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ÖPNV

Pendler sammeln 5000 Unterschriften für den Nordbus in Potsdam

Vom Bus auf die Tram, von der Tram auf den Bus: Umsteigen am Campus Jungfernsee.

Vom Bus auf die Tram, von der Tram auf den Bus: Umsteigen am Campus Jungfernsee.

Groß Glienicke. Die ÖPNV-Kritiker aus Groß Glienicke haben es offenbar geschafft: Zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung wollen sie Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) die Listen mit 5000 Unterschriften für die Wiederaufnahme der durchgängigen Busverbindung der Linie 638 von Spandau zum Potsdamer Hauptbahnhof überreichen. Das kündigt Andreas Menzel, der für die Unabhängige Wählergemeinschaft im Ortsbeirat sitzt, an. Die Unterschriftenaktion soll einen Einwohnerantrag ermöglichen.

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Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 hat der Vip die 638er Linie gekappt. Für den Nordbus ist seither am Campus Jungfernsee Schluss. Wer weiter in die Landeshauptstadt will, muss auf die Straßenbahn umsteigen.

Von Kontrolleuren beim Unterschriftensammeln der Tram verwiesen

Andreas Menzel ist beim Unterschriftensammeln mit Vip-Kontrolleuren aneinander geraten

Andreas Menzel ist beim Unterschriftensammeln mit Vip-Kontrolleuren aneinander geraten.

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Menzel schildert, dass die Kontrolleure zunächst die Polizei holen wollten, diese aber nicht kam. „Dann erteilte nur einer der höchst aggressiven Kontrolleure für den ganzen Tag ein Verbot, die Vip zu nutzen“, so Menzel. „Ich sagte zu, mir eine Erlaubnis zu holen und keine Unterschriften in der Vip zu sammeln. Dennoch drohten mir die Kontrolleure damit, wenn sie mich noch mal antreffen, holen wir die Polizei.“

Fahrgästen ist es offiziell untersagt, zu betteln – und zu sammeln

Die Kontrolleure haben laut Vip-Sprecher Stefan Klotz korrekt gehandelt und das Hausrecht und die Beförderungsbedingungen des VBB umgesetzt. Laut dessen Statuten ist es „Fahrgästen ist insbesondere untersagt, in den Verkehrsmitteln oder innerhalb des Bahngebietes Handel zu treiben (außer in den dafür vorgesehenen Verkaufsständen), Druckschriften zu verteilen, zu betteln, zu sammeln, zu werben oder mit dem Ziel des Gelderwerbs Schau- oder Darstellungen zu tätigen“. Zudem sei jeder Fahrgast verpflichtet, sich im Verkehrsmittel stets festen Halt zu verschaffen. „Im Gefahrenfall bremst eine Bahn oder ein Bus ohne Vorankündigung mit hoher Bremskraft“, erklärt Klotz. Stürze im Wageninneren können nur unter Beherzigung der zitierten Vorschriften vermieden werden.

Noch ein weiterer Aspekt spielt laut Klotz eine Rolle: Die Passagiere in den Fahrzeugen könnten sich solchen Befragungen schlecht entziehen. „Hinzu kommt, dass wir zur politischen Neutralität verpflichtet sind“, so der Vip-Sprecher. „Zur Sicherheit unserer Fahrgäste werden wir solche Aktivitäten auch in Zukunft in Fahrzeugen nicht gestatten. Personen, die Auftrag der Vip öffentlich angekündigte Zählungen und Erhebungen durchführen – zum Beispiel Schwerbehindertenerhebung, Befragungen im Rahmen der Verkehrserhebung im VBB oder Fahrscheinkontrollen –, werden für diese Aufgaben durch die ViP legitimiert.“

Von Nadine Fabian

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