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Gelbe Tonne in Mittelmark

Potsdam-Mittelmark: MAZ-Leser wollen Gelbe Säcke nicht zurück

Falsch: Verpackungsmüll darf in Mittelmark nicht in blickdichten Plastiktüten entsorgt werden.

Falsch: Verpackungsmüll darf in Mittelmark nicht in blickdichten Plastiktüten entsorgt werden.

Mittelmark. Das Thema Gelbe Tonne beschäftigt die Menschen in Potsdam-Mittelmark weiter. Nachdem der Entsorger Remondis Tonnen im gesamten Landkreis zunächst nicht abgeholt hat, weil sich gefüllte Plastiktüten darin befanden, berichteten Leser von nicht abgeholten Säcken in Kleingarten- und Bungalowanlagen sowie bislang nicht erfolgten Lieferungen der Tonnen. Die MAZ hat dies zum Anlass genommen, eine kurze Umfrage zu dem Thema auf MAZ-online zu starten. Mehr als 1000 Nutzer – konkret 1098 – haben sich daran beteiligt.

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Die nicht repräsentative Umfrage bestand aus den folgenden drei Fragen: Seit Jahresbeginn gibt es die Gelbe Tonne in Potsdam-Mittelmark: Wie klappt es mit der Abholung bei Ihnen? In die Gelbe Tonne gehören Wertstoffe: Wissen Sie genau, was dort hinein darf und was nicht? Und wünschen Sie sich den Gelben Sack zurück? Alle Teilnehmer hatten bei jeder Frage vier Antwortmöglichkeiten zur Auswahl.

Eindeutig fällt das Urteil auf die Frage aus, ob sich die freiwillig Teilnehmenden den Gelben Sack zurückwünschen. 57 Prozent und damit die klare Mehrheit der Antwortenden sagen„Auf gar keinen Fall, die Säcke rissen auf und der Wind wehte den Müll umher“. 25 Prozent ist dies hingegen egal. Beide Systeme hätten ihre Vor- und Nachteile. Insgesamt 18 Prozent wünschen sich allerdings den Sack zurück. Fünf Prozent davon beklagen, dass die Tonne im Garten zu viel Platz wegnimmt. 13 Prozent sagen, dass das Abholen der Tonnen insgesamt nicht gut funktioniert.

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Auf die Frage, ob bekannt ist, welche Materialien in die Abfallbehälter für Verpackungsmüll eingeworfen werden dürfen, antworten 53 Prozent, dass sie sich „wirklich bemühen, den Müll korrekt zu trennen, weil dies wichtig ist.““Na sicher, dass ist doch Allgemeinwissen und man kann sich leicht informieren“, meinen 35 Prozent der Teilnehmenden. Dass es schwierig ist, den Müll richtig zu trennen sowie dass ihnen aus diesem Grund die Motivation zum Trennen fehlt, geben neun Prozent an. Drei Prozent der Befragten ist das Thema egal. Sie beantworten die Frage mit „Keine Ahnung“.

Einen bisher reibungslosen Ablauf des Abholvorgangs der Tonnen, völlig ohne Probleme, wird dem Entsorger Remondis von 60 Prozent der Umfrageteilnehmer bescheinigt. 19 Prozent beklagen, dass ihre Gelbe Tonne seit dem Start im Januar dieses Jahres ein- oder zweimal nicht entleert wurde. Dass die Abfuhr des Verpackungsmülls eine Zumutung ist und deutlich schlechter als beim Gelben Sack funktioniert, ist von 18 Prozent der Antwortenden angegeben worden. Drei Prozenten sagen, dass das Entsorgen des Verpackungsmülls schlecht funktioniert, weil ihr Abfall in dreieinhalb Monaten bereits dreimal oder sogar häufiger – bei einem in der Regel 14-tägigen Abholrhythmus – von Remondis nicht entsorgt wurde.

Weiter Gelbe Säcke in Kleingartenanlagen

Über ungefähr 70 nicht abgeholte Säcke vor den Kleingarten- und Bungalowanlagen in der Alpenstraße im Werderaner Ortsteil Glindow beschwerte sich zudem MAZ-Leser Heinz Franke. Obwohl der Verpackungsmüll von Bewohnern solcher sogenannten zeitweilig genutzten Grundstücke weiterhin in Säcken abgeholt wird, ließen die Müllwerker diese Ende März einfach stehen. Bewohner von Wochenendgrundstücken erhalten generell Wertcoupons, um sich die gelben Tüten bei einem der Wertstoffhöfe im Landkreis zu beschaffen. „Für einen Coupon gibt es zwei Rollen mit jeweils 13 Säcken“, erläutert Franke. Inzwischen sei der gesamte Müll jedoch ordnungsgemäß abgeholt, berichtet er hocherfreut weiter.

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Ärger aufgrund nicht erhaltener Gelber Tonnen hatte ebenso Peter Klassen, der Eigentümer von Klassens’ Eiscafé in Kleinmachnow. Nachdem er drei Monate lang versucht hatte, telefonisch mit Remondis in Kontakt zu treten, habe er gedroht, die Säcke direkt auf dem Grundstück des Entsorgers abzuladen. Kurz darauf lieferte ihm Remondis einen 1.100 Liter fassenden Rollcontainer für den gewerblichen Abfall sowie eine 240 Liter fassende Tonne für den Privatmüll. „Jetzt ist alles Tutti“, sagt Klassen.

Chronik des Ärgers um nicht abgeholte Tonnen

Ende März hat das mit dem Abholen des Verpackungsmülls in Potsdam-Mittelmark beauftragte Unternehmen Remondis Gelbe Tonnen im gesamten Landkreis, insbesondere in Werder (Havel), nicht entleert. Grund: Die Betroffenen hätten gegen die Sortierregel verstoßen, dass die Verpackungen lose und damit nicht in Plastiktüten oder Gelben Säcken aus Restbeständen verpackt in die Abfallbehälter geworfen werden müssen.

Anfang April hagelte es Kritik an den plötzlich verhängten Regeln. Verantwortliche der Stadtversorgung Potsdam, die den Müll in der Landeshauptstadt abholen und entsorgen, hielten die Nachricht über die offenbar ausschließlich in Potsdam-Mittelmark geltenden Abfallrichtlinien gar für einen Aprilscherz.

Kurz darauf musste Remondis zurückrudern und die Sortierregeln zurücknehmen. Der Entsorger stellte klar: Durchsichtige Tüten und alte Gelbe Säcke dürfen in die Gelbe Tonne.

Mehr Ärger mit Gelben Tonnen

Die Gelbe Tonne Plus nach ostthüringschem Vorbild einzuführen, wünscht sich MAZ-Leser Jürgen Dallorso aus Schwielowsee. In einer solchen Tonne dürfen Plastikabfälle jeder Art sowie zudem Metall gesammelt werden. Dies würde allen Beteiligten jede Menge Ärger ersparen, sagt Dallorso.

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Von Elke Kögler

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