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„Keine Spaltungen“

Potsdams Studierende gegen Studentenwohnungen in Josephinen-Wohnanlage

Beste Lage: Die Josephinen-Wohnanlage in der Potsdamer Innenstadt.

Beste Lage: Die Josephinen-Wohnanlage in der Potsdamer Innenstadt.

Potsdam. Das Studierendenparlament (StuPa) der Universität Potsdam hat sich in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig gegen die mögliche Umwandlung der Josephinen-Wohnanlage in ein privates Studierendenwohnheim ausgesprochen und ist damit einem entsprechenden Antrag der Hochschulgruppe Die Linke.SDS gefolgt. Statt einer Umwandlung fordert das StuPa "den Erhalt der Anlage mit bezahlbaren Mieten" für die dort lebenden Senioren und Seniorinnen.

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Nach der Massenkündigung der jetzigen Bewohner in der Josephinen-Wohnanlage hatte Manfred Dreier-Gehle, Geschäftsführer der SGG Soziale Grundbesitzgesellschaft Potsdam mbH, vor wenigen Wochenmitgeteilt, dass die Immobilie in der Burgstraße nicht verkauft wird, die dortigen Wohnungen vielmehr für die zukünftige Vermietung an Studenten hergerichtet werden.

Für Studenten unbezahlbar

In dem im StuPa beschlossenen Antrag heißt es, dass eine Umwandlung der Josephinen-Wohnanlage nicht als Teil der Lösung der Wohnungsnot der Studierenden in Potsdam zu sehen sei. Eine wirkliche Lösung der prekären Wohnungssituation läge stattdessen in einer „kräftigen Erhöhung des BAföG-Satzes, eine Wohnungsbauoffensive für staatliche Studiwohnheime sowie ein Ende der privaten und völlig überteuerten Studiwohnheime in dieser Stadt“.

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Tilman Kolbe, StuPa-Abgeordnete von Die Linke.SDS teilte mit, dass man bereits Erfahrungen mit privaten Wohnheimen in Potsdam habe. Als Beispiel nannte er das Bascecamp in Golm, wo für ein Apartment mit 28 qm 590 Euro bezahlt werden müssen. „Das ist für die meisten Studierenden völlig unbezahlbar. Wir befürchten bei dem geplanten Studierendenwohnheim ähnliche Mietpreise“, so Kolbe. Auf unbezahlbaren Wohnraum könne man „herzlich verzichten“. Man wolle sich solidarisch mit den betroffenen Senioren und Seniorinnen zeigen und „keine Spaltungen“ betreiben. Mit dem Antrag mache man zudem darauf aufmerksam, dass sowohl die ältere Generation als auch die Studierenden „dringend bezahlbaren Wohnraum“ benötigen.

Leben und studieren in Potsdam: Eine aktuelle Wohnungsmarkt-Analyse zeigt, dass die Bafög-Wohnpauschale (325 Euro pro Monat) für Studenten in Potsdam nicht für die Miete ausreicht.

Am vergangenen Samstag waren mehr als 100 Menschen zu einer Solidaritätsbekundung für die gekündigten Bewohner der Josephinen-Anlage in Potsdam gekommen. Es fielen bittere Worte; man rief zum Kampf gegen den Betreiber auf. Selbst Bundeskanzler Olaf Scholz will sich für die gekündigten Senioren in der Josephinen-Wohnanlage einsetzen. Zur Auseinandersetzung mit den MK-Kliniken dämpft der Potsdamer aber große Erwartungen.

Von MAZonline

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