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Grundstücksmarktbericht

Ein Einfamilienhaus im Berliner Umland kostet im Schnitt 960.000 Euro

Teltow ist in Sachen Grundstücksverkauf Spitzenreiter in Potsdam-Mittelmark.

Teltow ist in Sachen Grundstücksverkauf Spitzenreiter in Potsdam-Mittelmark.

Teltow.Die Grundstücke in Potsdam-Mittelmark sind erneut teurer geworden – und haben gleich mehrere Rekorde gebrochen. Das zeigt der Grundstücksmarktbericht 2021, der am Freitag in Teltow vorgestellt wurde. So überschritt der Gesamtumsatz im Landkreis zum ersten Mal die Eine-Milliarde-Euro-Grenze, außerdem schossen mehrere Werte stark in die Höhe. Wilk Mroß, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswertes, betonte: „Dass die Kurven so sind, zeigt, dass der freie Markt funktioniert. Nirgends kann man Marktwirtschaft, oder sagen wir ruhig Kapitalismus, besser sehen als am Grundstücksmarkt.“

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Wilk Mroß stellte den Grundstücksmarktbericht vor.

Wilk Mroß stellte den Grundstücksmarktbericht vor.

Insgesamt wurden 2021 auf dem Grundstücksmarkt in Potsdam-Mittelmark 1067,4 Millionen Euro umgesetzt – das fast 39 Prozent mehr als im Vorjahr, in dem Grundstücke im Wert von 768,8 Millionen Euro den Besitzer gewechselt hatten. Teurer wurden dabei die durchschnittlichen Preise in allen fünf Segmenten – Wohnbauland, Gewerbebauland, Ackerland, Grünland und Forstwirtschaftliche Flächen – und zwar sowohl im Berliner Umland als auch im weiteren Metropolenraum.

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Die meisten Grundstück-Verkäufe gab es in Werder

3372 Verträge sind im vergangenen Jahr in Potsdam-Mittelmark insgesamt abgeschlossen worden. „Das ist der Landkreis, wo mit Abstand am meisten verkauft wurde“, so Mroß. Die Stadt Potsdam etwa habe mit 1465 Verkäufen weniger als die Hälfte vorzuweisen.

Am meisten Grundstücksverkäufe gab es in Werder: Dort wurden 317 Verträge unterzeichnet, die meisten (129) über bebaute Flächen. Das ist fast ein Zehntel der Gesamtzahl. „Hier ist der Grundstücksmarkt am agilsten“, betonte Mroß. Auf Platz zwei liegt Teltow mit 259 Verkäufen, wobei dort die meisten Abschlüsse (133) für Wohnungen erfolgten. Platz drei belegte die Gemeinde Schwielowsee.

In Werder wurden die meisten Grundstücke verkauft.

In Werder wurden die meisten Grundstücke verkauft.

Im Metropolenraum sind im Amt Brück am meisten Grundstücke (296) verkauft worden, wobei dort das Interesse an unbebauten Flächen besonders groß war – mit 121 Verkäufen der Spitzenwert im gesamten Landkreis. In Beelitz wurden 269 Verträge abgeschlossen und in Kloster Lehnin 245. Am meisten Wohnungseigentum im weiteren Metropolenraum wechselte in Groß Kreutz den Besitzer, dort wurden 20 Verträge unterzeichnet.

Spitzenreiter Teltow: Grundstücke im Wert von 163,3 Millionen Euro verkauft

Der Umsatz hat sich seit 2015 fast verdoppelt, der Anstieg ist dabei vor allem im Metropolraum besonders stark. Dort ist der Bodenpreis im Vergleich zu 2010 fast fünfmal höher, im Berliner Umland dagegen etwas mehr als viermal. Der meiste Umsatz wurde 2021 dennoch weiterhin im Umland gemacht – 708,9 Millionen Euro gegen 358,8 Millionen Euro im Rest des Landkreises. Spitzenreiter ist dabei erneut die Stadt Teltow, wo Grundstücke im Wert von 163,3 Millionen Euro den Eigentümer gewechselt haben. Das entspricht fast 15 Prozent des Umsatzes und ein Plus von rund 20 Millionen Euro zum Vorjahr. 93,6 Millionen davon waren bebaute Flächen.

