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Auf Entdeckungstour

Potsdam im Herbst: Schöne und ruhige Ausflüge in die Parks

Potsdam. Wer nach Potsdam kommt, möchte natürlich das Schloss Sanssouci sehen und in einem der Parks in Potsdam spazieren gehen. Ist Potsdam im Herbst schön? Ja! Doch lohnt in der ungemütlichen Jahreszeit ein Ausflug nach Potsdam und ein herbstlicher Spaziergang durch die Parks? Auf jeden Fall! Das ist sogar eine sehr gute Idee, denn gerade im Herbst kann man die Schönheit der Potsdamer Gartenanlagen in Ruhe genießen.

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Park Sanssouci

Wie eingangs erwähnt, sind es der Park Sanssouci und das dort gelegene Schloss Sanssouci, die in Potsdam die meisten Touristen anziehen. Die Parkanlage ist seit 1990 Unesco-Welterbe und umfasst rund 300 Hektar. Ein Muss bei jedem Besuch in Potsdam. In den Sommermonaten sind daher schon die Stufen hoch zum Sommerschloss des Alten Fritz überlaufen und in dem an sich weitläufigen Park herrscht Gedränge. Kurz: Es ist voll. Im Herbst ist es dagegen im Park Sanssouci wesentlich ruhiger und entspannter. So sind sogar Erinnerungsfotos auf der Treppe hinauf zum Schloss möglich, ohne dass auf dem Bild Dutzende andere Touristen zu sehen sind.

Zudem ist es, mal abgesehen von Corona, wesentlich einfacher an Eintrittskarten für die vielen Schlösser im Park zu bekommen.

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Gesehen haben muss man neben dem Schloss Sanssouci auch das Neue Palais, die Orangerie, die römischen Bäder sowie das kleine, aber feine Schloss Charlottenhof und natürlich das vergoldete Teehaus. Auch ein kurzer Abstecher in den Marlygarten und zur Friedenskirche lohnt immer.

Goldener Oktober im Marlygarten im Park Sanssouci.

Goldener Oktober im Marlygarten im Park Sanssouci.

Ruinenberg

Gegenüber von Schloss Sanssouci, auf der anderen Straßenseite, ist der so genannten Ruinenberg gelegen. Achtung: Alles fake – aber alt! Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Friedrich II. dort oben ein Wasserbecken anlegen lassen, aus dem die Fontänen im Park Sanssouci gespeist werden sollten. Der Erfolg war zu seinen Lebezeiten wohl nicht ganz so groß, heißt es. Der Alte Fritz hatte jedoch den Auftrag gegeben, das schnöde Wasserbecken mit einem kunstvollen Arrangement aus kolossalen Säulen, einem dorischen Rundtempel und einer Pyramide und einem antiken Theater nachempfundenen Ruinenwand zu umranden.

Ein Jahrhundert später kam unter König Friedrich Wilhelm IV. der knapp 23 Meter hohe, einem mittelalterlichen Wachturm nachempfundene Normannische Turm hinzu. Von dort hat man einen Rundum-Blick der bis zum Schlösschen auf der Pfaueninsel und zur Wilhelmshöhe bei Werder (Havel) reicht.

