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Vorwürfe wegen Machtmissbrauchs

Nach Skandal am Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg: Homolka zieht Konsequenzen

Walter Homolka bei der Eröffnung des Europäischen Zentrums für Jüdische Gelehrsamkeit auf dem Universität Potsdam Campus Am Neuen Palais mit Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD).

Walter Homolka bei der Eröffnung des Europäischen Zentrums für Jüdische Gelehrsamkeit auf dem Universität Potsdam Campus Am Neuen Palais mit Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD).

Potsdam. Nach dem Skandal um die Verbreitung pornografischen Materials durch einen Lehrbeauftragten gepaart mit Vorwürfen von Intransparenz und Machtmissbrauch am Abraham-Geiger-Kolleg (AGK) zieht sich der Gründer und langjährige Direktor des Abraham-Geiger-Kolleg (AGK) zurück.

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Rabbiner Walter Homolka wird seine Gesellschafteranteile an dem privatwirtschaftlich geführten Kolleg unentgeltlich an die Leo-Baeck-Stiftung abtreten. Das teilte das Kolleg am Donnerstag mit. Damit zieht Homolka die Konsequenzen aus der immer lauter werdenden Kritik an den Zuständen an dem Institut, das seit Jahren als Leuchtturmprojekt in der Brandenburger Bildungslandschaft gegolten hatte.

Neuaufstellung des Geiger Kollegs in Potsdam

„Die Leo Baeck Foundation mit Sitz in Brandenburg ist ab heute alleiniger Träger des Abraham Geiger Kollegs (AGK)“, heißt es in der Mitteilung. Die Anteilsübertragung sei ein wichtiger Schritt für die Neuaufstellung des Abraham Geiger Kollegs, betont die Kanzlerin des AGK, Anne-Margarete Brenker. „Das Führungsteam des AGK nimmt hiermit eine weitere wesentliche Weichenstellung vor“, heißt es, nachdem bereits am Donnerstag Staatsekretärin a. D. Gabriele Thöne ihre Arbeit als Interim Direktorin aufgenommen hatte.

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Indes wurde bekannt, dass das brandenburgische Wissenschaftsministerium bereits im Januar erste Hinweise auf Missstände am Abraham Geiger Kolleg hatte. „Das zuständige Fachreferat hat daraufhin die Universität Potsdam, die dienst- und personalrechtlich zuständig ist, um Klärung der Vorwürfe gebeten“, teilte Ministeriumssprecher Stephan Breiding am Freitag mit.

Vorwürfe wegen sexueller Belästigung

Die Zeitung „Welt“ hatte Anfang Mai über Vorwürfe sexueller Belästigung eines Studenten durch einen Mitarbeiter des Abraham Geiger Kollegs berichtet. Danach räumte die Geschäftsführung ein, dass es weitere Vorkommnisse gegeben habe. Gegen einen Mitarbeiter wurden demnach bereits im Dezember 2020 und im Februar 2022 Vorwürfe wegen sexueller Belästigung erhoben. Das Arbeitsverhältnis sei Ende Februar beendet worden.

Der Rektor des Kollegs, Walter Homolka, hatte angekündigt, seine Ämter vorerst ruhen zu lassen, darunter als stellvertretender Direktor der School of Jewish Theology. Der geschäftsführende Direktor Daniel Krochmalnik erklärte inzwischen seinen Rücktritt.

Am Geiger Kolleg werden seit 1999 Rabbiner für jüdische Gemeinden ausgebildet. Die renommierte liberale Institution ist Teil der Universität Potsdam. Die Uni setzte nach eigenen Angaben im Frühjahr eine Untersuchungskommission ein, die verschiedene Vorwürfe gegen Homolka und einen wissenschaftlichen Mitarbeiter prüfen soll. Das Ministerium hat keine rechtliche Handhabe gegen das Kolleg, weil es als gemeinnützige GmbH selbstständig ist. Geschäftsführer ist Homolka.

Von MAZonline

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