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Theater

Promi-Besetzung bei Dürrenmatt-Aufführungen in Kleinmachnow

Bei „Der Besuch der alten Dame“ spielt Kleinmachnows Bürgermeister (2.v.l.) den Mann der Bürgermeisterin.

Bei „Der Besuch der alten Dame“ spielt Kleinmachnows Bürgermeister (2.v.l.) den Mann der Bürgermeisterin.

Kleinmachnow. Eine der bösesten Komödien des vorigen Jahrhunderts wird ab Donnerstag in Kleinmachnow von der Theatergruppe „Nachbarn spielen für Nachbarn“ auf die Bühne der Kammerspiele gebracht – mit prominenter Besetzung und irgendwie auch lokalem Bezug. Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ steht auf dem Programm – und was erst einmal nach Seniorenheim klingt, enthüllt in Wirklichkeit die niedrigsten Instinkte der Bewohner eines ganzen Ortes, wenn es um viel Geld geht.

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Der Mann der Bürgermeisterin ist der Bürgermeister

Wenn Bürgermeister Michael Grubert die Bretter betritt, die die Welt bedeuten, weiß er, was er tut: Er spielt in dem Stück „Der Besuch der alten Dame“ den Mann der Bürgermeisterin, sogar eine Sitzung darf er leiten. Wer schon einmal in der Kleinmachnower Gemeindevertretung zu Gast war, erkennt hier die Routine, mit der er Themen anspricht. Ungefähr zehn Sätze hat der Jurist in der noch extra für ihn zugeschriebenen Rolle abbekommen, zweimal darf er singen, und seine Bilanz ist: „Es macht richtig Spaß.“

Probe von „Der Besuch der alten Dame“ in Kleinmachnow.

Probe von „Der Besuch der alten Dame“ in Kleinmachnow.

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Dass er mitmacht, liegt daran, dass Dürrenmatts Stück vor zwei Jahren anlässlich der 100-Jahr-Feier Kleinmachnows eingeplant war und er sich da bereiterklärt hatte, bei dem „Stück in einem Ort für Leute aus einem Ort“ mitzumachen. Es wurde sogar manches eigens auf Kleinmachnow umgemünzt, so wurden einige Ortsangaben an die Region angepasst. Doch wegen Corona mussten die Proben schon bald eingestellt werden, erst zwei Jahre später konnten sie fortgesetzt werden – und Grubert blieb im Ensemble.

Aufführungstermine und Karten

„Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt wird am 6., 7., 14. und 15. Oktober jeweils um 20 Uhr, am 16. Oktober um 12 Uhr, am 10. und 12. November um 20 Uhr sowie am 13. November um 18 Uhr in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow aufgeführt.

Tickets kosten im Vorverkauf 14 Euro, ermäßigt 7 Euro, an der Abendkasse 16/8 Euro

Ob die Rolle als Mann der Bürgermeisterin zukunftsweisend ist? Immerhin ist in gut zwei Jahren wieder Wahl. „Das kann schon sein, dass eine Frau Bürgermeisterin wird“, lacht Grubert, „aber ich werde nicht ihr Ehemann sein.“

Probe von „Der Besuch der alten Dame“ in Kleinmachnow.

Probe von „Der Besuch der alten Dame“ in Kleinmachnow.

Auch Carolin Huder, Geschäftsführerin der Kammerspiele, spielt in einer Nebenrolle mit. „Das Schwierigste ist, den Text zu lernen und zum richtigen Zeitpunkt abzurufen“, sagt sie. „Man darf keine Sekunde abdriften.“ Für Hauptdarstellerin Susanne Barz sind vor allem die Massenauftritte eine Herausforderung, bei denen viele kleine Szenen parallel laufen, die nicht in den Vordergrund treten sollen und bei denen man gleichzeitig den eigenen Einsatz nicht verpassen darf.

Stundenlange Probenkritik in Kleinmachnow

Seit dem Frühling wird an den Wochenenden geprobt, mit zehntägigen Intensivphasen im August und vor der Premiere. Nach den Proben wird das Stück detailliert durchgesprochen, Regisseur Joachim Kosack, Geschäftsführer der UFA, ist dabei extrem genau: Hier ist Hauptdarsteller Ulf-Torsten Otto-von-Eicken eine Nanosekunde zu früh, dort braucht er zu lange, da ist jemand zu laut, zu leise, zu weit hinten, zu seitlich.

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Probe von „Der Besuch der alten Dame“ in Kleinmachnow.

Probe von „Der Besuch der alten Dame“ in Kleinmachnow.

Zweieinhalb Stunden hat diese Kritik am Sonntag vor der Premiere gedauert. „Ich finde das total wichtig“, sagt Otto-von-Eicken, der betont, dass er sich mit seiner Rolle „natürlich nicht“ identifiziert und sich emotional nicht beteiligen möchte.

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Kosack sagt, der Einsatz und Aufwand, der hier verlangt wird, gehe über alles Bisherige hinaus, „weil es eigentlich ein zu großes und komplexes Stück ist.“ Warum dann der Aufwand? „Man muss es wollen. Aber es ist letztlich das reine Lustprinzip. So wichtig wir es nehmen – es ist ja ganz egal, was passiert, es gibt keinerlei Druck, außer, dass man es will.“

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