplinieren, vorausschauend fahren, so Them.

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Von Josephine Mühln

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