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Verfahren eingeleitet

Nach Unglück mit Heißluftballon: Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung

Bei einem Unfall mit einem Heißluftballon ist ein wartender Fahrgast in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) ums Leben gekommen. Der Heißluftballon stürzte nicht ab, sondern geriet auf dem Ballonlandeplatz noch vor dem Start außer Kontrolle.

Bei einem Unfall mit einem Heißluftballon ist ein wartender Fahrgast in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) ums Leben gekommen. Der Heißluftballon stürzte nicht ab, sondern geriet auf dem Ballonlandeplatz noch vor dem Start außer Kontrolle.

Beelitz. Bei einem tragischen Unfall mit einem Heißluftballon ist am Montagabend in Beelitz ein Mann ums Leben gekommen. Wie die Polizei bestätigte, stand der 69-Jährige mit anderen Personen am Ballonstartplatz im Bereich der Treuenbrietzener Straße und wartete, als kurz vor dem Start der Heißluftballon am Boden außer Kontrolle geriet.

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Fahrzeuggespann traf wartenden Fahrgast

Der Ballon war an einem Fahrzeug mit Anhänger festgemacht gewesen und wurde gerade für eine Fahrt vorbereitet. Vermutlich hat eine Windböe ihn samt Fahrzeug und Anhänger mitgerissen. Der 69-Jährige, der als Fahrgast wartete, wurde von dem umherschleudernden Fahrzeuggespann getroffen und tödlich verletzt.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Auf dem Startplatz standen etwa ein Dutzend Menschen, darunter neben Fahrgästen auch Angehörige und Freunde, sagte Polizeisprecher Oliver Bergholz der MAZ.

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Vermutlich eine Windböe hat den Ballon samt einen Fahrzeug mit Anhänger mitgerissen.

Vermutlich eine Windböe hat den Ballon samt einen Fahrzeug mit Anhänger mitgerissen.

Die Polizei hat gegen Verantwortliche vor Ort ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Die Polizei ermittelt generell bei unnatürlichen Todesursachen, so der Polizeisprecher. Dazu gehöre ein Todesermittlungsverfahren. „Wenn im Raum steht, dass möglicherweise fahrlässig gehandelt wurde, werden auch dazu Ermittlungen eingeleitet“, sagte Bergholz.

Ballon war an VW-Transporter befestigt

Dem Vernehmen nach soll es sich bei dem Fahrzeug, an dem der Ballon festgemacht war, nicht um einen kleinen, leichten Pkw, sondern um einen VW-Transporter gehandelt haben.

Die Feuerwehr leuchtete den Unglücksort aus.

Die Feuerwehr leuchtete den Unglücksort aus.

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Nach Angaben eines Experten soll es ein übliches Verfahren sein, den Ballon während der Befüllung vor dem Start an einem Fahrzeug festzumachen. „Wichtig ist die Befestigung vorne am Fahrzeug und nicht etwa an dem leichteren Anhänger, auf dem der Ballon zum Startpunkt gefahren wird“, sagte der Luftfahrt-Sachverständige Robert Meyknecht, der auch Geschäftsführer des Ballon-Herstellers „geo - Die Luftwerker“ ist.

Experte: Ballon-Befestigung an Fahrzeug ist üblich

Wartende Fahrgäste sollen zudem nicht zu nah am Korb stehen, der von Windböen erfasst werden und herumgeschleudert werden könnte. Die Befestigung an einem stehenden Fahrzeug sei aber ein sehr sicheres und das übliche Verfahren, erklärte Meyknecht.

Tödlicher Unfall mit Heißluftballon in Brandenburg: Wartender Fahrgast erschlagen

Bei einem Unfall mit einem Heißluftballon ist ein wartender Fahrgast in Brandenburg ums Leben gekommen. Der Ballon geriet vor dem Start außer Kontrolle.

Der betroffene Ballonfahrt-Anbieter war am Dienstag nicht erreichbar. Per telefonischer Bandansage wurde lediglich darüber informiert, dass vereinbarte Ballonfahrten „auf Grund von internen Ereignissen“ abgesagt seien.

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Nach dem Unglück waren auch Sachverständige der Dekra vor Ort, um die Umstände des Unfalls zu untersuchen.

Notfallseelsorger betreuten Angehörige

Ein Team der Notfallseelsorge des Landkreises Potsdam-Mittelmark betreute Angehörige, Freunde und Augenzeugen des tragischen Unglücks. Auch der 59-Jährige Fahrer des Heißluftballons, der sich während des Unfalls im Korb des Ballons befand, wurde seelsorgerisch betreut. „Wir sind zunächst zu zweit hingefahren und haben dann gemerkt, dass noch eine dritte Seelsorgerin gebraucht wird“, sagte Notfallseelsorgerin Cornelia Jung.

Unfassbare Situation für Betroffene

Sie sprach von einer unfassbaren Situation für die Betroffenen. Alle vor Ort, auch Ersthelfer und Seelsorger habe die Frage bewegt: Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? An dem Abend und in der Nacht sei vieles noch unklar gewesen.

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„Ich bin jetzt für Sie da“

Wie können Seelsorger in solchen tragischen Fällen helfen? Über konkrete Inhalte von Gesprächen äußere sie sich nicht, diese unterliegen der Verschwiegenheitspflicht, sagte Cornelia Jung. Nur so viel: „Wir beginnen als Notfallseelsorger einen Einsatz immer mit einer persönlichen Vorstellung: Mein Name ist Cornelia Jung, ich bin jetzt für Sie da und das solange Sie wollen und solange Sie mich brauchen.“ Es gehe in diesen Ausnahmesituationen darum, den Menschen einfach zur Seite zu stehen, ihnen zuzuhören, die Hand zu nehmen oder jemanden auch in den Arm zu nehmen. Dazu gehören auch kleine Gesten wie das Reichen eines Taschentuches.

Betroffenen gesicherte Informationen geben

„Wir haben den Anspruch, Stunden nach so einem Verlust für Menschen da zu sein. Wir wollen in der Situation versuchen, Halt zu geben“, sagte sie. „Es kann auch sein, dass man mit Jemanden eine Stunde lang schweigt. Mancher fängt erst dann an zu sprechen, weil er es vorher nicht konnte.“ Wichtig sei auch, Betroffenen gesicherte Informationen zu geben, die Notfallseelsorger von der Polizei bekommen.

Bürgermeister spricht Beileid aus

Der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth sagte am Dienstag: „Die Heißluftballone über Beelitz gehören seit vielen Jahren zum Stadtbild und erfreuen die Beelitzer und Touristen gleichermaßen, umso tragischer ist der gestrige Unfall mit tödlichem Ausgang, der uns alle sehr betroffen macht. Im Namen der gesamten Stadtverwaltung spreche ich den Angehörigen des Verstorbenen unser aufrichtiges und tiefempfundenes Beileid aus. Es ist furchtbar vor allem für die lieben Hinterbliebenen, dass jemand so plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wurde.“

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