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Potsdam

Pachtvertrag für Jugendzentrum Freiland nicht verlängert

Das Freiland in der Friedrich-Engels-Straße.

Das Freiland in der Friedrich-Engels-Straße.

Potsdam/Teltower Vorstadt. Dem Jugendkulturzentrum „Freiland“ in der Friedrich-Engels-Straße droht das Aus. Grund ist die Nichtverlängerung des Pachtvertrages durch die Stadtwerke, denen das Grundstück gehört.

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Nach einem der MAZ vorliegenden Antrag der Grünen für die nächste Stadtverordnetenversammlung soll der Oberbürgermeister die Stadtwerke anweisen, den Vertrag zunächst um zwei Jahre zu verlängern und in der Zwischenzeit nach einer Lösung zu suchen.

„Es muss klar sein, dass das Freiland an dem Ort seine Sicherheit behält“, sagte Janny Armbruster, Fraktionschefin und OB-Kandidatin der Grünen, am Dienstag zur MAZ.

Nicht ob, sondern wie es weitergeht

David Kolesnyk (SPD) sagte, Vertreter des Freilands hätten die Fraktion am Montagabend über dass Problem informiert. „Klares Signal“ seitens der SPD sei „nicht die Frage ob, sondern wie es weitergeht“.

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Wie die Grünen plädiere auch die SPD dafür, bis Juni eine Übergangslösung zu finden und damit Zeit für eine dauerhafte Lösung zu finden. „Über das ,Wie’ des weiteren Betriebs mit der Cultus UG über den derzeitigen Pachtvertrag hinaus muss und wird vor dem 30. Juni eine Entscheidung getroffen werden.“

Lutz Boede (Die Andere) sagte, „dass wir es wie Mitteschön wollen: wo es war, wie es war.“

Pachtvertrag wird nicht über September verlängert

Achim Trautvetter, Geschäftsführer der Freiland-Betreibergesellschaft Cultus UG, bestätigte die Angaben der Grünen, nach denen die Stadtwerke dem Freiland mit Schreiben vom 18. April ankündigten, den Pachtvertrag nicht über den 30. September hinaus zu verlängern. Den Nutzern des Grundstücks müsste demnach zum 30. Juni gekündigt werden.

Rathaussprecherin Christine Homann wies zurück, dass das Freiland vor dem Aus stünde: „Diese Befürchtung ist unbegründet“, sagte sie: „Zu dem Sachverhalt finden derzeit Prüfungen statt. Die abschließende Entscheidung, ob die Immobilie in das Vermögen der Landeshauptstadt übernommen wird oder bei den Stadtwerken verbleibt, steht noch aus“, so die Sprecherin.

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„Vorsorglich“ habe die Stadtverwaltung für den geltenden Haushalt bereits die Pachtsumme für das Freilandgelände als Ausgabe eingeplant.

Auch Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg sagte: „Wir wollen, dass es erhalten bleibt.“ Seine Fraktion habe „eine wesentliche Aktie daran, dass das Freiland zustande gekommen ist. Ich sehe aber auch nicht, dass das Aus droht“, so Scharfenberg.

Im Interesse des Freiland müssten allerdings Gespräche geführt werden: Das Zentrum müsse „auf einer stabileren Grundlage stehen, als das gegenwärtig der Fall“ sei.

Stadtwerke-Chef beschwichtigt

Auch Stadtwerke-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius gibt Entwarnung: „Wir wollen Freiland nicht zumachen. Es geht uns nur darum, dass es eine in jeder Hinsicht saubere Regelung zwischen den Stadtwerken und der Landeshauptstadt geben wird.“

Das Jugendkulturzentrum auf dem früheren Gelände der Wasserwirtschaft wurde 2011 zunächst mit einem über fünf Jahre laufenden Pachtvertrag eröffnet, der seit 2016 jährlich verlängert wurde.

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Die Pachtzahlungen der Cultus UG wurden laut Müller-Zinsius in den ersten Jahren als Sponsoring von den Stadtwerken übernommen. In diesem Jahr hat die Stadt erstmals rund 56 000 Euro als Förderung für die Pachtzahlungen in den Haushalt eingestellt.

Auf dem Freiland-Gelände sind laut Trautvetter aktuell rund 250 bis 300 Menschen mit 50 Mietverhältnissen tätig. Pro Jahr kommen nach seinen Angaben rund 90 000 Gäste und Nutzer auf das Gelände. Namhafteste Einrichtung ist der Spartacus-Club. Die Stadt fördert das Freiland mit einem Betriebskostenzuschuss 190 000 Euro jährlich.

Von Volker Oelschläger

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