Unbekannte besprühen Gemeindezentrum

Schmierereien gegen die Wildschweinjagd mit Pfeil und Bogen

Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag die Vorderfront des Gemeindezentrums in Stahnsdorf mit Sprüchen gegen die beabsichtigte Bogenjagd beschmiert.

Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag die Vorderfront des Gemeindezentrums in Stahnsdorf mit Sprüchen gegen die beabsichtigte Bogenjagd beschmiert.

Stahnsdorf. Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag die Vorderfront des Gemeindezentrums Stahnsdorf mit Graffiti beschmiert. Die Sprüche richten sich gegen die geplante Bogenjagd auf Wildschweine, die die Gemeinde beim brandenburgischen Agrar- und Umweltministerium beantragt hat. In roter Farbe hatten die Schmierer "Bernd Albers Pfeil und Bogen sind verlogen", "Tierquälerei ist ne Sauerei" und "Schweine an die Macht" an die Wand geschrieben. Die Fassade wurde bis zum Donnerstagmittag an der betreffenden Stelle bereits mit neuer Farbe überstrichen worden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf hat die Schmierereien an der Vorderfront des Gemeindezentrums umgehend mit neuer Farbe überstreichen lassen

Die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf hat die Schmierereien an der Vorderfront des Gemeindezentrums umgehend mit neuer Farbe überstreichen lassen.

Nach Informationen aus der Gemeindeverwaltung sollen etwa zeitgleich auch Gebäude des Agrar- und Umweltministeriums in Potsdam mit ähnlichen Parolen beschmiert worden sein. Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade konnte dies auf MAZ-Nachfrage nicht bestätigen. „Wir haben allerdings in jüngster Zeit einige unqualifizierte militante E-Mails meist von Privatpersonen erhalten, die ohne eine Kenntnis der konkreten Situation in ihren Texten ihren Frust gegen die Jagd auf die Wildschweine abgelassen haben“, sagt Schade. Ihn ärgert, dass die Absender sich nicht richtig informieren und dem Inhalt ihrer Mails und der Denkweise nach nicht einmal aus der Region stammen.

Bogenjagd ist kein „Kick“

Jagdpächter Peter Hemmerden befindet sich nach diesem Vorfall in einem Wechselbad der Gefühle: „Wenn das jetzt solche Ausmaße annimmt, muss man sehen, wie man damit umgeht. Ich möchte natürlich meine Familie und mich nicht gefährden und werde prüfen, welche Risiken einzugehen ich bereit bin. Andererseits möchte ich mich natürlich nicht von irgendwelchen Idioten von etwas abhalten lassen, wovon ich überzeugt bin.“ Denn die Wildschweinjagd – auch mit Pfeil und Bogen – habe überhaupt nichts mit einem „Kick“ zu tun, wie ihm schon vorgeworfen wurde. „Wir machen das ja nicht zum Spaß.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In Ruhe auswerten und entscheiden

Auch wenn er bisher noch nicht wegen der Bogenjagd speziell, sondern nur als Jäger und Jagdpächter im Allgemeinen beschimpft wurde, so fürchtet Hemmerden, dass ihn Fanatiker beim Jagen mit Pfeil und Bogen auflauern und behindern könnten. „Wir müssen das alles nun in Ruhe auswerten und entscheiden, wie wir uns aufstellen“, sagt er.

Von Konstanze Kobel-Höller und Heinz Helwig

Mehr aus Stahnsdorf

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen