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Berliner Vorstadt

Uferweg sorgt erneut für eine Debatte

Siegfried Nehls (r., Vorstand Sanus AG) und Jan Holstein (Geschäftsführer Sanus AG) beim symbolischen ersten Spatenstich für die Villa Tummeley in der Berliner Vorstadt.

Siegfried Nehls (r., Vorstand Sanus AG) und Jan Holstein (Geschäftsführer Sanus AG) beim symbolischen ersten Spatenstich für die Villa Tummeley in der Berliner Vorstadt.

Berliner Vorstadt. Der Uferweg vor der Villa Tummeley am Tiefen See wird „zeitnah“ gebaut, auch wenn er zunächst nur eine Sackgasse ist. Das beschlossen die Stadtverordneten am Mittwoch auf Antrag der Linken. Damit verlängert sich der 600 Meter lange Uferweg der Schiffbauergasse um weitere 100 Meter über das Grundstück der Villa.

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Die Tummeley-Eigentümer wollen sich dem nicht direkt entgegenstellen. Sollte die Verlängerung des Weges von der Stadt gewünscht sein, „wird es gemacht“, erklärte Siegfried Nehls, Gründer der Berliner Sanus AG, am Donnerstag am Rande des symbolischen Spatenstichs für das Orangerie-Neubauprojekt auf dem Grundstück. Laut städtebaulichem Vertrag sei die Sanus AG dazu verpflichtet. Aber: Der „mitgeerbte“ städtebauliche Vertrag verpflichte die Eigner erst dann zur Herstellung des Weges, wenn die nächsten Grundstücke nach Verkauf und durch Ankauf der Stadt – sie hat auf ein Vorkaufsrecht – auch bebaubar sind, darauf wies die Sanus mit Nachdruck hin. Man werde also warten, bis der Vertrag wirksam werde, falls das je geschehe. Eine vorzeitige Sackgasse baue man nicht.

Baustelle für die Orangerie am Tiefen See

Baustelle für die Orangerie am Tiefen See. Im Hintergrund die Villa Tummeley.

Wie berichtet, hatte die Stadt vor einigen Wochen noch einen vorläufigen Verzicht auf die Wegeöffnung signalisiert – so lange, bis auch die Öffnung der nächsten Grundstücke bis zum mehrere 100 Meter entfernten Aldi-Markt möglich sei. Man wolle die Besucher nicht in eine Sackgasse führen, hatte eine Rathaussprecherin erklärt. Diese Mitteilung sorgte bei Bürgerinitiativen, die sich für freie Uferwege einsetzen, aber auch bei den Oberbürgermeisterkandidaten von Grünen, Linken und Anderen für Kritik, der sich die Stadt jetzt beugt.

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Laut Linken-Antrag wird der Oberbürgermeister beauftragt, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den öffentlichen Uferweg auf dem Grundstück der Villa Tummeley zu sichern, zeitnah zu gestalten und zügig weiterzuführen“. Das Grundstück hat den Status eines Gartendenkmals und besitzt einen direkten Zugang zum Tiefen See.

Rückansicht der Villa Tummeley

Rückansicht der Villa Tummeley.

Momentan ist das 11 000 Quadratmeter große Areal an der Berliner Straße 28/29 aber noch eine einzige große Baustelle. Neben den zwei historischen Gebäuden – der majestätischen, aber stark sanierungsbedürftigen Villa Tummeley im Tudor-Stil und dem Offiziershaus – entsteht derzeit als Neubau die so genannte „Orangerie“ mit 24 Wohnungen, von denen 13 bereits verkauft sind. Unterhalb des Dreigeschossers mit zurückgesetztem Staffelgeschoss ist eine Tiefgarage geplant. Fertigstellungstermin für die Orangerie: Mai oder Juni 2019. Die Sanierungsarbeiten an der Villa Tummeley, die Mitte des 19. Jahrhunderts für den bekannten Potsdamer Kaufmann Eduard Tummeley gebaut wurde, schreiten ebenfalls voran. Sie sollen im Sommer nächsten Jahres abgeschlossen sein. Von den insgesamt sechs Wohnungen in der Villa sind laut Sanus-Geschäftsführer Jan Holstein bislang zwei verkauft. Für das historische Offiziershaus auf dem Gelände plant die Sanus eine Erweiterung. „Dazu sind wir in Verhandlungen mit der Stadt“, erklärte Holstein am Donnerstag bei der kleinen Feier anlässlich des symbolischen Spatenstichs.

Jan Holstein (Geschäftsführer Sanus AG) und Siegfried Nehls (Vorstand Sanus AG), vl

Jan Holstein (Geschäftsführer Sanus AG) und Siegfried Nehls (Vorstand Sanus AG), v.l..

Insgesamt werden die Gebäude dann 38 Wohn- und eine Gewerbeeinheit auf 5500 Quadratmetern Gesamtfläche enthalten. Die Kaufpreise sind naturgemäß nichts fürs schmale Portemonnaie. 1,19 Millionen kostet eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 161 Quadratmetern; knapp 2,5 Millionen eine 277-Quadratmeter-Wohnung. Dennoch handelt es sich aus Investorensicht in Anbetracht der hohen Sanierungskosten um „Liebhaberei“, wie Jan Holstein betonte: „Bei der Villa Tummeley werden wir mit einer schwarzen Null auflaufen, wenn wir Glück haben.“

Von Ildiko Röd

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