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Mittelmark

Erster Feuerwehrchef mit Vollzeitjob

Jens Heinze aus Treuenbrietzen ist jetzt der erste hauptamtliche Kreisbrandmeister Potsdam-Mittelmarks.

Jens Heinze aus Treuenbrietzen ist jetzt der erste hauptamtliche Kreisbrandmeister Potsdam-Mittelmarks.

Treuenbrietzen. Den Job als Feuerwehrmann kennt er schon von Kindheitstagen an. Jetzt ist Jens Heinze der erste hauptamtliche Kreisbrandmeister Potsdam-Mittelmarks. Der 43-jährige Treuenbrietzener trat in die Fußstapfen von Herbert Baier. Dieser hatte die Funktion seit 2002 ehrenamtlich neben seinem Beruf als Bereichsleiter für Brand- und Katastrophenschutz in der Kreisverwaltung ausgeübt. Im März ist der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Feste Stelle war überfällig

Die politische Entscheidung für die erstmals hauptamtliche Stelle zur Koordinierung des Brandschutzes im Landkreis hält Jens Heinze „für den Schritt in die richtige Richtung, der schon viel früher hätte gegangen werden müssen“. Allein im Ehrenamt seien die immer weiter wachsenden Aufgaben nicht mehr zu bewältigen, sagt der zum Monatsbeginn offiziell in der Funktion bestätigte Kreisbrandmeister. Er ist nun oberster Feuerwehrchef für derzeit rund 3400 aktive Brandschützer in 163 Ortswehren des Kreises.

Jens Heinze kam als Kind in der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschützer“ zur Feuerwehr. Seit 1990 gehörte er der Einsatzabteilung an und war mit seiner Qualifizierung als Verbandsführer in der Heimatstadt bis zum vorigen Jahr Stadtbrandmeister.

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Von der Stadt- in die Kreisverwaltung

Im Landkreis war der verheiratete Vater einer elfjährigen Tochter und Hobbyjäger bereits 13 Jahre lang Stellvertreter seines Vorgängers. „Es war eine konstruktive Zusammenarbeit, deren Inhalte ich auch weiterhin so tragen möchte“, sagt der gebürtige Treuenbrietzener, der zuletzt dort in der Stadtverwaltung im Bürgeramt tätig war.

Kreisbrandmeister Jens Heinze, hier mit Fachbereichsleiterin Debra Reußner, will am FTZ in Beelitz-Heilstätten die Ausbildung verbessern

Kreisbrandmeister Jens Heinze, hier mit Fachbereichsleiterin Debra Reußner, will am FTZ in Beelitz-Heilstätten die Ausbildung verbessern.

Im Kreis sieht Heinze Bedarf bei der Verbesserung der Ausstattung der Feuerwehren. Doch könne der Kreis den Ämtern und Städten als eigentliche Träger des Brandschutzes nicht direkt finanziell unterstützen, „aber dabei helfen, gemeinsam mit dem Land nach Fördermöglichkeiten zu suchen“. Am Herzen liege Heinze zudem die Verbesserung der Grundausbildung für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute an der Kreisfeuerwehrschule in Beelitz-Heilstätten. „Statt sechs einzelnen Sonnabenden sollte es künftig möglichst eine modulare Ausbildung in einem Block geben“, sagt der Feuerwehrchef.

Neue Räume müssen her

Am Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) in Beelitz-Heilstätte sieht der Kreisbrandmeister zudem dringenden Bedarf für zusätzliche Schulungsräume und Fahrzeughallen. Rund 2000 Leute pro Jahr absolvieren dort eine Ausbildung. „Mir schwebt vor, auch neue Kurse in Taktik anzubieten, um die ehrenamtlichen Kräfte zum Beispiel besser auf Anforderungen bei Großeinsätzen zu Waldbränden oder auf das Löschen in Gebäuden vorzubereiten. „Allein aus der Praxis, die solche besonderen Einsätze nicht für jeden Kameraden so oft mit sich bringt, können die Leute das nicht lernen“, sagt der oberste Feuerwehrmann Potsdam-Mittelmarks.

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Allgemein werben will Heinze zudem verstärkt für die bessere Anerkennung des Ehrenamtes in der Feuerwehr. Vor allem auch bei Arbeitgebern, um den wachsenden Problemen bei der Einsatzbereitschaft – vor allem an Arbeitstagen – zu begegnen.

Probleme der Einsatzbereitschaft wachsen

Insgesamt sieht Heinze die Feuerwehren des Kreises „allgemein ganz gut aufgestellt, was die Einsatzfähigkeit angeht“. Doch wachsen die Probleme durch den Mitgliederschwund in den Ortswehren. „Einige sind da schon an der Schmerzgrenze und die Situation verschlechtert sich“, sagt Jens Heinze.

Er plädiert daher dafür, „mindestens in den Stützpunktwehren verstärkt auch hauptamtliche Feuerwehrleute für Leitungsfunktion einzusetzen“. Allerdings sieht auch der Kreisbrandmeister das Finanzproblem dabei. „Viele Kommunen können sich solche festen Posten einfach nicht leisten“, sagt Jens Heinze.

Von Thomas Wachs

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