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RAW-Gelände in Potsdam

1000 Arbeitsplätze: Potsdam soll Digital-Hauptstadt Europas werden

Blick von der Friedrich-List-Straße über die Bahngleise zum „Creative Villahge“.

Blick von der Friedrich-List-Straße über die Bahngleise zum „Creative Villahge“.

Südliche Innenstadt. In Potsdam entsteht der größte Einzelstandort für Digitalwirtschaft in ganz Europa. Das haben der Chef der Potsdamer Wirtschaftsförderung, Stefan Frerichs, und Investor Mirco Nauheimer am Dienstag in einem Pressegespräch zum Bebauungsplan für das Projekt bekannt gegeben. Mit dem Neubau des „Creative Village/Innovation Lab“ an der Friedrich-Engels-Straße sollen am Rande der Potsdamer Innenstadt mittelfristig 1000 innovative Arbeitsplätze entstehen. Laut Nauheimer sind bereits zwei Unternehmen als sogenannte Ankermieter gebunden, die mit zunächst insgesamt 800 Mitarbeitern auf das Gelände ziehen wollen. Das Creative-Village sei „auch für Berliner Firmen interessant“, sagte Nauheimer mit Verweis auf die gescheiterte Ansiedlung des Google-Campus in Berlin-Kreuzberg. Namen wollte er nicht nennen, nach MAZ-Informationen war aber auch Google selbst im Gespräch.

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Blick aus Babelsberg Richtung Hauptbahnhof.

Blick aus Babelsberg Richtung Hauptbahnhof.

Auf dem Gelände am östlichen Ende des einstigen Reichausbahnausbesserungswerkes (RAW) ist laut Nauheimer bis Ende 2021 eine Gesamtinvestition von mehr als 100 Millionen Euro geplant. Kern des architektonischen Entwurfs ist ein bis zu 33 Meter hoher Neubau, der die denkmalgeschützte Neue Halle aus dem Jahr 1912 mit ihren 11 000 Quadratmetern Fläche teilweise mit einer bis zu 33 Meter hohen Brückenkonstruktion überspannen soll.

Blick von der Friedrich-List-Straße über die Bahngleise auf das Creative Village.

Blick von der Friedrich-List-Straße über die Bahngleise auf das Creative Village.

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Der architektonische Entwurf soll am 14. Dezember in einer öffentlichen Sitzung des Gestaltungsrates zur Diskussion gestellt werden. Die Veranstaltung in der Fachhochschule Potsdam, Kiepenheuerallee 5, beginnt um 18 Uhr.

In dem Pressegespräch am Dienstag präsentierte Nauheimer erstmals Details zur räumlichen Aufteilung. Mit 25 000 Quadratmetern Nutzfläche sollen Büros und andere Räume für Firmen und wissenschaftliche Einrichtungen den größten Anteil bekommen. Für universitäre Zwecke sollen rund 1700 Quadratmeter erschlossen werden. Geplant ist ein Hörsaal für bis zu 500 Personen. Die historische RAW-Halle soll nur teilweise ausgebaut werden. Laut Nauheimer sollen dort später auch Veranstaltungen und Konzerte für bis zu 500 Gäste möglich sein.

Richtung Innenstadt gegenüber der Schlaatzstraße soll ein vier- bis fünfgeschossiges Boardinghaus mit einer Gesamtnutzfläche von 2000 Quadratmetern als Übernachtungsmöglichkeit vorzugsweise für Nutzer des Creative Village errichtet werden.

Investor Mirco Nauheimer, Wirtschaftsförderer Stefan Frerichs und Baudezernent Bernd Rubelt (v.l.) vor dem Lageplan.

Investor Mirco Nauheimer, Wirtschaftsförderer Stefan Frerichs und Baudezernent Bernd Rubelt (v.l.) vor dem Lageplan.

1200 Quadratmeter sind für den Einzelhandel vorgesehen, 800 Quadratmeter davon als reine Verkaufsfläche. Auch Gastronomie sei im Programm. Eine Tiefgarage mit 370 Parkplätzen soll im östlichen Teil Richtung Babelsberg angelegt werden.

Geändert haben sich laut Nauheimer die Beteiligungsverhältnisse an dem Projekt. Die ursprünglich als Partner vorgestellte Berliner Firma Trockland sei nicht mehr dabei. Investor ist die von Nauheimer geführte The RAW GmbH. Strategischer Partner sei nun eine Gesellschaft Green Palmas mit Sitz in Zypern.

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Wie berichtet, sollen die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung über die Aufstellung eines vorgezogenen Bebauungsplans für das Projekt abstimmen. Die Baugenehmigung könnte nach Einschätzung von Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) im günstigsten Fall zum Ende des nächsten Jahres vorliegen.

Von Volker Oelschläger

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