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Radweg wird reine Fahrradstraße

Autos und Laster von der Straße verbannt

Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch (Wir Vier, M.) mit einem symbolischen Verkehrsschild.

Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch (Wir Vier, M.) mit einem symbolischen Verkehrsschild.

Sputendorf. Der neue Radweg von Sputendorf nach Struveshof (Teltow-Fläming) wird als reine Fahrradstraße ausgewiesen. Damit werden Autos und Lkws von der Fahrbahn verdammt. Darauf einigten sich die Gemeinde Stahnsdorf, zu der Sputendorf gehört, und der Landkreis Potsdam-Mittelmark als zuständige Verkehrsbehörde nach einem Gespräch am Mittwochvormittag im Stahnsdorfer Gemeindezentrum. Bislang fehlen Verkehrsschilder an dem Radweg, der Anfang Dezember des vergangenen Jahres ausschließlich für Radfahrer, Fußgänger, Skater und Inliner freigegeben wurde.

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Mit 100 Sachen über den Radweg

Wegen der noch fehlenden Beschilderung nutzten Auto- und Lastwagenfahrer die 3,50 Meter breite und 1,7 Kilometer lange Straße häufig als Schleichweg und fahren aufgrund des besonders feinporigen Asphalts Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h. Dies führte bereits mehrfach zu lebensgefährlichen Situationen für Fußgänger und Radfahrer, zu denen oft auch Kleinkinder gehörten.

Anlieger fahren langsam

Als Beispiel hatte der Sputendorfer Reinhold Krause der MAZ von einem Spaziergang mit seiner Enkelin Sarah berichtet, die er mit ihrem Laufrad schnell von der Straße ziehen musste, weil plötzlich ein SUV angerast kam. „Den Auto- und Lastwagenfahrern kann man nicht einmal einen Vorwurf machen. Woher sollen sie ohne Schilder wissen, dass sie auf einer Fahrradstraße fahren?“, sagt Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch (Wir Vier). Die Anlieger, die zum Modellflugplatz an der Straße wollten, würden den Charakter der Straße kennen und dementsprechend langsam fahren, fügt der Ortsvorsteher fairerweise hinzu.

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Bei einem Spaziergang auf dem Radweg hatte der Sputendorfer Reinhold Krause seine dreieinhalbjährige Enkelin Sarah mit ihrem Laufrad gerade noch so von der Straße ziehen können, als plötzlich ein SUV angerast kam.

Bei einem Spaziergang auf dem Radweg hatte der Sputendorfer Reinhold Krause seine dreieinhalbjährige Enkelin Sarah mit ihrem Laufrad gerade noch so von der Straße ziehen können, als plötzlich ein SUV angerast kam.

Nun sollen bis Ende März vier Verkehrszeichen mit den Hinweisen „Fahrradstraße“, „Sackgasse“, „Anlieger frei bis Modellflugplatz“ und „Keine Wendemöglichkeit“ aufgestellt werden. Außerdem kann die Gemeinde an der Grenze zu Teltow-Fläming versetzt Schranken aufbauen lassen, die allein von Radfahrern und Fußgängern passiert werden können, informierte Kupsch bei einer Bürgerversammlung am Mittwochnachmittag am Sputendorfer Beginn des Radweges.

Ortsvorsteher verliert zehn Euro

Die Sputendorfer hatten auf Landrat Wolfgang Blasig (SPD) gewartet, um ihm die gefährliche Situation vor Ort zu zeigen. Doch der Landrat kam nicht und Ortsvorsteher Kupsch verlor zehn Euro an einen Sputendorfer, weil er gewettet hatte, dass der Kreischef ihn nicht im Stich lassen würde. „Dann wäre er in meiner Achtung wieder gestiegen. So aber bin ich enttäuscht, dass er nicht einmal einen kompetenten Vertreter vorbeigeschickt hat“, erklärt Kupsch.

Laut Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark hatte die Gemeinde Stahnsdorf versäumt, den Radweg auch verkehrsrechtlich als solchen zu widmen und bei der Verkehrsbehörde eine entsprechende Widmungsverfügung zu beantragen. Daher gab es keine entsprechenden Verkehrsschilder.

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Sputendorfer wollten Radweg schon selbst sperren

Der Radweg hatte im Stahnsdorfer Bürgerhaushalt 2015 mit mehr als 350 Stimmen den dritten Platz erreicht.

Die Baukosten für den Rad- und Wirtschaftsweg betrugen am Schluss insgesamt 360 000 Euro.

Die Planungenfür den Ausbau des alten Landwirtschaftsweges hatten fast drei Jahre gedauert. Die Firma Eurovia legte den Radweg in etwa zehn Wochen an.

Die Sputendorfer wollten den Radweg schon selbst mit Baumstämmen und Findlingen sperren.

In einer Sondersitzung hatten Stahnsdorfs Gemeindevertreter am Montag einen Eilbeschluss gefasst, der die Gemeindeverwaltung nunmehr ermächtigt, die entsprechende Widmung des Radweges in die Wege zu leiten. Das war bisher nicht geschehen. Der Kreis zeigt sich in dieser Frage kooperativ.

Gemeinde hielt Widmung für überflüssig

Für den einfachen Ausbau des vorhandenen Wirtschaftsweges an sich und die bessere Nutzbarkeit für Radfahrer habe es nach Auffassung der Gemeindeverwaltung keiner Widmung bedurft. Außerdem sei sie von anderen Verkehrsströmungen auf dieser Straße ausgegangen, beantwortete Gemeindesprecher Stephan Reitzig die MAZ-Frage nach den Verursachern der verzögerten Beschilderung. Angesichts der jetzt entstandenen Situation habe sich die Verwaltung letztendlich doch dazu entschlossen, die Widmung des Radweges zu beantragen, räumt Reitzig ein.

Von Heinz Helwig

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