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Brauhausberg

Die Tage des „Minsk“ sind gezählt

Das Terrassenrestaurant Minsk am auf dem Potsdamer Brauhausberg.

Das Terrassenrestaurant Minsk am auf dem Potsdamer Brauhausberg.

Innenstadt. Das „Minsk“ hat keine Zukunft. Der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung hat am späten Dienstagabend alle Vorstöße zur Bewahrung des Terrassenrestaurants abgelehnt, wenn auch knapp. Weil sich die im Ausschuss vertretenen Fraktionen des Stadtparlamentes damit festgelegt haben, gilt eine gleiche Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung als sicher. Dann wird das Grundstück in einem Los mit zwei weiteren verkauft an einen Höchstbieter, der für das einzigartige DDR-Bauwerk keine Verwertungsmöglichkeit sieht.

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Die Debatte um einen möglichen Abriss des Terrassenrestaurants „Minsk“ auf dem Brauhausberg hatte in den vergangen Wochen (mal wieder) für eine lebhafte Diskussion in Potsdam gesorgt. Seit Jahren schwelt die Diskussion. Erhalt oder Abriss?

Nachdem das neue Schwimmbad am Brauhausberg fertiggestellt war und der Verkauf der angrenzen Flächen der Refinanzierung dienen sollte, kam neuer Schwung in die Debatte.

Seit 2004 steht das Objekt leer

Das Restaurant „Minsk“ von Architekt Karl-Heinz Birkholz wurde 1977 zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution eröffnet. Damals war es ein Besuchermagnet mit Restaurant, Café, Bar und Außenterrasse mit 110 Plätzen.

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Seit 2004 steht das „Minsk“ jedoch leer und verfällt. Die Stadtwerke erwarben das Grundstück 2005. Fünf Jahre später beschlossen die Stadtverordneten, dass die Refinanzierung der Investitionskosten von fast 41 Millionen Euro für das neue Schwimmbad großenteils über den Verkauf von Flächen am Brauhausberg erfolgen soll: Ein Investor sei bereit, drei Grundstücke zum Höchstgebotspreis von mehr als 27 Millionen Euro zu erwerben; hieß es.

Zwei Bieter wollten das Gebäude dagegen erhalten. Darunter der Investor Jan Kretzschmar mit der Firma KW Development. Sein Angebot beläuft sich auf 12,7 Millionen Euro für alle drei Grundstücke. Er wollte aber Wohnungen daraus machen; für die Abrissgegner von den Linken und der Wählergruppe Die Anderen keine Option; sie wollten eine öffentliche Nutzung.

Neben der KW Development schon länger bekannt ist die Gruppe „(Re)vive Minsk“ mit den Architekten Falco Hermann und Amelie Hummel.

Minsk

Benannt wurde das Restaurant nach der Partnerstadt Minsk. In der weißrussischen Hauptstadt gibt es ein Restaurant „Potsdam“.

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In der Stadtverordnetenversammlung (SVV) am 11. April forderten Die Grünen eine Neuausschreibung der Grundstücke durch die kommunalen Stadtwerke und eine teilweise Änderung des Bebauungsplans, um eine unverbaubare Sicht auf das DDR-Gebäude zu garantieren.

Auch die Linken und die Fraktion Die Andere setzen sich ebenfalls für die „Minsk“-Rettung ein. Sie wollen möglichst eine öffentliche Nutzung des „Minsk“ und die visuelle Erlebbarkeit des Gebäudes. Sie forderten, dass das Grundstück mit dem „Minsk“ separat vergeben werden soll. Das würde der Stadt zufolge aber einen neuen städtebaulichen Wettbewerb erfordern, Zeit kosten und die Refinanzierung des Schwimmbades gefährden.

Von Rainer Schüler

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