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Pritzwalk

Pritzwalk: Während der Brut- und Setzzeit bleiben Hunde an der Leine

Während der Brut- und Setzzeit müssen Hunde an der Leine bleiben.

Während der Brut- und Setzzeit müssen Hunde an der Leine bleiben.

Pritzwalk.Die Vögel zwitschern, das Gras sprießt, und die Bäume werden immer grüner. Alle Zeichen stehen auf Frühling. Das lockt natürlich wieder vermehrt Spaziergänger in den Wald – gern auch mit dem Hund. Und natürlich darf des Menschen bester Freund, wie er im Volksmund genannt wird, auch mal ohne Leine seine Runden drehen, alles beschnüffeln und sich so richtig austoben. Doch aktuell sollten Hundehalter ihre Vierbeiner im Wald und auf Wiesen lieber an der Leine führen.

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Während der Brut- und Setzzeit bleiben Hunde an der Leine

Denn der Frühling lässt nicht nur die Natur zum Leben erwachen, sondern auch die Instinkte der Tiere. Ganz deutlich zeigt sich das in der jährlichen Brut- und Setzzeit. Der Begriff beschreibt die Zeit, in der Wildtiere brüten oder ihren Nachwuchs bekommen. In diesem Zeitraum – in der Regel vom 1. April bis 15. Juli – gibt es für Vierbeiner besondere Regeln, wie etwa den Leinenzwang für Hunde.

Freilaufende Hunde müssen im Wald und in der freien Landschaft an der Leine geführt werden. Sonst drohen Strafen. Per Definition ist die freie Landschaft der Raum außerhalb bebauter Gebiete. Wald, Wege und Gewässer gehören in diese Kategorie – Grünanlagen im innerörtlichen Bereich nicht. Dort können andere Regeln für Hundehalter gelten.

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Pritzwalker Jäger müssen Hundebesitzer oft an die Brut-und Setzzeit erinnern

Doch nicht alle Hundehalter halten sich an diese Vorschrift. Viele Jäger aus Pritzwalk und Umgebung müssen regelmäßig Hundebesitzer ermahnen – was nicht selten im Streit endet. „Ich erlebe das leider häufiger, dass Hunde frei im Wald herumlaufen“, sagt der Jäger Rudolf Scholz, „und ich muss die Besitzer dann auch immer aufklären.“

Einmal habe er sogar einen Warnschuss mit seiner Waffe absetzen müssen, als er einen Hund beim Wildern im Wald erwischte. Der Vierbeiner jagte eine tragende Ricke. Von den Besitzern fehlte jede Spur.

Als die Hundehalten ihren Vierbeiner eingefangen hatten, nutze der Waidmann die Gelegenheit und klärte die Besitzer auf: „In der Brut- und Setzzeit sind Hunde an der Leine zu führen“, sagte Rudolf Scholz. Auf die Frage hin, ob der Jager im Ernstfall eine wildernden Hund auch erschießen würde, gibt der Jäger eine eindeutige Antwort: „Ja, in bestimmten Fällen ist das erlaubt.“

Jagdgesetz für das Land Brandenburg erlaubt es, wildernde Hund zu töten

Auch wenn diese Aussage so manchen Hundebesitzer sauer aufstößt, haben die Jäger in diesem speziellen Fall das Gesetz auf ihrer Seite. Im Jagdgesetz für das Land Brandenburg steht geschrieben (Paragraf 40): „Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt, wildernde Hunde und streunende Katzen zu töten.“

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Als wildernd gelten im Zweifel Hunde, die im Jagdbezirk außerhalb der Einwirkung der führenden Person und als streunend Katzen, die im Jagdbezirk in einer Entfernung von mehr als 200 Meter vom nächsten Haus angetroffen werden. Diese Befugnis gilt nicht gegenüber Hirten-, Jagd-, Blinden- und Polizeihunden, soweit sie als solche kenntlich sind.“

Hundebesitzerin zeigt Pritzwalker Jäger bei der Polizei an

Auch wenn sich die meisten Hundebesitzer einsichtig zeigen und ihre Vierbeiner an die Leine nehmen, gibt es doch die Fraktion, die überhaupt keine Einsicht zeigt – wie in diesem Fall: Kürzlich bekam ein Pritzwalker Jäger wegen einer Auseinandersetzung mit einer Hundehalterin Besuch von der örtlichen Polizei.

Dem Waidmann war aufgefallen, dass die Halterin ihren Hund am Rande eines Waldgebietes bei Hasenwinkel (Stadt Pritzwalk) teilweise frei herumlaufen ließ. Der Jäger ermahnte die Frau und erklärte ihr, sie müsse ihren Hund an der Leine führen.

Laut Polizei fühlte sich die 71-Jährige von dem Waidmann bedroht als er ihr zu verstehen gab, er würde den Hund auch erschießen, wenn er ihn beim Wildern erwischt. Sie zeigte den Jäger bei der Polizei an.

Wildernde Hunde können Jungtiere töten

Doch warum ist es aktuell so wichtig, dass Hunde etwa im Wald an der Leine zu führen sind? Viele Vögel brüten direkt am Boden. Andere Wildtiere wie zum Beispiel Rehe gebären ihre Kitze auf Wiesen und Feldern. Durch streunende, schnüffelnde und im schlimmsten Fall jagende Hunde werden die Tiere aufgescheucht. So manches Elterntier verlässt das Nest, den Bau oder die Kinderstube und kehrt nicht mehr zurück. Dadurch werden die Eier oder Jungtiere zu kalt und sterben.

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Nicht selten werden kleine Kitze und selbst Elterntiere von freilaufenden Hunden gejagt, durch Bisse schwer verletzt und sterben. Daher ist es wichtig, dass die Tiere in der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit weder gestört noch ihre Bauten beschädigt werden.

Von Julia Redepenning

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