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Nutheschlange

Architekt stellt Terrassenhaus-Gutachten infrage

Der Abriss des Terrassenhauses am Humboldt-Ring soll noch dieses Jahr beginnen.

Der Abriss des Terrassenhauses am Humboldt-Ring soll noch dieses Jahr beginnen.

Zentrum-Ost.Der Abriss des Terrassenhauses am Humboldtring ist ausgemacht – nachdem Anfang 2018 ein Gutachten nachgewiesen hat, dass eine Sanierung des ungewöhnlichen Hauses in Zentrum-Ost für die städtische Pro Potsdam nicht rentabel wäre, wurden die 38 Wohnungen leergezogen, die rund 200 Stellplätze in der Tiefgarage gekündigt, der Abriss geplant, sowie ein Wettbewerb für einen Neubau vorbereitet. Das Gutachten wurde nie öffentlich, doch nun stellt die Bürgerinitiative Nutheschlange, die Einsicht genommen hat, dessen Seriosität in frage – und bekommt Beistand von den Architekten des Terrassenhauses, Doris und Hinrich Baller.

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Die Architekten wollen nachweisen, dass die Ausführungen „objektiv falsch“ seien

„Die zugrunde gelegten Ausführungen und die Gebäudeeinschätzungen im Gutachten sind objektiv falsch, was im folgenden nachgewiesen wird“, erklären die Ballers in einer 18-seitigen Stellungnahme, die der MAZ vorliegt. So finde „der wesentlich größere Teil des Gebäudes, die Garage mit 200 PKW-Stellplätzen, praktisch keine Beurteilung“ und zudem unterstelle die Bewertung der Wohnungen, „dass Genehmigungsbehörde, Haustechnikplaner, Prüfingenieur und Tragwerksplaner versagt haben.“

Hinrich und Doris Baller, Architektenpaar der Nutheschlange und des Terrassenhauses in Potsdam

Hinrich und Doris Baller, Architektenpaar der Nutheschlange und des Terrassenhauses in Potsdam

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Kostenberechnungen „offensichtlich sachunkundig“

Ebenfalls bemängelt wird, dass das Gutachten schon auf den ersten Seiten die „einseitige Tendenz“ vertrete, dass Abriss und Neubau die wirtschaftlichste Lösung seien. Zugleich finden die Ballers Kostenberechnungen, die sie als „offensichtlich sachunkundig“ bezeichnen.

Für die Mieter des Umfelds bleib besonders eine Feststellung für den geplanten Neubau spannend: „Es fehlt der Nachweis wo 100 PKW-Stellplätze angeordnet werden sollen.“ Bei der Pro Potsdam hieß es auf Anfrage, „dass alle für das weitere Geschehen wichtigen Aspekte ausführlich und mit der nötigen Expertise betrachtet wurden.“ Der Abriss beginne im zweiten Halbjahr 2019.

Anwohnerversammlung zur Parkplatzfrage am Dienstag um 18 Uhr

Als Vermieterin von zahlreichen Wohnungen in Zentrum-Ost lädt die Pro Potsdam am Dienstag um 18 Uhr zur einer Anwohnerversammlung in die Gesamtschule Peter Joseph Lenné in den Humboldtring 15-17. Dort soll über Abriss und Neubau des Hauses und angesichts nur noch halb so vielen Stellplätzen „über die mit dem Bauvorhaben verbundenen Änderungen der Parkplatzsituation“ informiert werden.

Von Peter Degener

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