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Kolrep

Die Tiere vom Gnadenhof

Wuffi (l.) und Lissy verstehen sich bestens. Die beiden sind die ältesten Hunde auf dem Hof.

Wuffi (l.) und Lissy verstehen sich bestens. Die beiden sind die ältesten Hunde auf dem Hof.

Kolrep. Der abseits gelegene Gnadenhof in Kolrep ist nicht leicht zu finden. Doch wer ihn entdeckt hat, wird freundlich von einer wilden Meute Hunde begrüßt. Neugierig stecken die Tiere ihre Köpfe durchs Hoftor.

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Margit Preiß betreibt den Gnadenhof seit 16 Jahren. Die 64-Jährige hat ihren Laden voll im Griff. Sie kümmert sich Tag für Tag um ihre Schützlinge. Derzeit sind das acht Hunde, zwei Pferde, zwei Esel und gut zwei Dutzend Katzen.

Wenn Margit Preiß an die Schicksale denkt, die all diese Tieren hinter sich haben, wird sie schweigsam und auch ein wenig wütend auf die Menschen, die Tieren solch schlimme Sachen antun. Auf dem Hof wuseln die Hunde umher. Sie spielen miteinander und liegen in der Mittagshitze auch gern gemeinsam im Schatten des alten Feldsteinstalls.

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Margit Preiß (l.) betreibt den Gnadenhof in Kolrep. Ute Mangold aus Neustadt kommt regelmäßig zum Helfen vorbei.

Margit Preiß (l.) betreibt den Gnadenhof in Kolrep. Ute Mangold aus Neustadt kommt regelmäßig zum Helfen vorbei.

Margit Preiß erzählt von ihren Schicksalen.

Lissy ist mit fast 17 Jahren der älteste Hund auf dem Hof. Mit nur acht Monaten kam die Terrier-Mischlingshündin zu Margit Preiß auf den Gnadenhof. Ihrem ehemaligen Besitzer wurde Lissy von der die Polizei weggenommen, weil der sich nicht um das Tier kümmerte.

Lissy war traumatisiert

„Sie war stark traumatisiert und fasste erst nach etlichen Monaten wieder Vertrauen in einen Menschen“, berichtet Margit Preiß. Trotz ihres hohen Altes ist Lissy unangefochtene Rudelchefin in der Hundemeute.

Tibet-Terrier-Mischling Wuffi hatte es bei seinem Vorbesitzer, einem älteren Herren, zwar sehr gut, doch als dieser starb, wollten niemand mehr den Hund haben. So wurde Wuffi beim Tierschutzverein in Wusterhausen abgegeben und kam schließlich vor fünf Jahren nach Kolrep. Der rund 13-jährige Hund hat einen gutmütigen Charakter und kommt mit allen Hunden auf dem Hof gut aus. Besonders gern fährt Wuffi im Auto mit. „Dass haben wir gemerkt, als es zum Hundefrisör nach Kyritz ging. Wuffi ist dann kaum aus dem Auto zu kriegen“, berichtet Margit Preiß.

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Odin hat seinen eigenen Kopf

Odin, ein etwa zehn Jahr alter Dackel-Mops-Mischling, hat seinen eigenen Kopf. „Er ist der mit Abstand sturste Hund, den ich je hatte“, sagt Margit Preiß lachend. Die ersten vier Jahre seines Lebens wurde Odin mehrfach von einem zum anderen Besitzer weiter gereicht. „Scheinbar kam keiner mit ihm zurecht“, meint die Tierschützerin. Mit den anderen Hunden des Hofes versteht sich Odin jedenfalls sehr gut.

Goa ist der jüngste Neuzugang auf dem Gnadenhof. Die schwarz-weiße Bordercolli-Münsterländer-Mischlingshündin kam im Sommer vergangenen Jahres nach Kolrep. Etwa zweieinhalb Jahre ist Goa alt. „Ihren Namen hat sie, weil ihr Vorbesitzer lieber auf Goa-Partys ging als sich um den Hund zu kümmern“, erzählt Margit Preiß.

