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Ackerflächen

Deshalb grasen gerade so viele Schwäne bei Fahrland

Schwäne fressen sich satt auf den Feldern bei  Fahrland.

Schwäne fressen sich satt auf den Feldern bei Fahrland.

Fahrland. Schon seit Wochen reiben sich Autofahrer zwischen Fahrland und Neu Fahrland verwundert die Augen: Auf den Feldern links und rechts der Ortsverbindungsstraße watscheln bis zu 100 Schwäne über die Felder und fressen sich die Bäuche voll; sogar schlafen legen sich die riesigen Wasservögel, die man auf den Seen immer seltener sieht.

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„Wir waren gerade am Blankensee und haben keinen einzigen Schwan gesehen“, berichtet Manfred Pohl, Chef-Ornithologie beim Potsdamer Naturschutzbund (Nabu): „Aber auf den Feldern rings um den See sind sie dann alle zu finden. Die fressen den jungen Raps; aber das ist ziemlich unschädlich. Das wächst alles wieder.“

Dass „wandernde Wasservogelarten“ wie Gänse, Schwäne und Kraniche landwirtschaftliche Kulturen schädigen können, ist schon lange bekannt. Unter der Federführung der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg wurden bereits vor 20 Jahren Hinweise für ein Beobachtung und Regulierung arbeitet; sie gelten immer noch.

Schwäne bevölkern Felder bei Fahrland

Schwäne bevölkern Felder bei Fahrland

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Für die Vögel ist das junge Grün ein kohlehydrat- und eiweißreiches Nahrungsangebot. Erfolgt der Anbau auf großen, übersichtlichen Schlägen, wo die Fluchtentfernung gegeben ist, ist das Rastgebiet noch weitgehend ungestört, und gibt es Gewässer in der Nähe –das ist so rund um Fahrland – dann sind Konflikte vorprogrammiert, sagt Thomas Frey als Sprecher des Landesumweltamtes.

Er sieht das Abweiden der Rapsbestände durchaus als kritisch: „Solange nur Blätter gezupft werden, kann die Rapspflanze dies überleben. Wird der Haupttrieb geschädigt, geht sie ein.“ Im Unterschied zu Gänsen und Kranichen nutzen die Schwäne überwiegend Rapsanbauflächen. „Zudem“, so Frey, „entziehen sie sich den meisten Lenkungsversuchen. Das macht den Umgang mit Ihnen so schwierig.“

Der Konfliktvermeidung im Sinne einer vorausschauenden Anbauentscheidung komme folglich eine hohe Bedeutung zu, erklärte Frey. Entscheide man sich in konfliktträchtigen Gebieten für den Rapsanbau, sollte man sich „über Ablenkungsmaßnahmen Gedanken machen“. So könne als Zwischenfrucht angebauter Winterraps den Raps als Hauptkultur schützen. Greifen die getroffenen Vorsorgemaßnahmen nicht, sollten die Vögel dort toleriert werden, wo sie den geringsten Schaden anrichten, empfiehlt Frey.

Auf den Äckern zwischen Fahrland und Neu Fahrland fühlen sich die großen Wasservögel sicher.

Auf den Äckern zwischen Fahrland und Neu Fahrland fühlen sich die großen Wasservögel sicher.

Wenn aber die Methoden wechselnden Anbaus nicht ausreichen, müssten Schwäne vergrämt werden, sagt er: Da sie ausgesprochen „dickfellig“ sind, müssten die Vergrämungsmethoden regelmäßig gewechselt werden. Vertreiben sollte man sie nur, wenn große Schäden zu fürchten sind: „Unnötiges Aufscheuchen erhöht nur den Kalorienverbrauch und vergrößert anschließend den Nahrungsbedarf.“

So wie in Mecklenburg-Vorpommern, dürfen Höckerschwäne auch im Land Brandenburg bejagt werden, vom 1.November bis 20.Februar. Ab heute geht das also nicht mehr. Ihre nordischen Verwandten, die Zwerg- und Singschwäne, haben eine ganzjährige Schonzeit. In der aktuellen Jagdstatistik für das Jagdjahr 2017/18 werden Höckerschwäne nicht aufgeführt

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Von Rainer Schüler

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