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Potsdam

Lautstarker Protest gegen Grundsteinlegung

Deutliche Worte gegen den Wiederaufbau.

Deutliche Worte gegen den Wiederaufbau.

Potsdam. Eine Demonstration, die keine war. So lässt sich der Protest am Sonntagnachmittag während des Gottesdienstes zum Baustart des Garnisonkirchturms wohl am besten zusammenfassen. Die Gegner des Projektes haben bei der Polizei nämlich keine Demonstration angemeldet. Trotzdem waren knapp 100 von ihnen da und haben lautstark protestiert und Plakate in die Höhe gehalten.

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„Das Versammlungsrecht untersagt es dem Veranstalter, in diesem Fall der Garnisonkirchen-Stiftung, andere Meinungen vor Ort zu verbieten“, sagt Lutz Boede (52), Mitorganisator der Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“. „Andere dürfen immer protestieren.“ Deswegen standen Protestler und Gottesdiensteilnehmer zusammen vor der Bühne. Nach einer knappen Stunde bildete die Polizei, die mit 100 Mann vertreten war, allerdings eine menschliche Barriere. Zu laut erschienen ihnen einige Stimmen. Zu groß war offenbar die Angst, es könnte zu Ausschreitungen kommen.

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Die Gegner hielten Schilder hoch auf denen „Schande“, „Heuchler“ oder „88 Meter zu viel für Potsdam“ stand. „Ich glaube, es gibt in der Stadt kein Bedürfnis für dieses Gebäude“, sagt Alexandra Mebus (44). Sie könne zudem die Ernsthaftigkeit des Versöhnungsgedankens nicht erkennen, so Mebus weiter. „Ich verstehe auch nicht, wie man mit der Wiedererrichtung einer Militärkirche ein Zeichen für Versöhnung setzen will, ganz abgesehen davon, dass der Begriff Versöhnung und mit wem man sich hier eigentlich versöhnen will, nie wirklich diskutiert wurde.“

Ähnlich sieht es Lutz Rother (71). Er hatte mitgeholfen, Unterschriften für das Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau zu sammeln. „Die Befürworter sagen, es geht ihnen um Versöhnung, aber in Wirklichkeit spaltet diese Projekt die Stadtgesellschaft.“

Lutz Boede indes wirft der Kirche vor, die Geschichte des Gebäudes tendenziös darzustellen, um Spender nicht zu verprellen. „Die Kirche hat ganz alleine entschieden und ohne demokratische Prozesse, wie die Geschichte dargestellt wird. Das ist bedauerlich. Die Stadt verliert dadurch einen interessanten Ort.“

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Von Annika Jensen

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