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Werder

Seminar zur Stadtgeschichte wird fortgesetzt

Baldur Martin und Indra Kühlcke freuen sich auf die Fortsetzung des Werder-Seminars an der Kreisvolkshochschule.

Baldur Martin und Indra Kühlcke freuen sich auf die Fortsetzung des Werder-Seminars an der Kreisvolkshochschule.

Werder. Ortschronist Baldur Martin setzt am Montag die beliebte Seminarreihe zur Historie Werders an der Kreisvolkshochschule (KVHS) fort. Für den zweiten Teil des Kurses "Wie Werder wuchs" steht ein größerer Raum zur Verfügung, der Platz für mehr als 15 Teilnehmer bietet. Bislang haben sich etwa 20 Interessierte angemeldet, sagt KVHS-Leiterin Indra Kühlcke. Viele von ihnen waren bereits beim ersten Teil im Herbst 2018 zu Gast. Am Format der Reihe soll sich nichts ändern.

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In der Fortsetzung geht es um die Besiedlung des Höhenzuges, "Neu-Werder", die Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaften, neue Stadtviertel, die Schließung der Lücken und um einen Ausblick. Zeitlich beginnt der Exkurs zwischen den beiden Weltkriegen. Als Grundlage dient die siebenteilige Chronik der Stadt, die anlässlich des 700-jährigen Bestehens unter anderem von Baldur Martin herausgegeben wurde. Der Ortschronist zitiert aber nicht nur die Dinge, die in den Büchern geschrieben stehen, sondern vielmehr das, was nicht mehr reingepasst hat. "So haben bislang alle noch etwas Neues gehört", erzählt er.

65 Quadratmeter für fünf Personen

Darunter wird auch diesmal so manche Anekdote sein. Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot waren die in Werder vorherrschenden Themen nach dem Ersten Weltkrieg und bis in die Nazi-Zeit hinein. Die Stadt reagierte auf die Wohnungsnot, indem sie neue Siedlungen entwickelte, darunter etwa die Stadtrandsiedlung. 1934 fand dort das Richtfest für die ersten Doppelhäuser statt. „Es gab sehr genaue Vorschriften für die Häuser, also wie groß die Küche, das Bad oder die Zimmer sein durften. Für fünf Personen waren 65 Quadratmeter vorgesehen“, berichtet Baldur Martin. Etwas weiter südlich, am Schwalbenberg, wurden im Jahr 1938 Pläne für ein Krankenhaus geschmiedet, die allerdings wegen des Krieges nicht umgesetzt wurden. Daran scheiterte zunächst auch der Bau der Siedlung am Wachtelwinkel. „Der Ursprung lag mit dem Bebauungsplan bereits im Jahr 1937“, sagt Baldur Martin. Erst zu DDR-Zeiten wurde das Projekt wieder aufgenommen und nach der Wende fertiggestellt.

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In der Kellermannstraße baute eine niedersächsische Siedlungsgesellschaft 164 Wohnungen, vorwiegend für Arbeiter. Entsprechend klein fielen sie aus. „Die Fläche, auf der heute das Ärztehaus steht, blieb allerdings frei“, verrät der Ortschronist. Grund dafür war der schlammige Boden, der an diesem Punkt seine tiefste Stelle erreichte. Bevor das Ärztehaus zu DDR-Zeiten entstand, wurde der Boden aufgeschüttet.

Alteingesessene und Zugezogene interessieren sich gleichermaßen

Baldur Martin will außerdem über die Pläne des damaligen Bürgermeisters Franz Dümichen berichten, eine Eisenbahn quer durch Werder fahren zu lassen. Die Linie sollte am Bahnhof beginnen, über die Straße am Plessower See nach Glindow und Ferch führen und in Neuseddin enden.

Bislang sei das Publikum bei den Seminaren sehr gemischt gewesen. „Es waren Alteingesessene dabei, aber auch Zugezogene oder Familien, die einst weggezogen waren und wieder zurückgekommen sind“, sagt Baldur Martin. Den Ursprung fand die Seminarreihe vor zwei Jahren zum 700. Stadtgeburtstag Werders.

Info: Für das vierteilige Seminar, das bis 15. April jeden zweiten Montag stattfindet, ist eine Anmeldung erforderlich unter 03327/57 10 30 oder per Mail an werder@kvhs-pm.de. Beginn ist um 18 Uhr. Die Kursgebühr liegt bei je 6,20 Euro. Für Schüler und Studierende ist die Teilnahme kostenfrei.

Von Luise Fröhlich

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