Potsdam – Groß Glienicke

Bürgerinitiativen im Protest getrennt

Sperre am Uferweg in Groß Glienicke.

Sperre am Uferweg in Groß Glienicke.

Groß Glienicke. Mit zwei Veranstaltungen erinnern Bürgerinitiativen in Groß Glienicke an den zehnten Jahrestag der ersten Sperren auf dem Uferweg am Groß Glienicker See. Unter dem Motto „Groß Glienicker empört Euch!“ lädt der Verein „Freies Groß Glienicker Seeufer“ zu einer „Versammlung unter freiem Himmel“ am Donnerstag um 19 Uhr auf die Badewiese ein. Die Bürgerinitiative „Freier Uferweg“ wiederum richtet am Sonnabend um 15 Uhr ein Uferpicknick auf der Badewiese aus.

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Nach Angaben beider Initiativen sperrten am 4. Juli 2009 erstmals Privateigentümer Teile des bis dahin öffentlichen Uferwegs. Zwei Anrainer blockierten einen Pfad am Südzipfel des Sees. Den ersten Sperren folgten rasch weitere Barrikaden und schließlich zähe Verhandlungen.

Aktuell liegen nach Angaben der Initiativen allein 17 Anträge der Stadt auf Enteignung von Grundstücken bei der Enteignungsbehörde des Landes. Zwischen den Initiativen gibt es erhebliche Differenzen zu den Zielen und zur Umsetzung.

Während der Verein „Freies Groß Glienicker Seeufer“ auf einen komplett freien Zugang dringt, setzt die Bürgerinitiative „Freier Uferweg“ auf Kompromisse. Nach ihrer Lesart muss der Weg nicht überall direkt am Ufer entlang führen.

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Das Modell mit gesperrten Wasserzugängen und Grundstücken sowie dem auf der Landseite daran entlang führenden Weg ist schon an vielen Stellen umgesetzt.

Grundstücksveräußerungen in dem per Bebauungsplan festgesetzten Bereich müssen von der Stadt genehmigt werden. Auf Anfrage von Andreas Menzel, "Freies Groß Glienicker Seeufer", teilte die Stadt jetzt mit, dass sie in vier von insgesamt 17 Fällen ein sogenanntes Negativattest erteilt habe, weil es um Flächen ging, die laut B-Plan "im privaten Grün lagen".

Beide Initiativen fordern eine rasche Besetzung der Stelle eines Uferbeauftragten im Rathaus, die inzwischen seit März 2016 vakant ist.

Der damalige Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte auf kritische Nachfrage aus Groß Glienicke erklärt, die Personalstelle werde einstweilen nicht neu besetzt, weil es keinen Bedarf dafür gebe. Die Uferfrage bleibe aber Chefsache. Laut Stadtverordnetenbeschluss vom März 2019 soll die Stelle „schnellstmöglich“ wieder besetzt werden.

Von Volker Oelschläger

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