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IT-Konferenz

Software-Entwickler aus aller Welt tagen in Potsdam

Nur echt mit Einhorn: Das Organisationsteam der Konferenz besteht aus Aneliya Kostova, Uwe Gelfert, Ina Hölzel und Isabel Maldonado (v.l.n.r.)

Nur echt mit Einhorn: Das Organisationsteam der Konferenz besteht aus Aneliya Kostova, Uwe Gelfert, Ina Hölzel und Isabel Maldonado (v.l.n.r.)

Potsdam. Es ist keine alltägliche Konferenz, die heute im Potsdamer Dorint Hotel zu Ende geht. Knapp 800 Softwareentwickler aus der ganzen Welt haben sich hier eine Woche lang mit der Zukunft ihres Metiers befasst, es geht vor allem um das Testen neuer Software. Wer nun aber blasse Anzugträger erwartet, die in langweiligen Vorträgen sitzen und sonst rund um die Uhr in ihre Laptop-Bildschirme starren, sollte sich schleunigst von seinen Vorurteilen verabschieden. Die Agile Testing Days, so der Name der Konferenz, sind ganz anders.

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In der Lobby des Hotels steht ein riesiges, aufblasbares Einhorn, vorwiegend junge Menschen stehen am Donnerstagmorgen beim Kaffee zusammen und stimmen sich auf den Tag ein. „Ich habe einen Roboter gekauft“, „Softwaretesten, als wäre man eine Katze“, „Sakrale Architektur in der modernen Webentwicklung“ – die Themen des Tages sind breit gefächert. Einer der Organisatoren der Konferenz ist Uwe Gelfert aus Werder/Havel. „Es gibt in der Software-Branche sehr viele Konferenzen, wir müssen uns abheben und etwas Besonderes bieten“, sagt er. Seine Kollegin Ina Hölzel sieht die Agile Testing Days als „eine Art Musikfestival, nur eben im IT-Bereich.“

Bunt und poppig statt überseriös

Als vor zehn Jahren die erste derartige Veranstaltung in Berlin stattfand, war das noch anders: weniger poppig, sehr seriös. Aus der Besuchercommunity heraus entwickelte sich aber nach und nach der andere Anspruch der Konferenz. Nun stehen eben überall Einhörner, alles ist etwas bunter und lauter, als man vielleicht erwarten würde. Die Frauenquote ist hoch, der Altersschnitt niedrig. Uwe Gelfert ist seit sieben Jahren dabei. „Es bringt einfach mehr, eine tolle Konferenz zu machen, zu der die Menschen gern kommen und bei der sie neben dem Beruflichen auch noch Spaß haben“, sagt er „Wir haben da eine Nische gefunden, die uns und unseren Gästen gut gefällt.“

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Joseph Joyce aus Irland und Nicolas Kreienburg aus den USA arbeiten gemeinsam an einem Programm, das alle Seiten einer Homepage automatisiert testet.

Joseph Joyce aus Irland und Nicolas Kreienburg aus den USA arbeiten gemeinsam an einem Programm, das alle Seiten einer Homepage automatisiert testet.

Thrushan aus Südafrika, Vuk aus Serbien, Nicolas aus den USA – sie alle sind wegen der Konferenz nach Potsdam gekommen. Der Zeitplan ist voll, Freizeit bleibt nicht viel übrig. Zum Ausgleich stehen neben den inhaltlichen Talks und Vorträgen auch Morgenyoga und gemeinsames Joggen zur Auswahl, abends gibt es kleine Partys oder Kurse, in denen der Spaß im Vordergrund steht. Sogar eine Stadtführung für die IT’ler haben Ina Hölzel und Uwe Gelfert im Angebot – denn von der Stadt sehen die internationalen Besucher sonst nur sehr wenig.

„Tatsächlich habe ich es heute morgen zum ersten Mal geschafft, einen Spaziergang ums Hotel zu machen“, sagt Joseph Joyce. „Ich habe gehört, dass das Schloss, in dem die Potsdamer Konferenz nach dem Zweiten Weltkrieg stattfand, hier gleich um die Ecke ist, vielleicht kann ich das noch besuchen.“

Ja, ein wenig anstrengend ist eine solche Konferenz. Aber es gibt zum Glück die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen.

Ja, ein wenig anstrengend ist eine solche Konferenz. Aber es gibt zum Glück die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen.

Der Programmierer kommt aus Irland, er arbeitet an einem System, das sowohl die für den Nutzer sichtbaren Inhalte einer Website als auch den unsichtbaren technischen Hintergrund optimiert. „Man sollte schon Spaß an Technologie haben, wenn man einen solchen Job macht“, sagt er. „Aber die Optimierung solcher Abläufe ist in der digitalen Zeit, in der wir leben, unglaublich wichtig und davon profitiert jeder, der das Internet nutzt.“

Ein bisschen anstrengend ist eine solche Ballung von Experten, Themen und Veranstaltungen natürlich schon, darüber sind sich die Organisatoren und Gäste der Konferenz einig. „Durch unsere besondere Ausrichtung haben wir aber zum Glück viele verschiedene Berufszweige hier, nicht alle Besucher sind Programmierer“, sagt Ina Hölzel dazu. „Wir sind ganz normale Menschen, die zusammenarbeiten und sich und die Welt ein bisschen besser machen wollen.“

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Von Saskia Kirf

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