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Eisgolfturnier in Potsdam

Discgolfer erspielen 1000 Euro für die Spirellibande

Mit höchster Konzentration bei der Sache: Ein Spieler wirft seine Golfscheibe mit ausgefeilter Vorhand-Technik Richtung Korb.

Mit höchster Konzentration bei der Sache: Ein Spieler wirft seine Golfscheibe mit ausgefeilter Vorhand-Technik Richtung Korb.

Potsdam.Das Runde muss ins Eckige. Das pflegte schon Sepp Herberger zu sagen. In Potsdam war das am Wochenende etwas anders. Beim Golf muss das Runde nämlich ins Runde. Doch es war nicht das konventionelle Golf, dem bei prallem Sonnenschein 24 Sportler im Volkspark frönten. Es war Discgolf. Also war das Mittel der Wahl nicht der kleine gedellte Ball, sondern eine landläufig Frisbee genannte Scheibe.

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Aber auch beim Discgolf gilt: mit möglichst wenig Würfen muss das Ziel erreicht werden. Am Sonntag gab es jedoch eine Sonderregel. Zum traditionellen Saisonauftakt, dem Eisgolfen, konnten sich die Spieler Würfe erkaufen, wenn sie nicht zufrieden waren. Pro Mulligan, so heißt der erkaufte Wurf, mussten sie einen Euro bezahlen. Das Geld, das damit zusammen kam, spendete der Veranstalter, Potsdams Discgolf-Verein „Hyzernauts“, an die Spirellibande.

Die gesamte Spendensumme wird in Essen für Kinder investiert

Das Projekt der Arbeiterwohlfahrt (AWO) organisiert an sieben Schulen in Potsdam und einer Schule in Premnitz Frühstück für Schüler aus armen Familien. „Das Geld, das die Spieler heute spenden, geht zu 100 Prozent in das Essen“, sagt Spirelli-Koordinatorin Franziska Löffler. Sie freue sich, „dass die Sportler mit dem Benefizturnier die Spirellibande und damit die Sensibilisierung für Kinderarmut ins öffentliche Bewusstsein rücken.“ Denn die Kinderarmut sei nach wie vor ein großes Problem – auch in Potsdam.

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Das Wetter war am Sonntag fantastisch, die zusätzlichen Würfe gelten einem guten Zweck. All das macht gute Laune. Den Konflikt, einerseits mit möglichst wenigen Würfen eine gute Leistung zu zeigen und andererseits Kindern zu helfen, verspüren die Spieler nicht. „Ich kaufe sehr gerne Würfe nach“, sagt einer von ihnen. „Macht ja Spaß, das Werfen.“ Sein Mitspieler ergänzt: „Aber natürlich denken wir auch an die Kinder. Das ist ja der Zweck und das macht auch den Spaß aus.“ Gerade machen sie ihre letzten Würfe auf der ersten von zwei Runden über den Parcours im Potsdamer Volkspark. Die zwei sind mit drei anderen Männern unterwegs.

Der amtierende deutsche Discgolf-Meister spielt mit

Einer davon ist der amtierende deutsche Discgolf-Meister in der Altersgruppe 50+, George Braun. Er spielt seit 35 Jahren und hat damit die Anfänge des Sports in Europa miterlebt. Er wirft auf den gelben Fangkorb, der rund 50 Meter entfernt zwischen den Bäumen steht. „Jaaa, der kommt gut“, sagt einer. „George Braun, deutscher Meister, Alter“, kommentiert ein anderer. Braun selbst raunt nur „Yes, Baby“. Die Scheibe landet zwischen den Bäumen direkt neben dem Korb. Er ist zufrieden – auch wenn mittlerweile 23 Mulligans auf dem Punktezettel notiert sind.

Die erste Runde über 15 Bahnen ist nun fast geschafft. Im Bauwagen am letzten Korb steht André Geßner, der das Turnier mitorganisiert. In fünf Töpfen kocht er gerade Chilli con und sin carne. „Das gibt es in der Pause“, sagt er und rührt zwischendurch immer wieder um. „Deswegen kann ich heute leider nicht mitspielen.“ Geßner war auch an der Entscheidung beteiligt, an welches soziale Projekt die Spendensumme in diesem Jahr geht. Jedes Jahr ist es ein anderes. „Ich finde es einfach toll, was die Leute von der Spirellibande machen. Und ich mag Projekte, bei denen es um Kinder geht“, begründet Geßner die Wahl. Zur Mittagspause trudeln die Teams nach und nach ein und holen sich ihre Teller Chilli ab.

1000 kommen für die Spirellibande zusammen

Erst gegen 18 Uhr, als der sonnige Tag längst vorbei ist, stehen die zwei Sieger des Tages fest. Die wenigsten Würfe benötigte der erfahrene Turnierspieler Michael Rollnik. Der „Mulligankönig“ mit den meisten Zusatzwürfen wurde Andreas Wolfsohn. Er spendete allein 82 Euro. Insgesamt konnten die Discgolfer 1000 Euro an das Projekt Spirellibande übergeben.

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Von Annika Jensen

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