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Medewitzerhütten

Tierheim „Hoher Fläming“ schließt zum Jahresende

Mario und Kristina Lindenborn haben für die Bewohner des Tierheims bereits Ausweichquartiere gefunden.

Mario und Kristina Lindenborn haben für die Bewohner des Tierheims bereits Ausweichquartiere gefunden.

Medewitzerhütten. Mario Lindenborn macht Schluss. Zum 31. Dezember schließt er sein Tierheim „Hoher Fläming“ in Medewitzerhütten. Die Verträge mit 13 Kommunen und dem Veterinäramt von Potsdam-Mittelmark hat der Unternehmer bereits gekündigt.

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„Die Fundtierzahlen sind seit drei Jahren massiv eingebrochen“, erklärt der 48-Jährige. „Es ist alles nicht so einfach gewesen.“ Die Annahme, dass es insgesamt weniger Fundtiere zwischen Bad Belzig, Ziesar und Beelitz, Werder und der Gemeinde Nuthetal gibt, ist nach Lindenborns Einschätzung jedoch falsch. „Die Fundtierzahlen als solche sind nicht gesunken. Die Tiere kommen nur nicht bei mir an.“ Lindenborn macht billigere Konkurrenz für die Entscheidung zur Aufgabe des Tierheims verantwortlich.

Hohe Ausgaben, wenig Einnahmen

„Tierschutzvereine in Gründung schießen aus dem Boden“, sagt Lindenborn. 2015 habe er beispielsweise zum letzten Mal Fundtiere aus dem Amt Niemegk übernommen. Plätze muss der Unternehmer vertragsgemäß dennoch freihalten. In dieser Folge ist das Tierheim nicht ausgelastet.

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Rund 8000 Euro fallen nach Lindenborns Aussage monatlich für die beiden Angestellten, das Fahrzeug, die Miete, Futter- und Tierarztkosten an. Diesen Ausgaben stünden in manchen Monaten nicht einmal 1000 Euro an Einnahmen gegenüber – ein Verlustgeschäft.

Tierschutzvereine sind günstiger

„Ich bin kein Typ, der jammert – aber ich musste die Reißleine ziehen. So konnte es nicht weitergehen“, sagt der Tierfreund und versucht, das Dilemma zu erklären. Wohl hat Lindenborn mit Kommunen und Ämtern so genannte Fundtier-Betreuungsverträge abgeschlossen. Doch fehlt nach seiner Aussage in diesen ein entscheidendes Wort.

„Sie haben sich nicht verpflichtet jedes Fundtier in meine Obhut zu geben“, sagt er. Das fehlende Wort „jedes“ wurde seiner Meinung nach zu einem Schlupfloch, um Kosten zu sparen. „Tierschutzvereine sind wohl billiger“, bemerkt er zerknirscht. „Das Tierheim reißt die ganze Firma mit runter und musste daher aufgegeben werden.“

Hoffnung auf Nachmieter

Neben dem Tierheim betreibt der 48-Jährige ein Zentrum für Herdenschutzhunde – er züchtet Pyrenäenberghunde – und ist Chef einer Sicherheitsfirma. Mario Lindenborn hofft, einen Nachmieter für das Tierheim auf nahezu 4000 Quadratmetern Land bei Medewitzerhütten zu finden.

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Die Zwinger und Zäune könnten dann stehen bleiben. Findet sich niemand, muss der Unternehmer die baulichen Anlagen, in die er nach eigener Aussage nahezu 150.000 Euro investiert hat, abreißen. „Ich würde auch als Berater zur Verfügung stehen“, bietet er potenziellen Nachmietern an.

Mann für schwierige Fälle

Leicht ist dem Tierfreund die Entscheidung nicht gefallen. Denn Tiere hätten es ihm schon immer angetan. Ab 1996 betrieb Lindenborn eine eigene Hundeschule mit Tierpension. Von 1991 bis 2000 war er Ausbilder für Diensthunde der Polizei, dem Zoll und von Grenzbeamten. Heute gilt er als Mann für alle schwierigen Fälle. Lindenborn wird beispielsweise gerufen, wenn verwahrloste Tiere ihren Haltern abgenommen werden.

Einer der beiden Mitarbeiterinnen, die im Tierheim angestellt sind, werde er zum Jahresende kündigen. Die andere wird ab Januar in seinem Herdenschutzzentrum bei Reetzerhütten mitarbeiten. Für die im Tierheim lebenden Vierbeiner sei andernorts ein Asyl gefunden.

Von Christiane Sommer

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