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Karneval in Lenzen

70 Jahre und kein bisschen leise

Hier geht es buchstäblich "in die Luft".

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Lenzen. Diesmal war manches anders: Zuerst kamen alle auf die Bühne und zuletzt sowieso. Und was dazwischenlag, waren mehr als vier Stunden Programm nonstop, „was man nicht beschreiben kann, man muss es gesehen haben“, wie eine Karnevalistin begeistert sagte. Denn: Der Lenzener Karneval wurde 70.

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„Wunderbare 70 Jahre. Die Show“ war als Motto auf der Bühne zu lesen. Und dazu gab es das passende Bühnenbild: hoch über den Dächern der Stadt, zwischen Vergangenheit und Zukunft - inmitten von Rathaus-, Kirch- und Burgturm.

Ein „herzliches Willkommen“ gab es von Präsident Torsten Wagner. „Jedes Jahr ein anderes handgemachtes Programm, Tradition und Brauchtum mit modernem Schwung, und das neutral, weltoffen und sarkastisch - darauf können wir stolz sein!“, lobte der Vereinschef die eigenen Reihen, denen er „allen Dank dafür“ aussprach.

Prinzenpaar aus Gartow

Als das neue Prinzenpaar entpuppten sich Manuel und Claudia Maury. Die beiden Gartower – deren Familienbetrieb auch eine Filiale in Lenzen hat, sind nicht ohne Beziehungen zum Karneval: „Da sich meine Eltern haben aus dem aktiven Bereich als Karnevalisten etwas zurückgezogen haben, war das ein Grund für uns, hier mitzumachen!“ hieß es vom Prinzen.

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Den Reigen der bissig-schmissigen Büttenreden eröffnete eine Elfjährige, die karnevalistisch „vorbelastete“ Tochter Amy des Zeremonienmeisters „Atze“ Baerwaldt: Schnoddrig-selbstbewusst stellte sich die Mödlicherin als Trump-Tochter dar.

Hinreißend waren die Tänze anzusehen, die nur einen Makel hatten: Nicht immer gab es die laut geforderten Zugaben. So kam zunächst die Funkengarde mit Franz Lehárs Nechledil-Marsch aus den „Wiener Frauen“ daher, und alle weiteren Showtänze, dargebracht von Prinzengarde, Funkengarde 2 und den „Diamonds“ waren schlichtweg die Hingucker. Denn da gab es nicht nur viel „Bein“ zu sehen, sondern auch edle farbenprächtige Kostüme.

Und dann gab es noch Tanzdarbietungen ganz eigener Art, bei denen der Saal zu krachen drohte: Die Parodie im zweiten Teil des Abends, angelegt unter dem Motto „Lets dance!“, zeigte die große Palette aller möglichen Bein- und Armverrenkungen. Aber dem ewig nörgelnden „Jury-Mitglied“ Ralf Behrens schien nichts zu gefallen: „Das kann ein Walzer gewesen sein oder auch nicht!“ und beim „erotischen Tanz“ gab es gar die Anmerkung: „Dran sein heißt noch lange nicht drin sein!“

Günni vom Finanzamt erntet Lachtränen

Ja! Bei den Lachern war eine Steigerung doch noch möglich! Denn nach seinen „Vorgängern“, der wie immer betont bissig-ironisch und brezelwerfenden „Brezeltante“ sowie dem Fahrradfan „Rudi Rumpel“ trat „Günni vom Finanzamt Lenzen-Süd“ auf. Der eben noch gutaussehende Gitarrist der Karnevals-Traditionsband „Papermoon“, der sich im Handumdrehen in einen miesepetrigen Bürokraten verwandelt hatte, gab treuherzig die Probleme mit seiner „besseren Hälfte“ zum Besten - und erntete Lachtränen vom Publikum.

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Und natürlich gab es auch einen Jubiläumskaffee mit Kuchen. „Wer hat denn hier eigentlich Geburtstag? fragte Andrea Schlentner aus Lenzen, die von ihrem Bühnenpartner Ingolf Drescher umfassend aufgeklärt wurde: „Na, der Karnevalsverein doch!“

Von Kerstin Beck

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