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Kulturförderung in Potsdam

Künstlerpaar Ludes gründet Potsdamer Stiftung zur Kulturförderung

„Fragments of Pound“ wird in der Villa Jacobs in Potsdam aufgestellt.

„Fragments of Pound“ wird in der Villa Jacobs in Potsdam aufgestellt.

Potsdam. Eine neue Stiftung in Potsdam will Kunst und Kultur fördern. Stifter ist das Ehepaar Ludes: der Architekt und Bildhauer Stefan Ludes sowie die Autorin und Vorstandsvorsitzende des Vereins LIT:pots Marianne Ludes. Sie haben die Villa Jacobs am Jungfernsee und den dazugehörigen 80.000 Quadratmeter großen Park rekonstruiert und veranstalten dort seit mehreren Jahren hochrangige Kulturevents.

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Marianne Ludes (2. v. l.) und Stefan Ludes (r.) mit Stargästen bei der LIT:Potsdam 2014: Richard Gaul, Denis Scheck und Lavinia Frey (v.l.).

Marianne Ludes (2. v. l.) und Stefan Ludes (r.) mit Stargästen bei der LIT:Potsdam 2014: Richard Gaul, Denis Scheck und Lavinia Frey (v.l.).

„Die neue Stiftung Ludes möchte Bildende Kunst, Literatur und Musik in spannungsreiche Dialoge bringen“, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung zur Stiftungsgründung. Der historische Park im Potsdamer Weltkulturerbe soll künftig „als Kulturdenkmal erlebbar und zur Bühne für Skulpturen herausragender Künstlerinnen und Künstler“ werden. Zum Auftakt wird die Granit-Skulptur „Fragments of Pound“ des Bildhauers, Malers und Bühnenbildners Alexander Polzin dort am 21. Mai eingeweiht.

Über Grenzen zwischen Kunst, Literatur und Musik hinweg

Alexander Polzin lotet die Grenzen zwischen Bildender Kunst, Literatur und Musik immer wieder neu aus. Seine Werke werden weltweit im öffentlichen Raum, in Galerien oder Museen gezeigt. Zu seinen Schlüsselarbeiten gehören die Giordano-Bruno-Skulptur am Potsdamer Platz in Berlin oder seine Hommage an Paul Celan im Anne-Frank-Park Paris. Mit Thomas Brasch war er eng befreundet und schuf dessen Grabskulptur.

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Musikalisch inspirierten ihn die Komponisten Helmut Lachenmann und György Kurtág. Für zahlreiche Inszenierungen in internationalen Opernhäusern schuf er die Bühnenbilder. „Alexander Polzin gehört zu den interessantesten zeitgenössischen Künstlern“, sagt Stefan Ludes über ihn, „sein Werk, mit dem wir den Skulpturenpark eröffnen dürfen, inspiriert, ganz im Sinne unserer Stiftungsidee, zu einem steten Blickwechsel zwischen Bildender Kunst, Literatur und Natur.“

Alexander Polzin Granit-Skulptur „Fragments of Pound“.

Alexander Polzin Granit-Skulptur „Fragments of Pound“.

Die zweiteilige Skulptur „Fragments of Pound“ aus dem Jahr 2016 war zuvor nur beim Aldeburgh Music Festival in England zu sehen. Die Stiftung beschreibt sie als „eine Auseinandersetzung mit dem Avantgarde-Lyriker Ezra Pound (1885-1972), der als einer der wichtigsten Dichter des 20. Jahrhunderts gilt“. Die letzten Verse des Langgedichts „Cantos“ hat Polzin in die Steinquader eingraviert: „I have tried to write Paradise/ Do not move/ Let the wind speak/ that is paradise.// Let the Gods forgive what I/ have made/ Let those I love try to forgive/ what I have made.” (Canto, CXX).

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Polzin spiele damit auch auf die ambivalente Rezeption der „Cantos“ an, die nicht nur Pounds Ruhm begründeten, sondern ihn auch zu einem der umstrittensten Dichter seiner Zeit machten, da er darin dem Faschismus huldigte und antisemitische Stereotypen aufgriff, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „In den ‚Fragments of Pound‘ verdichten sich die gegensätzlichen Tendenzen von Pounds Werk, die Schönheit des Wortes und ihre Verführungskunst“, erklärt die Kunsthistorikerin Eva Morawietz. Es gehe um die gesellschaftliche Rolle von Dichtung und Kunst früher und heute. „Es geht nicht nur um individuelle Erfahrung, sondern um kulturelle Identität.“

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Villa Jacobs am Jungfernsee mit einem großen Park nach den Plänen von Peter Joseph Lenné.

Villa Jacobs am Jungfernsee mit einem großen Park nach den Plänen von Peter Joseph Lenné.

Auch zur Identität Potsdams als dem neuen Standort der Skulptur gehöre die Ambivalenz, so die Stiftung Ludes: „Für die Nationalsozialisten wurde die Stadt ein Symbol des Preußen-Mythos, den sie für sich ausnutzten. Zugleich war sie seit der Regentschaft Friedrichs des Großen als prachtvolle historische Kulturstadt zentrale Begegnungsstätte von Aufklärung, Freigeist und Kunst.“

LIT:Potsdam wieder ab 26. Juni

Der Park der Villa Jacobs, Bertiniweg 2, in Potsdam, kann ab dem 21. Mai samstags innerhalb von Führungen um 14 und 16 Uhr besucht werden. Karten für die Skulptureneinweihung gibt es über Reservix.

Das nächste Literaturfestival LIT:Potsdam, das vom Verein LIT:pots auf dem Gelände der Villa Jacobs veranstaltet wird, findet vom 26. Juni bis 2. Juli statt. Es bietet auch ein Schulprogramm, für das sich angemeldet werden kann.

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Von MAZonline/axe

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