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OB-Wahl 2018

Der Sonntag der Wahlmuffel

OB-Stichwahl am 14.10.2018 in Potsdam,Wahlsieger Mike Schubert empfängt die Gratulation von Martina Trauth Foto:Bernd Gartenschläger

OB-Stichwahl am 14.10.2018 in Potsdam,Wahlsieger Mike Schubert empfängt die Gratulation von Martina Trauth Foto:Bernd Gartenschläger

Potsdam.Der bisherige Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) hat 55,3 Prozent der abgegebenen und gültigen Stimmen geholt und wird somit Potsdams neuer Oberbürgermeister. Betrachtet man jedoch die Gesamtzahl aller Wahlberechtigten – rund 141 000 – in der Landeshauptstadt, dann hat ihn nur ungefähr ein Fünftel davon (20,4 Prozent) gewählt. Obwohl Schubert nur 28 803 Stimmen holte, reichte das dennoch, um das notwendige Quorum von 21 167 Stimmen locker zu knacken. Das war eines der Ergebnisse der Pressekonferenz von Kreiswahlleiter Michael Schrewe und seinem Stellvertreter Stefan Tolksdorf zur Bilanz der OB-Stichwahl am Sonntag. Angesichts der 28 803 Stimmen für Schubert kann man also nicht unbedingt davon sprechen, dass Potsdam fest in SPD-Hand ist.

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OB Jann Jakobs (SPD) ging am Sonntag zwar mit gutem Beispiel beim Wählen voran – allerdings taten es ihm weniger Potsdamer gleich, als erhofft.

OB Jann Jakobs (SPD) ging am Sonntag zwar mit gutem Beispiel beim Wählen voran – allerdings taten es ihm weniger Potsdamer gleich, als erhofft.

Überhaupt hatte nur eine Gruppe riesigen Zulauf zu verzeichnen – die Nicht-Wähler. Von 53 Prozent im ersten Wahlgang am 23. September war der Zulauf am vergangenen Sonntag auf magere 37,8 Prozent abgesackt. „Mehr als 21 000 Leute sind im Vergleich zum Hauptwahlgang zu Hause geblieben“, analysierte Schrewe. Damit wurde ein desillusionierender Rekord aufgestellt: Noch nie war die Wahlbeteiligung bei einer Potsdamer Oberbürgermeisterwahl so niedrig.

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Schlusslicht war der Schlaatz – hier gingen nur 14,3 Prozent wählen. Drewitz und Fahrland sind ebenfalls Wahlmuffel-Hochburgen. Spitzenreiter bei der Wahlbeteiligung war das winzige Sacrow mit 37,2 Prozent, dicht gefolgt von Satzkorn. Ebenfalls bezeichnend: Die hohe Zahl derjenigen, die am Sonntag ungültig gewählt haben – 2,3 Prozent. „Das ist ein vergleichsweise hoher Wert“, sagte Tolksdorf. Im ersten Wahlgang hatte es nur 0,7  Prozent Ungültig-Wähler gegeben.

Kreiswahlleiter Michael Schrewe.

Kreiswahlleiter Michael Schrewe.

Interessant ist zudem der Vergleich zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang, was das Abschneiden der beiden Kandidaten angeht. Hatte Schubert am 23. September noch in allen Stadtteilen die Nase vorne, war das im Stichwahl-Duell gegen Martina Trauth am Sonntag nicht mehr so. Die parteilose Linken-Kandidatin lag diesmal in der Brandenburger Vorstadt, in Potsdam-West, am Schlaatz, in Waldstadt II und in Satzkorn vorn. Insgesamt konnte Trauth, die am Ende des Tages 44,7 Prozent (23 283 Stimmen) bekam, im Vergleich zum 23. September stark zulegen – um 9122 Stimmen.

Sie konnte offenbar bei den Wählern fischen, die am 23. September ihr Kreuzchen noch bei den Grünen beziehungsweise der Wählergruppe Die Andere gemacht hatten. Schubert legte lediglich um 4931 Stimmen zu – etwa in der Berliner Vorstadt, wo nach Einschätzung der Wahlleiter offenbar vormalige CDU-Wähler im zweiten Wahlgang dem SPD-Kandidaten ihre Stimme gegeben haben.

Stefan Tolksdorf ist der stellvertretende Kreiswahlleiter.

Stefan Tolksdorf ist der stellvertretende Kreiswahlleiter.

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Von Ildiko Röd

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