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Baufehler und mangelhafte Reparaturen

Ein neues Kupferdach für das Neue Palais muss her

Das Neue Palais im Schlosspark Sanssouci in Potsdam.

Das Neue Palais im Schlosspark Sanssouci in Potsdam.

Potsdam. Das Dach des Neuen Palais im Potsdamer Park Sanssouci soll für rund 24 Millionen Euro saniert werden. An dem von 1763 bis 1769 unter Friedrich dem Großen (1712-1786) errichteten Schloss sollen unter anderem die knapp 7.000 Quadratmeter große Dacheindeckung aus Kupferblech erneuert und der Skulpturenschmuck im Dachbereich instandgesetzt werden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten am Donnerstag in Potsdam mit. Dazu gehören 136 Skulpturen auf dem Hauptbau und 64 Puttengruppen auf den Seitenflügeln. Eine Attikaskulptur ist den Angaben zufolge rund 3,50 Meter hoch und wiegt 3,5 Tonnen.

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Wasser konnte jahrelang eindringen

Planung und Ausführung der voraussichtlich bis 2029 laufenden Arbeiten sollen in fünf Bauabschnitten bei laufendem Museumsbetrieb umgesetzt werden, hieß es. Bei der Begutachtung seien unter anderem im Ziegelmauerwerk deutliche Eingriffe und Veränderungen im Zusammenhang mit zurückliegenden Erneuerungen oder Reparaturen festgestellt worden. Teils starke Korrosion eiserner Befestigungsklammern und der sanierungsbedürftige Zustand der Balustraden seien deutliche Hinweise auf langjährige Wassereinwirkung. Das rund 300 Meter lange Schloss wird bereits seit 2008 saniert.

Eigentlich sollte das Dach längst erneuert sein. 2012 wurde eine Entwurfsplanung erstellt, die dann aus Geldmangel nur teilweise umgesetzt wurde. So wurden seitdem bereits die 55 Meter hohe Hauptkuppel samt der zwei Nebenkuppeln auf den Seitenflügeln saniert.

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Das Neue Palais am westlichen Rand des Schlossparks Sanssouci gilt als letzte bedeutende Schlossanlage des preußischen Barock. An der Planung und Errichtung des Gästeschlosses des preußischen Königs mit zwei zentralen Festsälen, Königswohnung, Gästeappartements, Schlosstheater und insgesamt mehreren hundert Räumen waren verschiedene Baumeister beteiligt, zuletzt ab 1764 Carl von Gontard (1731-1791).

Seiner Zeit voraus

Weil König Friedrich II. als Bauherr keine außenliegenden Regenrohre an der Fassade wollte, sind diese beim Bau des Neuen Palais ab 1763 innenliegend gestaltet worden. „Das ist eigentlich eine moderne Konzeption, aber sie hat in diesem Bauwerk nie gut funktioniert“, hatte Ayhan Ayrilmaz, Architektur-Direktor der Stiftung, im vergangenen der MAZ erläutert. Große Feuchtigkeitsschäden und Schwammbefall an der Holzkonstruktion des Daches sind die Folge. Hinzu kommen Dachaufbauten aus der Kaiserzeit, die für weitere undichte Stellen gesorgt haben. Schließlich wurden seit Kriegsende und bei der letzten Neudeckung des Daches mit Kupfer „teilweise nicht fachgerechte Veränderungen“ durchgeführt und große Mengen an Holzschutzmitteln eingesetzt. Die Dachkonstruktion muss daher dekontaminiert werden.

Von MAZonline/ epd

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