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Neuer Garten

Am anderen, am nördlichen Ende von Potsdam liegt ein weiterer Park, der einen Abstecher auch bzw. gerade bei ungemütlichem Wetter lohnt: Der Neue Garten. Mit rund 100 Hektar ist er etwa dreimal so klein wie Park Sanssouci. Hier empfiehlt sich vielleicht gerade der Besuch im Herbst, um einen entspannten Spaziergang durch den Park zu genießen. Im Sommer ist dies kaum möglich. Zu der Gartenanlage gehört der Heilige See, der sich im Laufe der Zeit zu einem der beliebtesten Badeorte der Potsdamer und Potsdamerinnen entwickelt hat – zum Ärger der Schlösserstiftung auch über die geduldete Badestelle im Norden des Sees hinaus. Gerade nach einem sommerlichen Wochenende zeigen sich die unschönen Hinterlassenschaften in Form von leeren Flaschen, Pizza-Kartons und anderem Unrat. Also nichts wie hin im Herbst. Zu empfehlen ist in jedem Fall der Besuch von Schloss Cecilienhof, im Marmorpalais – vis-à-vis zu den Vilen in der Berliner Vorstadt, dem Zuhause unter anderem von Günther Jauch. Auf jeden Fall zu empfehlen ist ein Spaziergang zur Glienicker Brücke ("Agentenbrücke" und Drehort für "Bridge Of Spies mit Tom Hanks) und ein Abstecher ins Gasthaus Meierei – mit tollem Blick auf den Jungfernsee. Der aber, das muss hier erwähnt werden, im Sommer noch schöner ist, da der direkt am Wasser gelegene Biergarten geöffnet hat. Der Qualität des Bieres kann aber keine Jahreszeit etwas anhaben. Dort hat auch Prinz Philip, der verstorbene Ehemann von Queen Elisabeth II., bereits (verbotenerweise) ein Bier getrunken – und für gut befunden.

Belvedere auf dem Pfingstberg

Das Belvedere auf dem Pfingstberg, oberhalb des Neuen Garten gelegen, bietet einen der schönen Ausblicke über ganz Potsdam bis hin nach Berlin. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das prächtige Bauwerk errichtet. Zu DDR-Zeiten dem Verfall anheimgestellt, wurde das Belvedere bereits kurz nach der Wende wieder liebevoll restauriert und vor dem Verfall gerettet. Der Eintritt lohnt sich – und heiraten kann man dort übrigens auch.

Was für eine Aussicht! Hier der Blick Anfang Oktober 2019 in Richtung Potsdamer Innenstadt.

Was für eine Aussicht! Hier der Blick Anfang Oktober 2019 in Richtung Potsdamer Innenstadt.

Tipp: Gehen Sie um das Belvedere herum, erkunden Sie den Pfingstberg. Etwas abseits des Belvederes befindet sich der Pomonatempel. Dabei handelt es sich um das im Jahr 1801 erste ausgeführte Bauwerk des Architekten Karl Friedrich Schinkel.

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Park Babelsberg

Der Park Babelsberg mutet im Vergleich zum Neuen Garten oder dem Park Sanssouci fast wild an. Die Gartenanlage ist zudem jünger als die anderen beiden. Sie wurde erst um 1833 im Auftrag des Prinzen Wilhelm (später Kaiser Wilhelm I.) angelegt. Von den Hügeln rund um das neugotische Schloss Babelsberg hat man einen wunderschönen Blick auf die Glienicker Brücke und zum Schlosspark Glienicke.

Das Schloss Babelsberg.

Das Schloss Babelsberg.

Viele geschwungene Fußwege laden zum Spazierengehen ein. Fast hinter jeder Kurve ist etwas Neues zu entdecken: Künstliche Wasserläufe und Seen wurden in die herrliche Landschaft integriert. Unterhalb des Schlosses, direkt am Tiefen See, liegt eines der beiden Freibäder Potsdams. Viele Potsdamer bevorzugen jedoch die vielen wilden Badestellen abseits des offiziellen Bades. Wie im Neuen Garten, und auch hier zum Ärger der Schlossstiftung, geht es im Sommer auch hier heiß her und es werden Party gefeiert. Genießen Sie also die Ruhe im Herbst. Vom Park Babelsberg aus ist zudem Klein Glienicke sehr gut zu erreichen – die ehemalige Ost-Enklave im Westen, auch "Blinddarm der DDR" genannt. Dort kam man jahrzehntelang nur als Bewohner oder mit einem Passierschein rein. Von dort ist es dann auch nicht mehr weit zur Glienicker Brücke und zum Neuen Garten (siehe oben).

INFO: Auf der Homepage der Schlösserstiftung gibt es eine Übersicht über alle geöffneten Schlösser und die jeweiligen Öffnungszeiten sowie Eintrittspreise. Weitere Informationen unter www.spsg.de.

Von MAZonline

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