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TV-Serie „Weissensee“

„Haus Kupfer“ steht in Potsdam

Familienvater Hans Kupfer (r.), gespielt von Uwe Kockisch, und die Hauptdarsteller von „Weissensee“ vor der Villa Perlis, die 1929 in Sacrow von Leo Nachtlicht errichtet wurde.

Familienvater Hans Kupfer (r.), gespielt von Uwe Kockisch, und die Hauptdarsteller von „Weissensee“ vor der Villa Perlis, die 1929 in Sacrow von Leo Nachtlicht errichtet wurde.

Sacrow. Die Geschichte der Familie Kupfer, die zwischen hauptamtlicher Arbeit für die Staatssicherheit auf der einen Seite sowie schrecklicher Erfahrungen mit dem DDR-System auf der anderen Seite beinahe zerrissen wurde, dreht sich weiter. Die vierte Staffel der erfolgreichen Serie „Weissensee“ wird in diesen Tagen in der ARD ausgestrahlt.

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„Das Haus steht für die Serie“

Drei Drehorte und Motive der Serie befinden sich in Potsdam. Marc Müller-Kaldenberg, der als Produzent von Beginn an im Auftrag der Berliner Ziegler-Film ganz maßgeblich an „Weissensee“ mitwirkt, sieht sogar den zentralen Ort der Handlung in Potsdam, genauer in Sacrow. Wenn die Kupfers im Garten oder aus dem Salon ihres Hauses auf das Wasser schauen, fängt die Kamera die Havel zwischen Sacrow und der Pfaueninsel ein.

Die Havel im Hintergrund soll eigentlich den Obersee im Berliner Stadtteil „Weißensee“ darstellen. Der markante Funkturm auf dem Schäferberg in Berlin-Wannsee, der auf der anderen Uferseite sichtbar war, wurde retuschiert.

Die Havel im Hintergrund soll eigentlich den Obersee im Berliner Stadtteil „Weißensee“ darstellen. Der markante Funkturm auf dem Schäferberg in Berlin-Wannsee, der auf der anderen Uferseite sichtbar war, wurde retuschiert.

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„Sacrow ist mit Abstand unser Hauptmotiv. Das Haus steht für die Serie, auch wenn wir jetzt mehr Sohn Martin folgen, der nicht mehr dort wohnt“, sagt Produzent Müller-Kaldenberg. Seit der ersten Dreharbeiten 2009 ist er mit seinem Filmteam immer wieder nach Sacrow zurückgekehrt.

Zu den Dreharbeiten kamen zu den 142 Einwohner 75 weitere hinzu

„Die Wiese gegenüber des Hauses ist unser Basislager. Als historische Produktion ist unser Ausstattungs- und Baustab sehr groß. Wir waren bis zu 75 Leute vor Ort“, sagt er. Sacrow selbst hat offiziell gerade einmal 142 Einwohner.

Von April bis Juli 2017 fanden die Dreharbeiten für die vierte Staffel statt. „Wir haben sehr gute Erfahrung mit den Einwohnern gemacht. Sie sind interessiert an uns, aber auch flexibel, wenn wir mal etwas absperren mussten und nehmen uns immer gut auf“, sagt Kaldenberg.

„Haus Kupfer“ wurde 1929 für Julius Perlis erbaut

Das „Haus Kupfer“ ist eigentlich die Villa Perlis, die 1929 vom Berliner Architekten Leo Nachtlicht für den jüdischen Bankier Julius Perlis errichtet worden ist. In der DDR war das Haus nicht nur Kinderheim, sondern stand direkt an der Berliner Mauer, die im Garten verlief.

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Heutiger Eigentümer ist der Journalist und Galerist Markus Peichl. „Architektonisch passte es wunderbar. Es könnte wirklich ein Haus sein, das die Partei einem hohen Stasi-Mitarbeiter gegeben hat“, sagt Müller-Kaldenberg.

Ein zweites Potsdamer Motiv – die Wohnung von Dunja Hausmann

Ein zweites wichtiges Motiv, das man für die vierte Staffel in Potsdam gefunden hat, ist die Wohnung von Dunja Hausmann. Die Künstlerin und frühere Geliebte des Familienvaters spielt in den neuen Folgen zwar keine direkte Rolle, ihre Wohnung aber blieb ein Drehort. Eine Altbauwohnung in der Feuerbachstraße diente als Kulisse.

„Wir haben die Wohnung von Dunja Hausmann in früheren Staffeln anderswo gedreht“, gibt Müller-Kaldenberg zu. Doch man merkt kaum, dass dies schon der dritte Drehort ist. Durch charakteristische Gegenstände, etwa die vielen Bilder an den Wänden, die Regale voller Schallplatten und den Flügel der Musikerin, fällt der veränderte Schnitt nicht auf.

Drei Generationen der Familie Kupfer in der Wohnung von Dunja Hausmann, die ebenfalls in Potsdam inszeniert wurde.

Drei Generationen der Familie Kupfer in der Wohnung von Dunja Hausmann, die ebenfalls in Potsdam inszeniert wurde.

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Auch die Langhans-Straße hat einen kurzen Auftritt

Nur kurz wird auch ein drittes Potsdamer Motiv gezeigt – und zwar gleich zu Beginn der vierten Staffel. Martin Kupfer, gespielt von Florian Lukas, hatte in der dritten Staffel seine totgeglaubte Tochter wiedergefunden, die von der DDR direkt nach der Geburt heimlich zur Adoption in den Westen verbracht wurde.

Das Mädchen kehrt in einer der ersten Szenen zu ihrem Elternhaus zurück. Die kleinen, rotgedeckten Einfamilienhäuser stehen in der Estorff-Siedlung in der Langhans-Straße am Neuen Garten. In der Serie befindet sich das kleine Viertel in der alten Bundesrepublik.

Der Produzent hofft darauf für weitere Folgen nach Sacrow zurückzukehren

Bis ins Frühjahr 1991 folgt der Zuschauer der Familie Kupfer in den neuen Folgen. Auserzählt sind die Lebensläufe, die in der DDR ihren Anfang nahmen, nach der Wiedervereinigung längst nicht. „Wir sind guter Hoffnung, dass es mit der Serie weitergeht und wir zurückkommen werden“, sagt der Produzent.

Sendetermine der vierten Staffel

Die vierte Staffel von „Weissensee“ wird in der ARD in einem großen Schwung ausgestrahlt. Bereits am Dienstag wurden die ersten zwei von sechs Folgen zur Prime-Time gezeigt. Heute gibt es um 20.15 Uhr den Doppelpack der dritten und vierten Folge. Bereits am Mittwoch werden die letzten zwei Folgen ausgestrahlt.

Alle Folgen von „Weissensee“, auch die 18 Teile der ersten drei Staffeln, können unter www.ardmediathek.de angeschaut werden. Dort gibt es auch zahlreiche zusätzliche Inhalte – etwa Interviews mit Schauspielern, Kurzepisoden mit weiteren Szenen, und Beiträge wie bestimmte Themen, etwa Stasiakten, die Treuhand oder das Berlin der Neunziger in „Weissensee“ dargestellt werden.

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Von Peter Degener

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