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Reetz

Die Reetzer Kirche glänzt mit einer imposanten Erscheinung

Erinnert an ein historisches Schauspielhaus: Die Kirche in Reetz bietet auf mit seinen Emporen viel Platz.

Erinnert an ein historisches Schauspielhaus: Die Kirche in Reetz bietet auf mit seinen Emporen viel Platz.

Reetz. Die Reetzer Kirche mit ihrem weithin sichtbaren Turm ist eine beeindruckende Erscheinung. Das Schiff mit eingezogenem Chor und später beseitigter Apsis stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der Turm ist später angebaut worden.

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Die Größe der Kirche geht deutlich über das Maß einer normalen Dorfkirche im Fläming hinaus. Deshalb und auch durch den Zusammenhang mit einem Burgward ist man sich so gut wie sicher, dass mit dem Bau in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begonnen wurde. Damals allerdings ohne den Turm. Dieser ist vermutlich im 13. Jahrhundert zugefügt worden.

Daraufhin deuten die Unterschiede in der Mauerwerksführung hin, die gute Quaderung der Feldsteine und die Überschiffsbreite. Gelernte Maurer und Steinmetze, die in der Lage waren, mit dem spröden Granit zu arbeiten, führten die Arbeiten aus. Die großen Granitfindlinge mussten zu Quadern verschiedener Größe behauen werden.

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Die Kirche ist im 30-jährigen Krieg zerstört worden. Der Wiederaufbau geschah in den Jahren 1654 bis 1663. Vermutlich waren der größte Teil der Innenausstattung, die Dächer und der Turm in Mitleidenschaft gezogen worden.

Der Chor- und Apsisbereich waren zusammengefallen, denn im Jahre 1689 wurde an der Kirche der Anbau errichtet, in dem jetzt der Altar steht. Vermutlich wurde aber lediglich das Dach des Chors wieder hergestellt und eine provisorische Ostwand eingezogen.

Ein Fundament in runder Form

Dieses Provisorium musste im 18. Jahrhundert erneuert werden und wurde durch eines mit einer Lehmwand oder Fachwerk ersetzt. 1805/06 musste dieser Chorschluss erneut renoviert werden. Bei dieser Gelegenheit wurde ein hoher Berg aus Schutt und Steinen beseitigt, wobei ein Fundament in runder Form zum Vorschein kam. Das war aber nicht mehr tragfähig genug. Es kann sich dabei nur um die Fundamente der alten Apsis gehandelt haben.

Vermutlich erhielt die Kirche erst zu dem Zeitpunkt ihre heutige Ostwand. Die Kirche ist gepflastert und geweißt worden. Drei neue Fenster kamen dazu. Die Kanzel wurde etwas weiter zurück gerückt und erhöht und der herrschaftliche Predigerstuhl gebaut. Außerdem öffnete man das Priesterportal in der Nordseite wieder.

Kontakt und Ansprechpartner

Die Kirche steht in der Belziger Straße in 14827 Wiesenburg/Mark, Ortsteil Reetz. Wer sich diese alte Kirche ansehen möchte, wendet sich vorab an Uwe Friedrich unter 033849/50668.

Auf dem ehemaligen Friedhof an der Kirche befindet sich das Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten des Ersten Weltkrieges. Für die Toten des Zweiten Weltkrieges wurden im Eingangsbereich kleine Gedenktafeln angebracht.

Die Glocken der Reetzer Kirche läuten automatisch dreimal am Tag: um 7.30, 12 und schließlich zum Feierabend um 17.30 Uhr.

Vorgesehen ist noch, die seit Jahren nicht mehr funktionierende Turmuhr wieder instand zu setzen.

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Bereits 1854 fand erneut eine größere Renovierung der Kirche statt. Im Inneren wurde die zweite Emporenetage eingebaut. Die Kirche erhielt einen neuen Anstrich und der Altar frische Farben. Die Herrschaftsloge bekam eine zweite Etage. Um zu dieser gelangen zu können, wurde an die Nordseite der Kirche ein Anbau mit Treppenhaus angefügt.

Die nächste umfassende Renovierung stand 1904/05 an. Es ist zu vermuten, dass das jetzige Westportal vergrößert worden ist. Innen erhielt es einen völlig neu gemauerten Segmentbogen. Vermutlich wurden auch Decken und Dachstuhl erneuert.

In die drei Fenster in der Ostwand wurden farbige Glasfenster eingesetzt. Das Fenster in der südlichen Wand des Chors zeigt die Wappen der früheren Patrone der Kirche in Reetz.

Flankiert von Engeln

Im Turminnenraum an der Ostseite ist ein Wandbild, Christus in einer Art Mandorla flankiert von Engeln. Vermutlich stammt das Gemälde von der Renovierung von 1971. Erst kürzlich wurde es restauriert.

Die Kirche war von einem Friedhof umgeben, der wiederum von einer Feldstein- oder Ziegelmauer umfriedet war. Auch nach dem Tod gehörten die Menschen zur Gemeinde Jesu Christi und sollten in unmittelbarer Nähe zu dem Kirchenraum liegen, in dem die heilige Messe gelesen wurde.

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Wertvolle Figuren zurückgeholt

Zwei besondere Figuren sind endlich wieder da, wo sie hingehören, nämlich in die Reetzer Kirche. Die heilige Maria und der heilige Sebastian sind nach der Auflösung der Pfarrstelle in Reetz (Anfang der 2000er) irgendwie nach Wiesenburg auf den Dachboden des Pfarrhauses gelangt.

Bis vor drei Jahren lagen sie dort und niemand wusste, wohin sie rechtmäßig gehören. Da auch der damalige Pfarrer Martin Zinkernagel die Figuren nicht zuordnen konnte, erlaubte er den Medewitzer Kirchenmitgliedern, die Figuren in Medewitz aufzustellen.

Florian Jakubowski, zuständig für Finanz- und Pachtangelegenheiten im Gemeindekirchenrat Wiesenburg/Mark, wollte jedoch unbedingt wissen, zu wem diese Figuren wirklich gehören und forschte nach.

Die Spur führt nach Reetz

Nicht zuletzt, weil er sich für die Geschichte der einzelnen Kirchenbauten in den jeweiligen Orten interessiert. In der Bibliothek in Wiesenburg stieß er auf ein Buch für deutsche Kunstdenkmäler von 1983, herausgegeben von Georg Dehio im Akademieverlag. In diesem Buch waren die Figuren für die Kirche in Reetz verzeichnet.

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So wurden sie zurück in die Reetzer Kirche gebracht. Die Figuren sind aus Holz gefertigt und stammen aus der Zeit 1430/1440 (die heilige Maria) und aus der zweiten Hälfte des 15 Jahrhunderts (der heilige Sebastian).

Von Eva Loth

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