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Auf Platz zwei liegt Kleinmachnow mit 143 Millionen Euro, gefolgt von Michendorf, wo 116,7 Millionen Euro umgesetzt wurden. In beiden Gemeinden waren es ebenfalls überwiegend bebaute Grundstücke, die das Geld einbrachten. Der Vorjahreszweite Werder landete mit 112,8 Millionen Euro nun auf dem vierten Platz, gefolgt von Stahnsdorf, das 2019 noch das Ranking anführte, diesmal aber nur 76,3 Millionen Euro Umsatz vermelden kann.

Nicht nur in Teltow wurden Grundstücke teurer.

Nicht nur in Teltow wurden Grundstücke teurer.

Der übrige Landkreis schließt hier direkt an mit Beelitz, wo Grundstücke im Wert von 69 Millionen Euro verkauft wurden. Es folgen Aufsteiger Treuenbrietzen (56,9 Millionen, davon 22,9 Millionen Euro Umsatz mit land- und forstwirtschaftlichen Flächen) und Brück mit 55, 8 Millionen Euro Umsatz. Platz fünf belegt Kloster Lehnin mit Verkäufen in Höhe von 28 Millionen Euro, gefolgt von Groß Kreutz mit Umsätzen von 22,2 und Beetzsee mit 20,6 Millionen Euro. Schlusslicht ist Wusterwitz, dort sind auf dem Grundstücksmarkt lediglich 11,5 Millionen Euro umgesetzt worden.

Doch nicht nur der Geldumsatz, auch der Flächenumsatz hat sich verdoppelt, so Mroß. Grund sei der große Anteil der verkauften land- und forstwirtschaftlichen Flächen, der sich im Vergleich zu 2020 von 2086,3 auf 4281,5 Hektar verdoppelt hat.

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Verkauf bebauter Flächen in Potsdam-Mittelmark stark gestiegen

Auch der Verkauf der bebauten Flächen ist stark gestiegen – von 288,7 auf 690,6 Hektar. Hier hat sich auch die Verteilung der Verkäufe stark geändert, abgesehen von einer Ballung im Raum Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS) wurden – anders als in den Jahren zuvor – über den ganzen Landkreis Verträge abgeschlossen.

Die hohen Preise wurden jedoch weiterhin im Berliner Umland erzielt: Zwei Drittel der Grundstücke mit Haus haben hier mehr als 500.000 Euro gekostet – im weiteren Metropolenraum waren das nur 16 Prozent. „Das durchschnittliche freistehende Einfamilienhaus im Berliner Umland ab Baujahr 2011 kostet 960.000 Euro“, so Mroß. Unter 640.000 sei in dieser Kategorie gar nichts verkauft worden. Im weiteren Metropolenraum muss man für ein solches Haus im Schnitt immer noch 478.000 Euro auf den Tisch legen.

Reihenhäuser werden kleiner – und werden trotzdem gekauft.

Reihenhäuser werden kleiner – und werden trotzdem gekauft.

Am Beispiel der Reihenhäuser und Doppelhaushälften ist ein weiterer Trend erkennbar: Während sich die Fläche über die vergangenen Jahre kaum verändert hat, sind die Umsätze innerhalb des vergangenen Jahres von 39,2 auf 72,7 Millionen und die Anzahl der Verkäufe von 120 auf 180 gestieen. „Das heißt, die Grundstücke werden immer kleiner“, so Mroß. „Aber sie sind trotzdem alle verkauft, bevor sie bebaut sind.“

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Auch beim Wohnungseigentum sind die Quadratmeterpreise deutlich gestiegen. Besonders deutlich zu sehen in Kleinmachnow, wo man mittlerweile im Schnitt 5646 Euro pro Quadratmeter zahlt. Vor einem Jahr waren es noch 4089 Euro, vor zehn Jahren sogar nur 1700 Euro. In Teltow haben sich die Preise von 1380 Euro im Jahr 2012 auf 4168 Euro pro Quadratmeter 2021 entwickelt. „Aber auch in Kloster Lehnin wurde für 4000 Euro pro Quadratmeter was verkauft“, so Mroß.

Erstmals in den Grundstücksmarktbericht aufgenommen wurden Pflegeappartements in Pflegeeinrichtungen, konkret in Schwielowsee. Rund 6818 Euro kostete hier im Schnitt ein Quadratmeter, 19 Verträge wurden abgeschlossen. „Da funktioniert das Verkaufskonzept“, sagt Mroß. „Wer das Geld hat, kauft sich so ein Appartement. Das kann man ja auch weitervermieten.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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