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Veränderungen am Hauptbahnhof

Tschüss, Sex-Kino – hallo, Hotel!

Das LSD-Kino: Love, Sex, Dreams.

Das LSD-Kino: Love, Sex, Dreams.

Innenstadt. Tschüss, kleines Sex-Kino in der Ex-Wagenhalle am Hauptbahnhof – hallo, neues Hotel: Dem LSD-Kino, das in der denkmalgeschützten Shedhalle neben dem Bahnhofshaupteingang die Liebhaber von Erwachsenenfilmen anzieht, steht über kurz oder lang die Kündigung ins Haus. Auch die anderen Hallenmieter – unter anderem ein Döner-Laden und eine Spielothek – werden sich nach einer neuen Bleibe umsehen müssen. Der Grund: Der neue Eigentümer der Immobilie will aus der historischen Eisenbahn-Wagenhalle ein Hotel inklusive Apartments machen.

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Nach MAZ-Informationen handelt es sich bei dem Eigentümer um die Berliner Newstone Immobilien GmbH mit Sitz am Kurfürstendamm. Für den Umbau zum Hotel könnte die Halle teilweise überbaut werden. Dazu kommt möglicherweise noch ein Ergänzungsbau auf der Freifläche zwischen der Shedhalle und dem Semmelhaack-Seniorenwohnheim an der Friedrich-Engels-Straße. Stadtplanungschef Andreas Goetzmann informierte die Stadtverordneten am Dienstag im Bauausschuss.

Andreas Goetzmann

Andreas Goetzmann

Aus Sicht der Verwaltung ist das Hotelprojekt eine Art letzter Rettungsring für die Ex-Wagenhalle. Vor dem Verkauf an den neuen Eigentümer stand sogar der Abriss im Raum, erklärte Goetzmann. Die Einnahmen aus Nutzung und Vermietung reichen vorne und hinten nicht für die Kredite sowie Aufwendungen für Erneuerung und Instandhaltung. Der Abriss wäre deshalb wirtschaftlich vernünftiger gewesen. „Das ist eine dramatische Situation aus denkmalpflegerischer Sicht“, erklärte Goetzmann. Zuvor hatte Michél Berlin (Linke) kritisch nachgehakt: „Ich frage mich, warum wir ein denkmalgeschütztes Haus überbauen sollen?“

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Wagenhalle als Denkmal

Zum Bahnhofsgelände gehörte das älteste Bahnbetriebswerk Europas, zuletzt war es das RAW Potsdam. Eine ganze Reihe von besonderen Betriebsbauten war auf dem Gelände vereint, darunter mehrere Wagenhallen.

Die älteste Wagenhalle stammt aus der Zeit der Berlin-Potsdamer-Eisenbahngesellschaft und ist denkmalgeschützt. Die 1837 gegründete Gesellschaft baute die Stammbahn Berlin-Potsdam.

Zur Vorbereitung soll ein Werkstattverfahren durchgeführt werden, an dem fünf Architekturbüros teilnehmen. „Das ist so eine heikle Aufgabe, dass man zwingend mehr als eine Gedankenspur hineininvestieren muss, damit nichts Halbgares herauskommt“, erläuterte Stadtplanungschef Goetzmann. Gesucht wird nach einem „Entwurf von herausragender Qualität, der sich mit der vorhandenen Gebäudestruktur verzahnt“. Bereits am 24. März geht die Aufgabenstellung an die beteiligten Büros raus. Ende Juni ist dann das Werkstattgespräch mit der Sitzung des Bewertungsgremiums angesetzt.

Mit dem Hotelbau in der ehemaligen Wagenhalle könnte sich das Hauptbahnhofumfeld bald zur Hotel-Hochburg von Potsdam entwickeln mit perspektivisch drei Beherbergungsbetrieben, wobei das Mercure-Hotel jenseits der Langen Brücke noch nicht einmal mit eingerechnet ist. Erst vor wenigen Monaten hat ein Haus der „B&B“-Kette an der Babelsberger Straße auf der Havelseite des Bahnhofs eröffnet.

Das neue B&B-Hotel an der Babelsberger Straße.

Das neue B&B-Hotel an der Babelsberger Straße.

Ein zweiter Hotelbau wäre theoretisch in der nördlichen Speicherstadt gegenüber vom „Blu“-Schwimmbad möglich. Dort soll auf einer Brachfläche ein Quartier mit Wohnen und Gewerbe entstehen. „Auf dem Eckgrundstück Leipziger Straße/Lange Brücke ist ein Hotel vorgesehen“, bestätigte Pro-Potsdam-Sprecherin Jessica Beulshausen am Mittwoch auf Nachfrage.

Obwohl nach neuesten statistischen Erhebungen die 5706 Potsdamer Betten im Jahresdurchschnitt nur zu 54,8 Prozent ausgelastet sind, scheint der neuen Eigentümer dennoch am meisten Zukunftspotenzial in der Hotelnutzung zu sehen. Auf die Frage des Bauausschussvorsitzenden Ralf Jäkel (Linke), ob auch noch „eine andere rentierliche Nutzungsform“ in der Ex-Wagenhalle möglich wäre, verneinte Goetzmann: „Der Eigentümer hat diese Vorstellung.“ Auch aus Verwaltungssicht sei „eine Ergänzung der Hotelkapazitäten sinnvoll“.

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Von Ildiko Röd

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