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Neue Busverbindungen in Potsdam

Potsdams neue Buslinien: schneller zur Regionalbahn und Uni

Ab Samstag tritt mit dem neuen Fahrplan auch das Buskonzept für Potsdams Nordwesten in kraft.

Ab Samstag tritt mit dem neuen Fahrplan auch das Buskonzept für Potsdams Nordwesten in kraft.

Potsdam. Mit dem Fahrplanwechsel des Potsdamer Verkehrsbetriebs (ViP) ab Samstag fahren in Potsdams Nordwesten neue Buslinien. Erstmals wird auch eine Direktverbindung zwischen Bornstedt und Golm über Bornim und Eiche realisiert. Damit werden die Hochschulstandorte der Fachhochschule Potsdam im Norden und der Wissenschaftspark in Golm samt Universität deutlich besser miteinander verknüpft. Bislang mussten Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs erst ins Stadtzentrum hineinfahren, um dann in den Norden oder Westen der Stadt zu gelangen.

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Verbesserungen für Pendler aus Bornstedt, Bornim und dem Norden nach Pirschheide, Golm und Park Sanssouci

Vor allem die Bahnhöfe Golm, Park Sanssouci und Pirschheide sind aus dem Norden ab sofort deutlich besser angebunden. „Wir wollen die Pendler nach Berlin stärken. Darauf ist das Buskonzept an vielen Stellen ausgerichtet“, sagt Potsdams Verkehrsplaner Norman Niehoff. Bislang musste man aus dem Norden zum Potsdamer Hauptbahnhof fahren, um etwa die Regionalbahn nach Berlin nehmen zu können.

Buskonzept Potsdam April 2022

Buskonzept Potsdam April 2022

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Für den Baubeigeordneten Bernd Rubelt (parteilos) ist vor allem die neue Route der Linie 697 wichtig, die von Neukladow über den Campus Jungfernsee und den Campus Fachhochschule zum Bahnhof Park Sanssouci und anschließend bis zur Pirschheide fährt – bislang endete diese Linie an der Kolonie Alexandrowka. „Das können Pendler als richtig gute Standardverbindung nach Berlin entdecken“, sagte Rubelt. Für Bewohner des Bornstedter Feldes bedeutet diese Verbindung, dass sie beispielsweise von der Haltestelle Kirschallee bis zur Regionalbahn am Park Sanssouci in nur elf Minuten Fahrtzeit gelangen. Diese Linie verkehrt tagsüber im 20-Minuten-Takt.

Veränderte Linienführungen bei den Bussen 698, 695, 612 und anderen Linien

Viele bisherige Linienführungen wurden verändert. So fährt der Bus 698 künftig von der Kirschallee über Bornim nicht mehr nur bis Geiselberg, sondern bis zum Bahnhof Golm. Der Bus 695 ersetzt die ab Samstag wegfallende Linie 606 und fährt vom Hauptbahnhof wie gewohnt über Sanssouci – jedoch nicht mehr zum Bahnhof Pirschheide, sondern ebenfalls bis nach Golm. Die Linie 612 von Neu Töplitz fährt jetzt über Golm und Eiche bis zur Fachhochschule und stellt damit eine weitere neue Direktverbindung zwischen dem Bornstedter Feld und dem Westen der Stadt dar.

Drei neue Haltestellen gehen in Betrieb. In Golm ist es die „Weinmeisterstraße“, an der Amundsenstraße zwischen Eiche und Bornim gibt es nun die Haltestellen „Katharinenholzstraße“ und „Abzweig nach Eiche“. Letztere existierte bislang nur in eine Richtung und ermöglicht ab sofort den Umstieg in alle Fahrtrichtungen.

Stadtpolitik hatte Druck gemacht

Das Buskonzept Nordwest ist nicht nur reine Verschiebung von Kapazitäten, sondern eine echte Erweiterung des Angebots: Die Zahl der jährlichen Strecken im Busverkehr steigt um 130.000 Kilometer, was etwa fünf Prozent der Betriebsleistung im Nordwesten entspricht. Zwei zusätzliche Busse wurden angeschafft und fünf zusätzliche Busfahrer sind nötig, um das Konzept umzusetzen.

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Für den Potsdamer Chef-Verkehrsplaner Norman Niehoff ist klar: „Wir wollen das Angebot hochfahren, auch wenn die Fahrgastzahl noch gering ist. Wir wollen jedem, der im Nordwesten wohnt oder arbeitet und neu hinzukommt etwas bereitstellen, damit er sich von Anfang an auf den ÖPNV stützt.“ Bis in einigen Jahren der Nahverkehrsplan wieder fortgeschrieben wird, sollen die Linien beobachtet werden. Dann können entsprechend gut nachgefragte Linien noch bessere Taktungen bekommen – oder aber die Hoffnungen erfüllen sich nicht.

Den Anstoß zu den neuen Direktverbindungen gaben Potsdams Kommunalpolitiker. Vor allem ein Antrag der SPD von Mai 2019 hatte viele der jetzt umgesetzten Verbindungen zwischen Bornstedt und Golm gefordert. „Ich möchte nicht verschweigen: Wir haben von der Politik den Druck bekommen, sonst wären wir nicht so schnell gewesen“, sagte Rubelt am Donnerstag.

Tram-Wendeschleife am Hauptbahnhof geht in Betrieb

Auch im Tramverkehr gibt es durch den neuen Fahrplan Verbesserungen. Denn am Samstag geht die neue Tram-Wendeschleife am Hauptbahnhof in Betrieb und ermöglicht deshalb flexiblere Routen für Straßenbahn. Die Tram 99 von Babelsberg fährt künftig nicht nur bis zum Platz der Einheit, sondern bis zum Hauptbahnhof. Sowohl die Tram 94 als auch die Tram 99 fahren künftig stets drei Minuten später. Damit soll der Anschluss an die S-Bahn am Hauptbahnhof verbessert werden.

Das Bornstedter Feld wird besser mit der Tram 92 angebunden. Der 10-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Kirschallee wird auch auf den Vormittag ausgeweitet. Das geht allerdings auf Kosten der Fahrgäste zum Schlaatz. Es fahren nicht mehr so viele Bahnen bis zum Bisamkiez durch, um erst dort zu wenden – sie drehen ab Samstag zu bestimmten Zeiten bereits am Hauptbahnhof.

Info: Die neuen Linienpläne gibt es unter www.swp-potsdam.de. Alle Fahrpläne sind in der VBB-App eingepflegt. Fragen beantwortet der Verkehrsbetrieb unter 0331/661 42 75.

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Von Peter Degener

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