Kleinmachnow

Schleuse ab Montag drei Wochen voll gesperrt

Die Schleuse in Kleinmachnow wird vom 22. Oktober bis zum 9. November für den Schiffsverkehr gesperrt.

Die Schleuse in Kleinmachnow wird vom 22. Oktober bis zum 9. November für den Schiffsverkehr gesperrt.

Kleinmachnow. Die Schleuse in Kleinmachnow wird ab kommenden Montag, den 22. Oktober, für etwa drei Wochen für den Schiffsverkehr gesperrt. Das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin will die Elektroanlagen an dem Bauwerk komplett erneuern und die Schleuse für einen ferngesteuerten Betrieb vorbereiten. In dieser Zeit müssen Binnenschiffe und Sportboote eine etwa zweistündige Umleitung über den Mühlendamm in Berlin, über Charlottenburg und über die Stadt-Spree zur Havel in Kauf nehmen, sagt Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes. Einen Konflikt mit dem touristischen Schiffsverkehr befürchtet er nicht. Die Hauptsaison sei im Prinzip vorüber und der gewerbliche Schiffsverkehr würde nicht gerade zur Mitttags- oder Kaffeezeit durch die Stadt-Spree fahren, so der Amtsleiter.

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Elektroanlagen noch aus DDR-Zeit

„Die Elektroanlagen sind schon alt und sehr störanfällig geworden. Sie stammen überwiegend noch aus der DDR-Zeit. Ersatzbauteile für diese Systeme sind nicht mehr zu bekommen“, erklärt Dietrich. Nur mit hohem Aufwand und viel Erfindungsreichtum hätten die Techniker die Anlagen noch in Betrieb halten können. Darum hatte das Wassserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin erst vor einigen Monaten die Betriebszeiten der Schleuse verkürzen müssen. Vier Schichtleiter sichern derzeit 16 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche den Schleusenverkehr auf dem Teltowkanal in Kleinmachnow ab.

Die Elektroanlagen werden schon seit September saniert. Für die jetzt anstehenden Arbeiten muss die Schleuse bis zum 9. November gesperrt werden. Zuerst legen die Techniker den Schleusenbereich trocken, um ihn anschließend eingehend inspizieren zu können. Dabei werden auch angezeigte Mängel untersucht, die bereits aufgelistet wurden. „Wir verlegen alle Kabel neu und bauen eine neue Kabelbrücke“, erklärt Dietrich.

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Anlage schleust jährlich mehr als 13 000 Schiffe

Die Maschinenbauleistungen führt die Hermann GmbH Maschinenbautechnologie aus Weiden in der Oberpfalz aus.

Die Erneuerung der gesamten Elektroanlage und die Automatisierung nimmt die WOL-TEC Automatisierungstechnik GmbH aus Woldegk (Mecklenburg-Vorpommern) vor.

Die Schleuse in Kleinmachnow passieren mehr als 13 000 Binnenschiffe und Boote pro Jahr. Darunter befinden sich im Durchschnitt rund 7000 Sportboote.

Der Güterdurchgang lag in den vergangenen Jahren stabil bei etwa 1,2 Millionen Gütertonnen pro Jahr.

Der alte Bedienstand an der Nordkammer der Schleuse soll abgebaut werden. Er lässt sich nicht nach den Vorgaben der aktuellen Arbeitsstättenrichtlinie für die neue Technik umbauen. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde soll der neue Leitstand im Turm auf dem Mitteldamm zwischen Nord- und Mittelkammer eingerichtet werden. Er wird auch weiter in Betrieb bleiben, wenn die Schleuse einmal automatisch per Fernbedienung aus Berlin betrieben wird. Dafür mussten die Hubantriebe der Mittelkammer erneuert werden. Die Grundinstandsetzung steht kurz vor dem Abschluss. In die gesamte Erneuerung der Elektroanlagen und die Vorbereitung des automatischen Betriebes investiert der Bund nach Angaben des Wasserstraßen-Neubauamtes rund vier Millionen Euro.

Etwa in zwei Jahren sollen 49 Anlagen in und um Berlin – darunter auch die Kleinmachnower Schleuse – von einer neuen Leitzentrale auf dem Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Berlin-Grünau aus fernbedient und -überwacht werden. Dafür gibt der Bund noch einmal rund sechs Millionen Euro. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein.

Von einer neuen Leitzentrale (r) auf dem Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Berlin-Grünau aus soll in zwei Jahren auch die Schl

Von einer neuen Leitzentrale (r.) auf dem Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Berlin-Grünau aus soll in zwei Jahren auch die Schleuse in Kleinmachnow fernbedient und -überwacht werden.

Da im Zuge des Verkehrswegeprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 die Nordkammer der Kleinmachnower Schleuse durch eine 190 Meter lange Kammer ersetzt werden sollte, war seinerzeit die schon geplante Erneuerung der Elektroanlagen zurückgestellt worden. Der Ersatzbau war dann kurz vor Vergabe des Bauauftrages gestoppt worden.

Von Heinz Helwig

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