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Lanz

Wittenberger Schüler pflanzen Bäume auf ehemaligem Grenzstreifen

Biosphäre-Mitarbeiter Torsten Hennig erklärte den Schülern, wie der Wurzelballen der Jungbäume  in die Erde kommen soll.

Biosphäre-Mitarbeiter Torsten Hennig erklärte den Schülern, wie der Wurzelballen der Jungbäume  in die Erde kommen soll.

Lanz.Für die Aktion "Einheitsbuddeln" im nunmehr 31. Jahr der Deutschen Einheit haben Schülerinnen und Schüler der Montessorischule Wittenberge kürzlich 31 Flatterulmen gepflanzt. Das Gebiet der Deichrückverlegung am ehemaligen Grenzturm der DDR-Grenztruppen bei Wustrow (Lanz) ist ein idealer Pflanzort für die Baumart. Die Flatterulme ist typisch für regulierte Stromauen und gehört zu den wichtigen Baumarten entlang der Elbe. Dort liegt auch das "Grüne Band", das als naturbelassener Streifen an die ehemalige innerdeutschen Grenze erinnert.

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Einst Sperrzone, heute naturbelassener Streifen

In Brandenburg verlief die innerdeutsche Grenze zwischen DDR und BRD entlang der Elbe in den Jahren 1949 bis 1989. Auf der anderen Elbseite befindet sich damals wie heute das Bundesland Niedersachsen. Weite Teile des Gebietes entlang der Elbe nördlich von Cumlosen bei Wittenberge waren eine ein bis fünf Kilometer breite Sperrzone, die nur mit Sondergenehmigungen und Passierscheinen betreten werden durfte.

Die Schülerinnen und Schüler der Montessori Schule in Wittenberge am ehemaligen DDR-Grenzturm bei Wustrow. Dort pflanzten sie einen kleinen Auwald.

Die Schülerinnen und Schüler der Montessori Schule in Wittenberge am ehemaligen DDR-Grenzturm bei Wustrow. Dort pflanzten sie einen kleinen Auwald.

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Das Dorf Lütkenwisch lag in dieser Sperrzone und dessen Bewohner durchlebten dramatische Jahre während der Teilung. Zeitzeugin Erica Otto versetzte sich nun mit den Kindern der Montessorischule an diese Zeit zurück und erläuterte am Fähranleger in Lütkenwisch die prägenden Ereignisse wie die tödliche Flucht des Grenzopfers Hans-Georg Lemme.

Zeichen für eine friedliche Zukunft gesetzt

Die Teilung Deutschlands und das totalitäre Regime der DDR brachten den Menschen der Region viel Leid. Einzig die Natur konnte sich im Grenzgebiet oft ungestört entwickeln. Seltene Pflanzen und Tiere siedelten sich an und bilden bis heute ein „grünes Band“, das sogar durch ganz Europa verläuft. Der ehemalige Grenzturm ist heute ein Mahnmal für kommende Generationen. Mit der Pflanzung setzen die Schülerinnen und Schüler der Montessorischule Wittenberge ein Zeichen für eine friedliche Zukunft, die sie aktiv gestalteten.

Die Idee des „Einheitsbuddeln“ entstand 2019 in Schleswig-Holstein und soll als Tradition und Mitmach-Aktion um den Tag der Deutschen Einheit fortgeführt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatten die jungen Menschen Bäume gepflanzt und tragen dazu bei, neuen Auwald zu etablieren.

Von MAZonline

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