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Holperpisten

Die schlimmste Straße in Potsdam gesucht: Stimmen Sie jetzt ab!

An der Straße Am Neuen Garten zwischen Treffpunkt Freizeit und dem großen Gartentor entlang der Parkmauer wird es sehr eng, vor allem für Radfahrer

An der Straße Am Neuen Garten zwischen Treffpunkt Freizeit und dem großen Gartentor entlang der Parkmauer wird es sehr eng, vor allem für Radfahrer

Potsdam. Wenn sogar die hart gesottene Postfrau ihr schweres Rad lieber schiebt, als über das marode Pflaster zu holpern, muss die Straße schon in einem wirklich schlechten Zustand sein. In der Drevesstraße in Potsdams Teltower Vorstadt war das schon vor fünf Jahren der Fall. „Bei diesen großen Ritzen zwischen den Steinen kippt man schnell mit dem Rad um“, hatte Postzustellerin Christin Thätner damals gesagt, „vor allem für ältere Leute ist das gefährlich.“ Auch deshalb haben die MAZ-Leser die Holperpiste zur schlechtesten Straße der Stadt gewählt. Und bis heute hat sich dort rein gar nichts geändert.

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Schlechteste Straße der Stadt: Wo ist es am schlimmsten?

Das Interesse an der Abstimmung damals war riesig, dutzende Vorschläge und Beschwerden zu Straßen in Potsdam und dem Umland erreichten die Redaktion. Von der kleinen Verbindungsstraße in Babelsberg bis zur Landesstraße in der Mittelmark reichten die Vorschläge, große Routen wie die Templiner Straße und Marginalen wie die Strecke am Neuen Garten haben es ebenso in die Abstimmung geschafft wie wenig befahrene Wege im Ländlichen.

Potsdams schlechteste Straßen: Drevesstraße in der Teltower Vorstadt

Potsdams schlechteste Straßen: Drevesstraße in der Teltower Vorstadt

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Schlimmer als die Drevesstraße wurde allerdings keine andere Route bewertet, 409 Stimmen erhielt sie im Voting. Die Maulbeerallee am Park Sanssouci kam damals mit 154 Stimmen auf Platz zwei, der Schlaatz­weg in der Teltower Vorstadt belegte mit 93 Stimmen Rang drei. Die Babelsberger Kopernikusstraße mit 53 Stimmen und die Straße Am Neuen Garten mit 45 Stimmen komplettierten die Flop-Five.

Potsdam hat Straßen saniert

Allerdings war die Landeshauptstadt in den vergangenen fünf Jahren nicht untätig. Besonders bemerkenswert ist die Veränderung des Schlaatzwegs. Vor fünf Jahren schilderte ein Anwohner: „Schlafen bei offenem Fenster im Sommer ist kaum denkbar“, und schickte zum Beweis ein Video von einem Lastwagen, der frühmorgens so laut wie rücksichtslos über das Pflaster rumpelte. Löcher in der Pflasterung waren notdürftig mit Bitumen aufgefüllt, die Einfahrt zur Friedrich-Engels-Straße stand gar bei Regen ständig unter Wasser. Heute ist die Situation eine andere. „Es gab 2019 einen grundhaften Ausbau, 2021 wurde am Radweg zudem die Deckschicht erneuert“, sagt Stadtsprecherin Christine Homann. Das Ergebnis ist sicht- und spürbar, der Schlaatzweg wurde von der Holper- zur Vorzeigestraße. Allerdings wurde bei der Aufarbeitung auf Höhe des Aradosees ein Abschnitt des Radwegs vergessen, hier finden sich auf gut hundert Meter weiterhin tiefe Risse in der Fahrbahn.

Der Schlaatzweg in der Teltower Vorstadt nach der Sanierung

Der Schlaatzweg in der Teltower Vorstadt nach der Sanierung

Auch Am Neuen Garten wurde die Fahrbahn erneuert, zudem meldet die Stadtverwaltung „partielle kleinteilige Gefahrenstellenbeseitigungen im Fahrbahnbereich“. Doch das Grundproblem hier ist nicht die Fahrbahn, sondern die Enge – und die kann nicht beseitigt werden. Bei Verkehr in beide Richtungen ist das gefahrlose Überholen von Radfahrern nicht möglich, sie geraten hier besonders leicht in brenzlige Situationen.

Straßenerhaltung statt Verbesserung in Babelsberg

In der von jedem Touristenbus befahrenen Maulbeerallee fanden immer wieder „partielle Pflasterausbesserungen im Kleinsteinpflasterbereich“ statt. Das klingt nach notdürftigen Arbeiten, großflächiger waren nur die Erneuerungen von Anschlüssen zum Drachenberg und vom Asphalt zwischen Historischer Mühle und dem kleiner gepflasterten Straßenabschnitt.

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Die im Ranking auf dem vierten Platz gelandete Kopernikusstraße erlebte in den letzten fünf Jahren nach Auskunft der Stadtsprecherin lediglich „Straßenerhalt“, die letzten raumgreifenden Arbeiten fanden bereits vor mehr als zehn Jahren statt. In allen genannten Straßen sind „kurzfristig aus jetziger Kenntnis heraus keine maßgeblichen Straßenbaumaßnahmen bekannt“, sagt Sprecherin Christine Homann.

Potsdams schlechteste Straßen: Die Kopernikusstraße in Babelsberg

Potsdams schlechteste Straßen: Die Kopernikusstraße in Babelsberg

Neue und alte Rumpelpisten

Doch nicht nur, dass die schon 2017 als katastrophal eingeschätzten Straßen kaum saniert wurden, ist ein Problem. Auch viele andere Strecken sind seit langem Rumpelpisten, haben sich sogar noch verschlechtert. Wer etwa mit Auto oder Rad durch die Sellostraße in der Brandenburger Vorstadt fahren will, sollte buchstäblich einen Gang runterschalten: Hier ist es so holprig, dass kaum mehr als Schritttempo drin ist. Die – erst vor 20 Jahren sanierte – Tuchmacherstraße in Babelsberg und das Dichterviertel mit Goethe-, Lessing- Reuter- und Uhlandstraße machen wenig Freude, ebenso sieht es in Groß Glienicke zwischen Schlänitzsee und Grube aus.

Immerhin: Die Stadt hat die Holperpisten im Blick. So werde selbstverständlich im Rahmen der Straßenaufsicht turnusmäßig überprüft, wo neue Schadstellen auftreten, kleinteilige Maßnahmen würden dann auch kurzfristig erledigt, sagt Christine Homann.

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