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Jüdisches Leben

Grundstein für neue Synagoge Potsdam am Montag gelegt

Kinder legen eine kupferne Dokumentenrolle zur Grundsteinlegung für die Synagoge Potsdam in die Erde.

Kinder legen eine kupferne Dokumentenrolle zur Grundsteinlegung für die Synagoge Potsdam in die Erde.

Potsdam.Am Montagvormittag wurde der Grundstein für die neue Synagoge in Potsdam gelegt. Die jüdischen Gemeinden in Potsdam bekommen fast 80 Jahre nach der Schoa wieder eine Synagoge. Das moderne Synagogen- und Gemeindezentrum soll bis 2024 fertiggestellt werden. Die Finanzierung, das Bauwerk soll rund 13,7 Millionen Euro kosten, übernimmt das Land Brandenburg.

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Das Baufeld für die neue Synagoge in der Schlossstraße 1 nahe dem Landtag.

Das Baufeld für die neue Synagoge in der Schlossstraße 1 nahe dem Landtag.

Die sei "glücklichste Moment meiner Amtszeit", hatte Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am frühen Montagmorgen im rbb-Inforadio gesagt. 14 Jahre fänden damit einen "versöhnlichen Abschluss", sagte sie unter Anspielung auf anhaltende Konflikte bei der Planung. Der Streit könne auch als Beweis dafür gesehen werden, "dass es eine sehr lebendige jüdische Gemeinde ist". Vor allem ältere Gemeindemitglieder wünschten sich einen Ort, an dem sie sicher und in Ruhe feiern könnten, sagte die Kulturministerin.

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Abraham Lehrer, Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland (l.), Kulturministerin Manja Schüle sowie Ministerpräsident Dietmar Woidke (Mitte), OB Mike Schubert (3.v.r., alle SPD) sowie Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland (2.v.r.) sowie Rabbiner Ariel Kirzon (r.) bei der Grundsteinlegung.

Abraham Lehrer, Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland (l.), Kulturministerin Manja Schüle sowie Ministerpräsident Dietmar Woidke (Mitte), OB Mike Schubert (3.v.r., alle SPD) sowie Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland (2.v.r.) sowie Rabbiner Ariel Kirzon (r.) bei der Grundsteinlegung.

Gemeinsam gegen Antisemitismus

Der Bau solle ein sicheres Gebäude für Jüdinnen und Juden sein, die sich „von Provisorium zu Provisorium gehangelt haben“. Die Synagoge werde ein sicherer und sichtbarer Bau im Herzen der Stadt in Sichtweite zum Landtag.

Die historische Synagoge im Stadtzentrum überstand zwar die NS-Pogrome von 1938, das Gebäude wurde jedoch danach von der Post genutzt und am 14. April 1945 bei dem Luftangriff alliierte Bomber zerstört.

Vor dem Hintergrund einer Zunahme antisemitischer Straftaten forderte Schüle erhöhte Wachsamkeit: „Wir alle sind aufgefordert einzuschreiten.“ Niemand dürfe weggucken, auch nicht bei vermeintlichen „Witzchen“ am Stammtisch oder unter Nachbarn. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Antisemitismus zurückgehe.

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Zwei jüdische Gotteshäuser in Potsdam

Zur Grundsteinlegung für die Synagoge am Vorabend des Gedenktags für die Opfer der antijüdischen NS-Novemberpogrome von 1938 waren auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, gekommen.

Freude bei der jüdischen Gemeinde: Der Grundstein für die neue Synagoge in Potsdam wurde am 8. November 2021 gelegt.

Freude bei der jüdischen Gemeinde: Der Grundstein für die neue Synagoge in Potsdam wurde am 8. November 2021 gelegt.

Die Synagoge wird nach der im August eröffneten kleinen Universitätssynagoge am Neuen Palais das zweite neue jüdische Gotteshaus in Brandenburgs Landeshauptstadt. Bei der Errichtung der Synagoge arbeitet das Land mit dem Zentralrat der Juden und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zusammen.

Von MAZonline/ epd

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