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Werder/Berlin

Baumblütenfest: Veranstalter meldet sich und kritisiert die Stadt Werder

Das Baumblütenfest in Werder findet zwei Jahre lang nicht statt.

Das Baumblütenfest in Werder findet zwei Jahre lang nicht statt.

Berlin/Werder. Der frühere Veranstalter des Werderaner Baumblütenfestes, die Berliner Wohlthat Entertainment GmbH, reagiert nach wochenlangem Schweigen nun auf die Diskussion über die Absage des größten ostdeutschen Volksfestes. Sie verteidigt ihren Rückzug von der Veranstaltung und kritisiert die Stadtverwaltung heftig. Diese betont jedoch, beim Abbruch der Fest-Vergabe korrekt vorgegangen zu sein, und beruft sich dabei auf die rechtliche Einschätzung der Anwaltskanzlei Dombert.

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Veranstalter hat Ausschreibung „vollumfänglich bedient“

Die jüngst veröffentlichten Darstellungen, die vor allem auf Aussagen der Stadt basierten, würden "ein sehr einseitiges und teils realitätsfernes Bild der Umstände zeichnen, die zum Abbruch der Verhandlungen im Rahmen der Ausschreibung zur Neukonzeption des Baumblütenfestes geführt haben", so das Unternehmen und weiter: "Es waren weder inhaltliche oder konzeptionelle Sachverhalte noch Versicherungssummen, die selbstverständlich vollumfänglich ausschreibungsgemäß bedient wurden, Grund für das Scheitern der Verhandlungen zur Umsetzung des Baumblütenfestes." Nach eigener Darstellung habe Wohlthat Entertainment "sich strikt an die inhaltlichen, klar und unmissverständlich in den Ausschreibungsunterlagen formulierten Vorgaben der Stadt gehalten".

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Laut Wohlthat waren es „Fragen nach der Risikoverteilung zwischen Stadt und Wohlthat Entertainment und den Rollen der Vertragspartner als Veranstalter und ausführende Agentur, in denen keine Einigung erzielt werden konnte“. Offenbar hat die Ausschreibung eine Umkehr der Rollen von Stadt und Veranstalter vorgesehen. „Der Betreiber des Baumblütenfestes sollte in Zukunft in der Rolle als Veranstalter das alleinige wirtschaftliche Risiko tragen sowie die damit verbundenen hoheitlichen Aufgaben übernehmen, die in der Regel nur eine öffentliche Verwaltung verantworten kann“, so Wohlthat Entertainment. Bereits in der ersten Verhandlungsrunde habe man der Stadt deutlich gemacht, dass dies „zu einer Vertiefung der Verhandlungen in Detailfragen einer Klärung bedurfte“.

Es ging „zu keiner Zeit“ um Finanzfragen

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Die Position der Stadt wird vom Gutachten der Potsdamer Verwaltungsrechtskanzlei Dombert gestärkt. Demnach wurde das Vergabeverfahren für die Baumblüte von 2020 bis 2022 mit Verlängerungsoption beendet und Wohlthat eine Absage erteilt, weil „wesentliche Zielvorstellungen und Vorgaben aus den Vergabeunterlagen nicht erfüllt waren“, heißt es in dem Papier, das der MAZ vorliegt.

Rechtsgutachten: Bei einer Einigung wäre die Vergabe nicht rechtmäßig gewesen

Bestätigt wird darin, dass die „Risiko- und Kostenverteilung“ zwischen Stadt und Wohlthat einen wesentlichen Ausschlag für den Abbruch der Verhandlungen gab. Auch die Haftung des Veranstalters sowie Veränderungen am Festgelände unter Sicherheitsaspekten waren offenbar strittig. Wäre die Stadt auf das Wohlthat-Angebot eingegangen, so die Einschätzung der Anwälte, wäre das gesamte Vergabeverfahren rechtswidrig gewesen, weil man zu sehr von der Ausschreibung abgewichen wäre. Dabei berufen sich die Anwälte auf Gerichtsentscheidungen in anderen Fällen.

Veranstalter sind „menschlich enttäuscht“

Ein eigenes Rechtsgutachten legt Wohlthat nicht vor. Doch sei man „menschlich enttäuscht“ vom Vertragspartner. „Das Baumblütenfest ist größer als einzelne Personen oder Momentaufnahmen politischer Befindlichkeiten“, heißt es, „es ist eine Traditionsveranstaltung mit 140-jähriger Geschichte und ein wesentlicher Bestandteil der Identität einer ganzen Region.“ Der Veranstalter habe sich nach eigenem Bekunden immer für eine „familienfreundliche Atmosphäre und ein positives Image“ eingesetzt.

Trotzdem will Wohlthat Entertainment „auch in Zukunft gesprächsbereit bleiben“. Das Unternehmen schließt nicht aus, das Fest erneut zu organisieren.

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Von Alexander Engels

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