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Verkehr

Linke ist uneins über die „Havelspange“

Eine dritte Autobrücke über die Havel würde voraussichtlich parallel zur Eisenbahnbrücke über den Templiner See führen.

Eine dritte Autobrücke über die Havel würde voraussichtlich parallel zur Eisenbahnbrücke über den Templiner See führen.

Potsdam. Die verkehrspolitische Sprecherin der Partei Die Linke im Brandenburger Landtag, Anita Tack, hat sich mit deutlichen Worten gegen einen dritten Havelübergang in Potsdam ausgesprochen – und sich damit auch gegen die Haltung der Linken-Fraktion in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung gestellt.

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„Die Havelspangen-Debatte ist unzeitgemäß“, sagt Tack

„Die Havelspangen-Debatte ist unzeitgemäß. Die erst langfristig überhaupt realisierbare Planung einer Umgehungsstraße wird den Anforderungen an eine moderne, nachhaltige Mobilitätsplanung nicht gerecht“, erklärte Tack am Donnerstag. Eine nachhaltige Verkehrs- und Stadtentwicklung brauche „eine intelligente Verknüpfung individueller und kollektiver Verkehrsmittel, die Einführung eines fahrscheinlosen Nahverkehrs sowie flexiblere Angebote, um Anreize zum Umstieg vom Auto zu schaffen“, so Tack. Dafür sei die Havelspange „ungeeignet“.

Mehrere Fraktionen in der Stadt sprechen sich für neue Prüfungen aus

Die Stadtfraktion der Linken hat für die kommende Stadtverordnetenversammlung dagegen einen umfangreichen Prüfauftrag an die Stadtverwaltung formuliert, der das Projekt der Umgehungsstraße samt einer Brücke von der Bundesstraße 1 zur Bundesstraße 2 über den Templiner See betrifft. Auch die Fraktionen CDU/ANW und Bürgerbündnis/FDP, sowie der SPD-Stadtverordnete Claus Wartenberg gehören zu den Einreichern des Antrags.

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Bürger wollen Havelspange – und zugleich auch mehr Umweltschutz

Sie zitieren dabei auch eine Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ aus dem August. Darin haben sich 77 Prozent der Befragten für einen dritten Havellübergang ausgesprochen, nur 16 Prozent waren dagegen.

Tack zitiert dagegen eine Online-Befragung des in Potsdam ansässigen Instituts for Advanced Sustainability Studies (IASS) aus dem Sommer 2017. Demnach wünschen sich 75 Prozent der Potsdamer Bürger in der Stadtpolitik mehr Bedeutung für den Umweltschutz. Die Umfrage ergab auch, dass knapp die Hälfte der Befragten Investitionen in eine Reduzierung des Autoverkehrs unterstützen würden.

2014 wurde die dritte Havelbrücke aus dem Stadtentwicklungskonzept gestrichen

Das Projekt „Havelspange“ wurde in zahlreichen Varianten über Jahre diskutiert. 2014 beschlossen die Stadtverordneten mit dem neuen Stadtentwicklungskonzept den „gänzlichen Verzicht“ auf eine weitere Havelbrücke für den Autoverkehr. Seit der Einengung der Zeppelinstraße mehren sich die Stimmen für eine Wiederbelebung der Idee.

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Von Peter Degener

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