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Ex-Restaurant am Potsdamer Brauhausberg

„Minsk“-Entscheidung auf 2019 vertagt

Die Ruine des Terrassenrestaurants „Minsk“ am Potsdamer Brauhausberg.

Die Ruine des Terrassenrestaurants „Minsk“ am Potsdamer Brauhausberg.

Südliche Innenstadt.Die Entscheidung über den Umgang mit dem Terrassenrestaurant „Minsk“ am Brauhausberg ist auf das kommende Jahr vertagt worden. Ein von den Stadtverordneten beauftragtes Werkstattverfahren zum Umgang mit dem DDR-Bau am Dienstagabend blieb nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Teilnehmer zunächst ergebnislos und soll am 15. Januar fortgesetzt werden.

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Bis dahin sollen von Vertretern eines am Verfahren beteiligten Planungsbüros mehrere Varianten für eine städtebaulich verträgliche Bebauung des Quartiers mit Erhalt des „Minsk“ ausgearbeitet werden. Ebenfalls diskutiert wurde am Dienstagabend offenbar, ob das „Minsk“ wie ein Baudenkmal behandelt und deshalb im Äußeren unverändert bleiben soll, oder ob man es mit An- und Umbauten verändern kann.

Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Werkstatt im Haus 1 auf dem Verwaltungsgelände fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eine Stellungnahme der Verwaltung gab es zunächst nicht dazu.

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Nach der ersten MAZ-Veröffentlichung im Internet kommentierten mehrere Stadtverordnete als Teilnehmer die Runde: „Wir begrüßen, dass das Vergabeverfahren angehalten wurde und grundsätzlich neu über die Entwicklung des Brauhausberges nachgedacht wird“, sagte André Tomczak (Die Andere): „Anpassungen sind nötig und vertretbar, denn die Rahmenbedingungen haben sich seit der Erstellung des Masterplans 2013 verändert.“

Das Terrassenrestaurant „Minsk“ nach der Eröffnung 1978.

Das Terrassenrestaurant „Minsk“ nach der Eröffnung 1978.

Michél Berlin (Linke) erklärte: „Ich bin guter Hoffnung, dass im Werkstattverfahren eine Lösung gefunden wird, die den Erhalt des ,Minsk’ impliziert und die dadurch verlorenen Bauflächen allenfalls behutsam kompensiert.“ Nach Ansicht von Saskia Hüneke (Grüne) wurden bei diesem ersten Treffen „ganz wichtige Arbeitsaufgaben erteilt“, mit denen zum nächsten Termin die Grundlage für die eigentliche inhaltliche Diskussion geschaffen wurden: „Dass man dann auch mal Varianten sieht, wird der Diskussion gut tun.“

Als „ausgesprochen gut und positiv“ bewertete Wolfhard Kirsch, Fraktionschef von Bürgerbündnis/FDP, die erste Runde. Von den Baumassen bis zur Nutzung des „Minsk“ seien alle Themen angesprochen und entsprechende Aufträge erteilt worden.

Pete Heuer (SPD): „Es bleibt spannend“

Anders die Bewertung von SPD-Fraktionschef Pete Heuer. Im Kreise der Werkstatt sei deutlich geworden, dass der Erhalt des „Minsk“ in seiner Originalform von den Fachleuten mit „sehr viel Skepsis betrachtet wird, geschweige denn, dass jemand eine sinnvolle Nutzung vorschlagen konnte“. Sein Fazit: „Es bleibt spannend.“

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Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg hingegen, der nicht an der Runde teilgenommen hat, konstatierte: „Wir sind auf einem guten Weg.“ In der Werkstatt sei „deutlich gemacht worden, dass im Rahmen des Bebauungsplans Veränderungen unter Einbeziehung des ,Minsk’ möglich sind“.

Baudezernent Bernd Rubelt erklärte in einer ersten Stellungnahme am Mittwochabend: „Der Auftakt war erfolgreich und lösungsorientiert, der Dialog wurde konstruktiv und offen geführt. Alle Teilnehmer sind übereingekommen, dass es vor einer Entscheidung weitere Fachfragen zu klären gibt, die durch das beauftragte Wettbewerbsbüro bearbeitet werden sollen.“

Von dem Folgetermin am 15. Januar erwarte er „eine weiterhin offene Diskussion über die verschiedenen Perspektiven für das gesamte Gebiet“, so Rubelt. Er sei „zuversichtlich, dass wir ein überzeugendes Konzept erarbeiten können, das auch von einer stabilen politischen Mehrheit und der Öffentlichkeit getragen wird“.

Das Bauquartier am Nordhang des Brauhausberges mit dem „Minsk“ und dem Grundstück der bereits abgerissenen Brauhausberg-Schwimmalle soll mit einem Wohnviertel bebaut werden. Der Ertrag aus dem Grundstücksverkauf soll teilweise zur Refinanzierung des neuen Sport- und Freizeitbades „Blu“ verwendet werden.

Höchstgebot liegt bei 27 Millionen Euro

Das Höchstgebot für das in drei Losen ausgeschriebene Gesamtgrundstück liegt bei 27 Millionen Euro. Die Stadt hatte lediglich mit einem einstelligen Millionenbetrag aus dem Grundstücksverkauf gerechnet. Im September sollten die Stadtverordneten den Grundstücksverkauf bestätigen.

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Entwurf für ein Wohnquartier mit erhaltenem „Minsk“.

Entwurf für ein Wohnquartier mit erhaltenem „Minsk“.

Die Abstimmung wurde auf Antrag von Linken, Grünen und Anderen zugunsten weiterer Prüfungen in einem Werkstattverfahren ausgesetzt. Laut Beschluss sollte im Dezember ein Bericht über die Ergebnisse vorliegen. Nach aktuellem Stand wird dieser Bericht den Stadtverordneten frühestens in ihrer März-Sitzung vorgelegt werden können. In ihrer Sitzung am 5. Dezember sollen die Stadtverordneten laut Rubelt über den Zwischenstand informiert werden.

Das Terrassenrestaurant „Minsk“ ist in den 1970er Jahren errichtet worden und steht seit dem Ende der 1990er Jahre leer. Initiativen zur Eintragung des „Minsk“ als Baudenkmal scheiterten 2004 und 2011 an der Landesdenkmalbehörde.

Lesen Sie auch: Heftige Kritik an "Minsk"-Plänen

Von Volker Oelschläger

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