Potsdam

Genossenschaft baut Knobelsdorff-Haus

Siegerentwurf des Eckensembles Am Alten Markt 17.

Siegerentwurf des Eckensembles Am Alten Markt 17.

Innenstadt. Nach dem Ausscheiden des Hamburger Investors Rockstone für das Knobelsdorff-Grundstück im Neubaukarree auf dem ehemaligen FH-Gebäudes rückt nun die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG (PWG 1956) nach. Damit halten die Genossenschaften zwei Drittel der Gesamtfläche in dem Karree gegenüber vom Landtag. Während die PWG 1956 bereits den Zuschlag für den prominenten „Plögerschen Gasthof“ an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Schlossstraße –ebenfalls eine Leitfassade –bekommen hat, baut die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ an den beiden nördlichen Ecken des Karrees.

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Mieten unter Mietspiegel

Die neuen Pläne für die Filetgrundstücke auf dem Los 7 – das Knobelsdorff-Haus am Alten Markt 17 plus den benachbarten Flächen an der Schlossstraße 1-3 am Alten Markt – wurden gestern von Bert Nicke, Chef des Sanierungsträgers, und den PWG-Vorstände Matthias Pludra und Klaus-Dieter Boshold vorgestellt. „Wir wollen Mieten anbieten, die zehn Prozent unterhalb des Mietspiegels liegen“, sagte Pludra über die Pläne für die Parzellen. Das Knobelsdorff-Haus wird eine historische Leitfassade erhalten – inklusive der ovalen Bullaugen-Fenster, die zur Erbauungszeit in den 1750er Jahren das Gebäude schmückten. 18 Wohnungen sollen insgesamt in den nebeneinander gelegenen Gebäuden entstehen, mit eher kleinen Maßen in der Schlossstraße bis hin zu Familiengröße im Knobelsdorff-Nachbau.

Ein „Brandenburg-Fenster“

Für das Erdgeschoss ist laut Pludra eine Einzelhandelsfläche vorgesehen – ein so genanntes „Brandenburg-Fenster“, in dem wechselnde Produkte aus der Region, von Nahrung bis Handwerkskunst, angeboten werden soll. Nach aktueller Planung soll ohne Förderung gebaut werden, betonte Boshold – allerdings wolle man eine Förderung nicht von vorneherein ausschließen.

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Die Bauherrenschaft der Wohnungsgenossenschaft 1956 kommt zum jetzigen Zeitpunkt einigermaßen überraschend. Schließlich hatte es nach dem Bieterverfahren vor mehreren Wochen so ausgesehen, als wäre alles in trockenen Tüchern. Eigentlich hatte der Hamburger Investor Rockstone von der Jury im Bieterverfahren den Zuschlag bekommen. Doch noch bevor die so genannte „Anhandgabe“ –die endgültige juristische Übergabe der Grundstücke an die Bauherren – über die Bühne ging, kam es offenbar zu Differenzen.

Einvernehmliche Trennung

Am Ende stand dann die einvernehmliche Trennung, wie Sanierungsträger-Chef Nicke gestern erklärte: „Im Zuge der vorbereitenden Gespräche mit dem Bestbieter habe sich unterschiedliche Betrachtungen zur Umsetzung des Gesamtvorhabens ergeben.“ Insbesondere scheint es um die Fragen der Gestaltung der Leitfassade gegangen zu sein. Letztlich scheint aber auch für den renditeorientierte Kapitalanleger Rockstone, der Eigentumswohnungen auf dem Filetgrundstück Eigentumswohnungen realisieren wollte, die Rechnung nicht so richtig aufgegangen zu sein. „An dieser Ecke des Alten Marktes zu bauen, verspricht keine hohe Rendite“, erklärte Nicke. Soll heißen: Profitorientierung und die Ansprüche der Denkmalpflege lassen sich nicht so einfach unter einen unternehmerischen Hut bringen.

Einige Entwürfe überarbeiten

Doch das ist jetzt Geschichte –am Zug sind die Zweitplatzierten des Bieterverfahrens, denen der Sanierungsträger und die Auswahlkommission allerdings noch ein paar Hausaufgaben für die Grundstücke in der Schlossstraße 1-3 aufgegeben haben. Die aktuellen Entwürfe sollen überarbeitet werden. „Wir haben mit der PWG 1956 einvernehmlich einen Verfahrensvorschlag abgestimmt“, sagte Sanierungsträger-Geschäftsführerin Sigrun Rabbe: „Demnach sind für die Schlossstraße 1-3 konkurrierend drei Bebauungskonzepte zu erarbeiten, die von der Auswahlkommission neu bewertet werden müssen.“ Die Bebauung der Parzelle Schlossstraße 1-3 soll in zeitgenössischer Architektur entstehen.

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Die Entwürfe sollen bis Ende September vorliegen; am 10. Oktober wird die Jury erneut tagen.

Von Ildiko Röd

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