Goa und Zlatko verstehen sich gut

Goa hat sich eingelebt und am Liebsten spielt sie mit Hund Zlatko. Der ist mit einem Jahr und zwei Monaten der jüngste Hund auf dem Hof und der einzige überhaupt, der bewusst angeschafft wurde. Zlatko ist als Podhalaner ein echter Herdenschutzhund. Als solcher döst er tagsüber zwar auch lieber mit den anderen im Schatten, doch abends passt er aufmerksam auf den Gnadenhof auf.

In einem separaten Zwinger hinterm Haus lebt die zwölf Jahre alte Labrador-Hündin Blacky. Sie kam vor vier Jahren zusammen mit ihrem zehn Jahre alten Sohn Bernie auf den Gnadenhof. Mit zum Gespann gehörte damals auch noch Bernies Vater Charlie, ein echter Rottweiler mit liebem Charakter. Charlie ist inzwischen gestorben. Ihr ursprüngliches Herrchen hatte damals einen tödlichen Autounfall und weil sie nicht vermittelbar waren, nahm sich Margit Preiß der Hunde an. Die Drei zu trennen kam nicht in Frage, dafür hatte sich die Hundefamilie zu sehr aneinander gewöhnt.

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Carinos Mutter ist seit zwei Jahren tot

Richtig gut hat es nun auch Carino. Das 22 Jahre alte Pferd vegetierte zehn Jahre lang ohne Pflege in einem Stall. Der Amtstierarzt veranlasste damals, dass der verwahrloste Carino und dessen Mutter dem einstigen Besitzer weggenommen werden. Carinos Mutter ist nun schon zwei Jahre tot, doch dafür hat er nun die Haflingerstute Biene“an seine Seite bekommen.

Esel Jojo entdeckte Margit Preiß im Jahr 2004 auf dem Havelberger Markt. „Das Tier war damals zwei Jahre alt und fast verhungert“, so Margit Preiß. Hätte sie das Tier nicht gekauft, wäre es zur Schlachtbank gewandert. In Kolrep wurde Jojo aufgepäppelt und inzwischen ist er ganz lebhaft und agil. Esel Dickerchen kam 2005 auf den Gnadenhof. Auch auf ihn wartete schon die Schlachtbank als Endstation, weil er einen deformierten Huf hatte. Den bekam aber der staatlich geprüfte Hufbeschlagsschmied André Wernicke aus Krampfer in einer acht Wochen andauernden Behandlung wieder tadellos in Ordnung.

Viele Unterstützer für den Gnadenhof

André Wernicke ist einer von vielen, die dem Gnadenhof hilfreich zur Seite stehen. „Auch die Kolreper Tierärztin Christina Stumpe, die Tierklinik in Pritzwalk, die Tierärztin Regine Beythien aus Neu Amerika und Ilona Paschen aus Wusterhausen unterstützen mich, dafür bin ich ihnen sehr dankbar“, sagt Margit Preiß.

Doch auch ohne die vielen fleißigen Helfer, die auf dem Gnadenhof regelmäßig Arbeitseinsätze machen, wäre Margit Preiß so manches mal aufgeschmissen. Zu ihnen zählt Ute Mangold aus Neustadt , Gisela und Manfred Eulich aus Kyritz wie auch Marion Schwarz, Ilka Will und Andreas Hexel. „Mir ist es wichtig, alle zu benennen und mich herzlich bei ihnen zu bedanken“, sagt Margit Preiß.

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Spenden für das Futter

Also fährt die Tierschützerin fort und dankt auch allen, die den Gnadenhof mit ihren Futterspenden unterstützen. Großen Dank richtete Margit Preiß auch an den Kolreper Gastwirt Andreas Guller, der stets hilfsbereit mit anpackte und in seiner Gastwirtschaft einen Spendentopf für den Gnadenhof aufstellt.

Gleiches tun auch Marion und Claus Runge, die in Neustadt eine Hundeschule betreiben: „Sie kommen jedes Jahr kurz vor Weihnachten hier her und übergeben die Spenden, die sich im Laufe des Jahres gesammelt haben.“

Von André Reichel

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