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Zwangsarbeit in Potsdam

Nazi-Zwangsarbeit in Potsdam: Freiland will Gedenkort schaffen

Das Soziokulturzentrum Freiland in Potsdam.

Das Soziokulturzentrum Freiland in Potsdam.

Potsdam.Auf dem Gelände des soziokulturellen Zentrums Freiland in der Friedrich-Engels-Straße soll ein Gedenkort für Zwangsarbeit in Potsdam entstehen. Dafür hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, „die sich nicht nur mit dem authentischen Ort und der dort ausgeübten Zwangsarbeit im Arado-Rüstungsbetrieb während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzt, sondern darüber hinaus einen zentralen Erinnerungsort schaffen will“, teilte das „Geschichtsprojekt Freiland“ am Montag mit.

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Im Februar 1945 zog ein Todesmarsch mit 2000 Häftlingen durch Potsdam

Gestern und heute jährt sich ein Todesmarsch, der vom ehemaligen KZ-Außenlager Lieberose/Jamlitz nach Sachsenhausen führte und am 7. und 8. Februar 1945 Potsdam durchquerte. „Die beinahe 2000 Häftlinge wurden von SS-Angehörigen und anderen Truppen nach Drewitz getrieben. Nachdem es dort zu Erschießungen von ,Marschunfähigen’ gekommen war, führte der Weg der Gefangenen weiter über Potsdam nach Falkensee. Auch wenn sich der genaue Weg der Häftlinge nicht mehr nachvollziehen lässt, so führte der Todesmarsch sichtlich durch das Blickfeld der Potsdamer Stadtbevölkerung“, schreibt die Gruppe.

Blick in eine Wohnbaracke der westlichen Zwangsarbeiter bei den Arado-Flugzeugwerken in den frühen 1940er-Jahren. Das Foto wurde allerdings in den Werken in der Stadt Brandenburg aufgenommen.

Blick in eine Wohnbaracke der westlichen Zwangsarbeiter bei den Arado-Flugzeugwerken in den frühen 1940er-Jahren. Das Foto wurde allerdings in den Werken in der Stadt Brandenburg aufgenommen.

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18.000 Zwangsarbeiter gab es 1944 in Potsdam

So verweist die Historikerin Almuth Püschel darauf, dass allein im Jahre 1944 rund 18 .000 Zwangsarbeiter in beinahe allen Potsdamer Betrieben eingesetzt wurden. Das Freiland-Gelände könnte für einen solchen Gedenkort durch seine zentrale Lage und seine eigene Geschichte geeignet sein, erklärt die Gruppe.

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Im 20. Jahrhundert war das Gelände in und um das Freiland herum ein industriell genutzter Ort. „In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier die Hauptverwaltung der Arado-Flugzeugwerke GmbH und eine Produktionsstätte des Konzerns. Auch hier mussten tausende Menschen aus verschiedenen Ländern Zwangsarbeit für den Arado-Rüstungsbetrieb leisten, die werkseigenen Lager für Zwangsarbeiter:innen gehörten mit zu den größten in der Stadt Potsdam und befanden sich in unmittelbarer Nähe“, heißt es in der Mitteilung. Auch das heutige Gelände MAZ und des Druckzentrums gehörte zu diesem Komplex.

Jetzt sucht die Initiative Erinnerungen und Materialien über diese Zeit. Von großem Interesse seien Fotos, Dokumente oder auch familiäre Berichte und Erlebnisse im Kontext der NS-Zwangsarbeit bei Arado.

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Kontakt:geschichtsprojekt@freiland-potsdam.de

Von MAZonline/pede

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