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Werbig

Waldbesitzer sprechen über Sturmschäden

Zu dem zweitägigen Seminar hat auch eine Exkursion in die Wälder der Umgebung gehört.

Zu dem zweitägigen Seminar hat auch eine Exkursion in die Wälder der Umgebung gehört.

Werbig. „Xavier“, „Herwart“ und „Friederike“ haben ganze Arbeit geleistet. Die drei Sturmtiefs, die seit Oktober des vergangenen Jahres über Deutschland hinweggefegt sind, haben auch in den Wäldern des Hohen Flämings eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Schäden treffen Landes- und Kommunalwald ebenso wie Privatbesitz.

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Allein „Friederike“ hat laut einer Mitteilung des Umweltministeriums etwa 290 000 Festmeter Holz umgeworfen – und die Schäden ihrer Vorgänger waren zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht beseitigt. In der Summe belaufe sich die Menge des Sturmholzes auf 1,4 Millionen Festmeter, heißt es weiter.

Vor allem Eichen und Buchen beschädigt

„Die Herbst- und Winterstürme haben den märkischen Wäldern stärker zugesetzt, als zunächst angenommen“, schätzt Enno Rosenthal, Vorsitzender des Waldbauernverbandes Brandenburg, ein. „Es wurden vornehmlich Eichen- und Buchenbestände, aber auch viele Nadelbäume in Mitleidenschaft gezogen. Eine Besonderheit dieser Saison: Die ungleichmäßige Verteilung der Schadhölzer auf der gesamten Waldfläche und der hohe Anteil an alten Laubbäumen.“

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Die Verwertung war neben den Windwurf- und -bruchschäden zentrales Thema eines zweitägigen Seminars der Waldbauernschule Brandenburg (WBS), das am Wochenende in der Werbiger Gaststätte „Zur Erholung“ stattgefunden hat. 14 Kleinprivatwaldbesitzer sind der Einladung gefolgt.

Waldbauernschule seit 2008

Der Waldbauernverband Brandenburg hat sich 2002 gegründet.

Er richtet sich insbesondere an Kleinprivatwaldbesitzer und Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse.

Seine wichtigsten Anliegen sind Information und Schulung der Waldbesitzer.

2008 hat sich zudem der Förderverein Waldbauernschule Brandenburg gegründet – als ein Zusammenschluss von 20 Forstsachverständigen, Forstwirten, Juristen sowie Steuerrechtsexperten.

Vorrangiges Angebot der Waldbauernschule sind zweitägige Schulungen, die jeweils im Frühjahr und im Herbst durchgeführt werden.

Zu den Schwerpunkten zählen vor allem forstliche Themen, aber auch Naturschutz oder Betriebswirtschaft.

„Ich kann von mir sagen, dass es mich ziemlich heftig getroffen hat“, berichtet auch Martin Schmitt, Stadtförster von Beelitz und Referent der WBS. „Und der Sturm hat mich emotional wach gerüttelt mal wieder zu schauen, was ich in der Vergangenheit gut und was schlecht gemacht habe.“ Aber Schmitt hat auch eine gute Nachricht für die Anwesenden. „Die Industrie ist holzhungrig, die Bauwirtschaft funktioniert. Ein überwiegender Teil des Holzes kann also verwertet werden und der tatsächliche Schaden bleibt dadurch gering“, erläutert der 43-Jährige. Besonders hoch seien die Preise derzeit für Eichenstammholz.

Um das Holz verkaufen zu können, muss es aber erstmal raus aus dem Wald. Schmitt und seine Zuhörer sind daher auch auf den Zustand der Waldwege zu sprechen gekommen. „Das ist teilweise eine Oberkatastrophe“, sagen einige der Privatwaldbesitzer. „Jetzt bei dem Frost muss man aufpassen, dass man sich den Auspuff nicht abreißt.“ Schmitt plädiert dafür, dem Thema Waldwegebau mehr Aufmerksamkeit zu widmen. „Die Wege müssen ganzjährig befahrbar sein. Sonst könnte die Industrie auch sagen: Wir können das Holz nicht abfahren, also bezahlen wir es nicht“, mahnt der gelernte Bankkaufmann.

Er weist außerdem auf ein weiteres Problem hin: Nur wenn die Waldwege befahrbar sind, gelangt die Feuerwehr im Fall eines Brandes schnell zum Einsatzort. Sonst könne ein Feuer auch mal schnell den kompletten Bestand vernichten. Schmitt appelliert daher an die Waldbesitzer, neben Flächen auch Wege zu kaufen und diese auszubauen – finanzielle Förderungen dafür seien möglich.

Von Josephine Mühln

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