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Opfergedenken in Potsdam

Sechs Stolpersteine: Schüler recherchieren die Geschichten deportierter Potsdamer Juden

In Potsdam wurden am 6. Dezember Stolpersteine verlegt.

In Potsdam wurden am 6. Dezember Stolpersteine verlegt.

Potsdam. In Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus hat Potsdam neue Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Sie liegen nun im Pflaster vor den Häusern Griebnitzstraße 8, Ludwig-Richter-Straße 15 und Lindenstraße 15 sowie in Neu Fahrland und erinnern an Bewohner, die von dort in Konzentrationslager deportiert wurden. Die Geschichte dieser Bewohner wurde von Potsdamer Schülern recherchiert.

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Griebnitzstraße 8: Fritz Hirschfeld und Käthe Alexander-Katz

Humboldt-Gymnasiasten mit ihrer Lehrerin Ulrike Boni-Jacobi befassten sich mit Fritz Hirschfeld und Käthe Alexander-Katz. Hirschfeld war von 1927 bis 1933 Vorsitzender am Potsdamer Amtsgericht. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet. Käthe Alexander-Katz wohnte in den 1930er-Jahren in seinem Haus, Griebnitzstraße 8, und pflegte seine Ehefrau. Die Katholikin jüdischer Herkunft wurde in Auschwitz ermordet.

Ludwig-Richter-Straße 15: Paul Elkan Bernhardt

Zu den Lebensgeschichten von Paul Elkan Bernhardt und Hugo Baron arbeiteten Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Raika Seipold. Der Nervenarzt Bernhardt lebte in der heutigen Ludwig-Richter-Straße und nahm sich vermutlich das Leben, um der Deportation zu entgehen.

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Lindenstraße 15: Hugo Baron

Hugo Baron lebte seit 1898 in Potsdam und betrieb ein Geschäft für Herren- und Jungenausstattung, unter anderem in der Lindenstraße. Als langjähriges Mitglied der jüdischen Gemeinde wurde auch er diskriminiert, verfolgt und ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb er am 2. Dezember 1942.

Neu Fahrland: Paul Otto und Käthe Meyerstein

Montessori-Oberschüler und ihre Lehrerin Martina Oestreich erforschten das Leben von Paul Otto und Käthe Meyerstein. Das Ehepaar lebte mit seinen beiden Söhnen in Neu Fahrland. Während den Söhnen die Flucht in die USA glückte, gelang den Eltern die Emigration nicht. Beide wurden 1942 ins Ghetto von Riga deportiert. Paul Otto Meyerstein verstarb dort; seine Frau Käthe wurde nach Auschwitz gebracht, wo sie ermordet wurde.

Stolpersteine werden in Potsdam seit 2008 verlegt

Die Landeshauptstadt beteiligt sich seit 2008 an der Aktion Stolpersteine. Am Freitag wurden die kleinen Gedenktafeln von Gunter Demnig selbst ins Pflaster gesetzt. Die Schüler stellten zuvor ihre Recherche-Ergebnisse im Landgericht Potsdam vor. „Beeindruckend, wie die Schüler sich hoch engagiert eingebracht haben. Dies wurde auch von den Nachfahren der Opfer ausdrücklich gewürdigt“, so Potsdams Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel.

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Von MAZonline

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