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Wissenschaft in Potsdam

Potsdam bahnt Kooperation mit Wissenschaft für Biosphäre an

Biospähren-Chef Sebastian Leifgen, Oberbürgermeister Mike Schubert und ProPotsdam-Geschäftsführer Bert Nicke (v.l.) in der Tropenhalle

Biospähren-Chef Sebastian Leifgen, Oberbürgermeister Mike Schubert und ProPotsdam-Geschäftsführer Bert Nicke (v.l.) in der Tropenhalle

Bornstedter Feld. Über die Zukunft der Potsdamer Biosphäre entscheiden die Stadtverordneten am kommenden Mittwoch, doch die Stadtverwaltung steuert schon jetzt strikt auf eine Weiternutzung der Tropenhalle mit breiteren Inhalten zu. Am Dienstag traf sich Oberbürgermeister Mike Schubert mit Vertretern von Potsdamer Forschungsinstituten und der Geschäftsführung der städtischen Bauholding Pro Potsdam, die die Halle übernehmen soll. Sie loteten Möglichkeiten einer Zusammenarbeit aus, denn dem Konzept Biosphäre 2.0 zufolge soll die Tropenhalle um weitere Klimazonen erweitert werden, zu denen die Institute Wissen anbieten können. Die Variante der Nachnutzung als so genannte „Kalthalle“ für Sport, Kultur und Stadtteilarbeit wird von der Stadtverwaltung nicht gewünscht. Die Halle sorgt vor allem wegen des immensen Energiebedarfs für hohe Betriebskosten.

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Der neue Geschäftsführer der Biosphäre, Sebastian Leifgen, stellte sich erstmals einem größeren Kreis von Wissenschaftlern vor, die unter anderem vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ), der Universität Potsdam, dem Vereins proWissen, dem Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), dem Alfred-Wegener-Instituts sowie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kamen.

„NaturCampus“ heißt das neue Konzept

Gemeinsam mit dem Bau-Beigeordneten Bernd Rubelt und ProPotsdam-Geschäftsführer Bert Nicke stellte Schubert das Nachnutzungskonzept Biosphäre 2.0 vor, das unter dem Namen „NaturCampus“ den Weiterbetrieb der Tropenwelt in Verbindung mit dem Volkspark Potsdam vorsieht. Geplant sind sowohl bauliche als auch gesellschaftliche Umstrukturierungen, eine Planungs- und Vorbereitungsphase von Juni 2023 bis Juli 2025 sowie eine daran anschließende Umbauphase bis Oktober 2027.

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„Wir wollen langfristig mit den Forschungsinstituten zusammenarbeiten, Schnittmengen finden und gemeinsam mit ihnen die Biosphäre für den Wissenstransfer nutzen“, erklärte Leifgen. Will heißen: Die Einrichtungen sollen aktuelle Forschungsergebnisse in der Tropenhalle präsentieren und an die Besucher vermitteln. Dabei soll immer klar zu erkennen sein, von wem die Erkenntnisse kommen.

Potsdamer Wissenschaft steht bereit

Zugleich sollen die Potsdamer auf anstehende Veränderungen in der Biosphäre vorbereitet werden. Bei den Vertretern aus der Forschung sei diese Idee gut angekommen, teilte die Biospährenleitung mit. Wichtig dabei sei, nur solche Inhalte zu vermitteln, die die Potsdamer Forscher selbst erarbeitet haben. So wolle man Menschen erreichen, die die Institute auf den herkömmlichen Wegen nicht erreichen. Einig waren sich die Versammelten, dass es für die Kooperation eines Alleinstellungsmerkmals bedarf, das sich nicht etwa in Berlin schon in ähnlicher Form findet.

Nächste Runde im August

Für August haben die Teilnehmer des Austauschs eine erneute Zusammenkunft avisiert. Dann sollen weitere Potsdamer Institute eingeladen werden. „Ich gehe mit einem guten Gefühl aus diesem Treffen“, sagt Biosphäre-Chef Leifgen: „Ich freue mich, dass wir auch für unseren nächsten Termin im August schon konkrete Verabredungen treffen konnten.“ Dann wollen sowohl die Wissenschaftler als auch das Team der Biosphäre Potsdam darlegen, was sie jeweils kurzfristig für die Kooperation beisteuern können.

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Mit rund 180.000 Gästen jährlich, davon mehr als zwei Drittel aus der Landeshauptstadt und dem Umland, ist die Biosphäre Potsdam auf Platz vier der meistbesuchten Orte in Potsdam nach dem Park Sanssouci, dem Museum Barberini und dem Filmpark Potsdam.

CDU will lieber Stadtteilzentrum

Die Potsdamer CDU indes findet die Beschlussvorlage der Verwaltung für die Stadtverordnetenversammlung am 1. Juni „irritierend. Sollen die Interessen der Bornstedter einfach weggestimmt werden?“, fragt Anke-Britt Möhr, Vorsitzende der CDU Potsdam Nord-West. Bisherige Positionen – auch der Rathauskooperation – würden „kurzerhand über Bord geworfen“. Selbst die vom SPD-Stadtverordneten Pete Heuer vorgeschlagene Variante einer sogenannten Kaltlufthalle mit Bürgertreff und Sportmöglichkeiten stehe nicht mehr zur Abstimmung: „Übrig geblieben ist einzig und allein das Wunschkind des OB, die Biosphäre 2.0, die auf eine überregionale Bekanntheit und ein überregionales Publikum zielt.“ Die Bornstedter brauchen nach Möhrs Ansicht ein echtes Stadtteilzentrum mit Gastronomie, mit einem Bürgerzentrum, mit Indoor-Sportmöglichkeiten.

Während der Finanz- und der Umweltausschuss dem Konzept 2.0 zugestimmt haben, wurde die Vorlage im Bauausschuss am Dienstag nur in Teilen befürwortet; der Weiterbetrieb als Tropenhalle mit Ergänzungen wurde sogar verworfen.

Von Rainer Schüler

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