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Ausstellung

Kult-Spielzeug als Botschafter: Lego-Kunst in Golm

Michael Feindura (41) und Sören Grochau (42) haben die bunten Bilder mit oftmals hintergründigen Botschaften erdacht und fotografiert. Bis Mitte Februar läuft ihre Ausstellung in Golm.

Michael Feindura (41) und Sören Grochau (42) haben die bunten Bilder mit oftmals hintergründigen Botschaften erdacht und fotografiert. Bis Mitte Februar läuft ihre Ausstellung in Golm.

Potsdam. Im Golmer Art-Supermarkt, einer früheren Spar-Filiale, werden schon lange keine Lebensmittel mehr verkauft. Derzeit gibt es knallbunte Kunst statt Fleischtheke und Gemüseabteilung: Das Legoneom ist eingezogen. Auf großformatigen Drucken zeigen Legofiguren, was sie alles können, wenn man sie denn lässt.

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Da biegt der unglaubliche Hulk als Trainingseinheit Salzstangen zu Brezeln, ein tollkühner Snowboardfahrer brettert eine steile Piste aus Toilettenpapier herab. Die Sixtinische Madonna wiegt ihren Sohn hier auf einer Wolke aus Blumenkohl und Mickey Mouse findet auf Käsejagd ein beklagenswertes Ende in einer Mausefalle. Hinter den Kunstwerken stehen die beiden Dresdner Michael Feindura und Sören Grochau. Sie wollen vor allem Geschichten erzählen: „Es geht uns zum einen um anspruchsvolle Fotografie, aber vor allem darum, einen gesellschaftskritischen Anspruch mit Unterhaltung zu verbinden“, sagt Michael Feindura.

Lecker, oder doch nicht?

Lecker, oder doch nicht?

Man muss die Bilder genau anschauen, um wirklich alle Einzelheiten mitzukriegen – dabei schaffen es die Macher, vom Kitakind bis zu den Großeltern alle Altersstufen zu begeistern. „Jeder kennt Lego und verbindet etwas damit“, sagt Michael Feindura, „und wir bemerken immer wieder, dass Kinder vielleicht nicht jede Anspielung verstehen, aber dafür ganz andere Sachen entdecken als die Erwachsenen.“

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Blick fürs Detail

Um wirklich detaillierte Blicke auf die Lego-Kunst zu bekommen, können die Besucher des Legoneoms Rätsel lösen. Am Einlass gibt es Klemmbrett und Zettel und los geht’s: Um den richtigen Antworten näher zu kommen, muss wirklich auf jede Kleinigkeit geachtet werden. Die Knobeleien bewegen sich auf den Levels „sehr einfach“ bis „auch für erfahrene Tüftler ganz schön herausfordernd“ und tragen so dazu bei, nicht nur einige wenige Minuten in der Ausstellung zu verbringen, sondern sich einfach einmal Zeit zu nehmen. Zwei Stunden kann der Besucher so schnell im Art-Supermarkt verbringen.

Das allererste Bild, das Feindura und Grochau schossen: Star Wars trifft Friedensbewegung.

Das allererste Bild, das Feindura und Grochau schossen: Star Wars trifft Friedensbewegung.

Begonnen haben die beiden Dresdner Macher ihre Lego-Foto-Kunst eher aus Spaß. „Sören Grochaus Kinder sind große Lego-Fans und haben mit ihrem Vater viele kreative Ideen entwickelt“, sagt Michael Feindura. Irgendwann kam Grochau dann auf ihn zu, weil Michael Feindura als Hobbyfotograf über eine bessere Foto-Ausrüstung verfügt. Sie riefen Social-Media-Accounts ins Leben, teilten ihre Werke mit der Außenwelt. In den Dresdnern reifte der Wunsch, nicht nur fürs Netz zu produzieren. „Wir wollen Kunst machen“, fasst Michael Feindura zusammen. Der wirtschaftliche Faktor stehe dabei nicht im Vordergrund, aber: „Natürlich ist es schön, wenn jemand unsere Drucke kauft.“

Kunst im Supermarkt

Die Ausstellung im Artsupermarkt, Reiherbergstraße 14, 14476 Potsdam-Golm läuft noch bis zum 10. Februar. Geöffnet ist an Sonnabenden und Sonntagen sowie an allen Ferientagen von 10 bis 18 Uhr.

Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder unter sieben Jahren kommen umsonst rein. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu vier Kindern im Alter von sieben bis 14 Jahren kostet 20 Euro.

Die erste Ausstellung fand dann in einem Comic-Laden statt, der einem Freund der Projekt-Macher gehört. „Er hat sein Geschäft erweitert und fragte uns, ob wir nicht ein paar Werke dort aufhängen wollen“, sagt Michael Feindura. Presse und Fernsehen berichteten, es war ein erster kleiner Durchbruch. Dadurch wurde die Messe der Elbestadt aufmerksam. Dort können Klein und Groß in eine Spielerlebniswelt abtauchen, sich Spielzeuge ausleihen, die sie nicht zu Hause haben und nach Herzenslust ausprobieren. Die Lego-Bilder waren der perfekte Schmuck für die Spielerlebniswelt – schließlich entstand auch hier eine eigene Ausstellung, die auch erstmals die Rätsel mitbrachte.

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Lego International

Bei der Planung kam der Gedanke auf, die Schau so aufzubauen, dass sie problemlos an andere Orte transportiert werden könnte. „Und dann wurde gezielt nach einem neuen Ausstellungsort gesucht und wir sind auf den Art-Supermarkt gestoßen“, sagt Michael Feindura. Dresden, Potsdam – für die bunten Lego-Bilder soll es das noch lange nicht gewesen sein. Wie Michael Feindura verrät, könnte es bald ins Ausland gehen: „Momentan planen wir eine Tour durch England“, verrät er.

Bis es so weit ist, läuft die Ausstellung „Eat my Bricks“ vom Legoneom allerdings erst einmal in Golm, bis zum 10. Februar stehen die Türen offen.

Von Saskia Kirf

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