Verlängerung der Straßenbahn in den Potsdamer Norden

Tram-Ausbau der Linie 96 vom Zentrum bis Fahrland kostet 223 Millionen Euro

Eine Visualsierung der Straßenbahn nach Krampnitz über die Südbrücke der Insel Neu Fahrland.

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Potsdam. Die Straßenbahn nach Krampnitz kostet nach aktuellen Baupreisen 123 Millionen Euro, der Ausbau bis nach Fahrland weitere 42 Millionen Euro. Die Stadt will den größten Teil der Investitionen mit Hilfe des Bundes und des Landes fördern, rechnet aber mit gut 50 Millionen Euro Eigenanteil. Das geht aus dem „Finanzierungskonzept für den Ausbau der Tram 96“ hervor, das die Potsdamer Stadtverwaltung jetzt den Stadtverordneten als Beschlussentwurf vorlegt.

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Umbau von Heinrich-Mann-Allee und Friedrich-Ebert-Straße für 49 Millionen Euro

Das Gesamtpaket ist dabei sogar noch größer. Zum Ausbau der Linie  96, die als Rückgrat des Potsdamer Straßenbahnnetzes vom Kirchsteigfeld bis zum Campus Jungfernsee führt, gehören weitere millionenschwere Teilprojekte: Der zweigleisige Ausbau der Nedlitzer Straße kostet knapp neun Millionen Euro. Der barrierefreie Ausbau der Haltestellen und die Verbreiterung der Gleistrasse für größere Bahnen in der Friedrich-Ebert-Straße und der Heinrich-Mann-Allee kosten weitere 49 Millionen Euro. Bei diesen Teilprojekten geht die Stadt davon aus, dass sie den städtischen Haushalt mit gut 14 Millionen Euro belasten werden.

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Diie eingleisige Trasse in der Nedlitzer Straße muss zweigleisig ausgebaut werden.

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Bund fördert Ausbau der Infrastruktur zu 75 Prozent

Nur rund ein Drittel der städtischen Investitionen ist bereits in der Finanzplanung der Stadt eingepreist, etwa die Maßnahmen in der Heinrich-Mann-Allee. Auch aus der Entwicklungsmaßnahme für das Bornstedter Feld und für Krampnitz fließen mehr als 17 Millionen Euro in das Projekt. Offen sind laut Finanzierungskonzept aber immer noch 39,3 Millionen Euro, die die Stadtverordneten jetzt absichern müssen. Nur dann kann der Verkehrsbetrieb Potsdam einen Förderantrag für alle Teilprojekte bei Bund und Land stellen. Das Land würde 15 Prozent der Baukosten bereitstellen, der Bund sogar 75 Prozent im Rahmen des „Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes“ (GVFG).

Die Stadt, der ViP und das Land Brandenburg sollen zudem eine gemeinsame Absichtserklärung zum „stadtbahngerechten Um- und Ausbau der Tramlinie 96“ bekunden, damit überhaupt die zentralen Fördermittel des Bundes beantragt werden können. „Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) und dessen nachgeordnete Bewilligungsbehörde (Landesamt für Bauen und Verkehr, LBV) sowie die Landeshauptstadt Potsdam und die ViP haben sich zu einer möglichen Finanzierung aus dem GVFG-Bundesprogramm bereits verständigt“, heißt es.

Die tatsächlichen Kosten für den Aus- und Umbau dürften noch über den genannten Zahlen liegen: Grund ist die immense Baukostensteigerung der vergangenen zwei Jahre – wenn diese sich fortsetzt, betrifft sie auch das Tramprojekt.

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Für Grundstückankäufe sind fünf Millionen Euro vorgesehen

Weitere Unsicherheit: Die Stadt hat noch längst nicht alle nötigen Grundstücke für die Tramverlängerung. Gerade im Ortsteil Neu Fahrland müssen Flächen entlang der Bundesstraße B 2 von Privateigentümern erworben werden. Laut Finanzierungskonzept rechnet die Verwaltung mit Kosten für Grunderwerb in Höhe von 4,3 Millionen Euro im kritischen Abschnitt zwischen Campus Jungfernsee und Krampnitz. In Fahrland und entlang der Nedlitzer Straße sind zusammen weitere 0,7 Millionen Euro für Grundstückskäufe kalkuliert. Solche Geschäfte sind zur Hälfte förderfähig.

Offen ist allerdings, ob es nicht manche Privateigentümer auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Beim engen Zeitplan, den die Bauherren angesichts des geplanten Wachstums von Krampnitz haben – die Tram soll Ende 2029 ans Netz gehen – steht die Stadt unter großem Einigungsdruck. Das könnte die Preise in die Höhe treiben.

Über die Folgekosten des Projekts und die Risiken von Baukostensteigerungen wird die Verwaltung in einer weiteren Vorlage informieren.

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